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Sponsoren helfen La Traviata erneut auf die Bühne

Sponsoren helfen La Traviata erneut auf die Bühne

Am Samstagabend erstrahlte das Bühnenbild von Guiseppe Verdis La Traviata an der Oper Leipzig in neuem Glanz. Im Juni vorigen Jahres hatte das Stück wegen des maroden Bühnenbilds in eine Zwangspause gehen müssen.

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Opern-Hausherr Ulf Schirmer (Mitte) versammelte, bevor sich der erste Vorhang zur Wiederaufnahme der Verdi-Oper hob, die Sponsoren zum Gruppenfoto auf dem nagelneuen Spiegelparkett.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mithilfe des Förderkreises der Oper, der rund 40 000 Euro Spenden sammelte, kann das Stück nun wieder aufgeführt werden.

Im Foyer der Oper ergeht sich an diesem Abend so manche Dame, die selbst den elegantesten Besucherinnen die Schau stiehlt. In bodenlangen schwarzen Kleidern aus einer anderen Zeit geleiten sie besondere Gäste: die Sponsoren des neuen Bühnenbildes von La Traviata. Denen ist es zu danken, dass die Verdi-Oper nach knapp eineinhalb Jahren wieder ins Programm aufgenommen wird - mit neuen Spiegelparkett-Bühnenplatten. Deren Verschleiß hatte es unmöglich gemacht, die Oper noch auf die Bühne zu bringen.

"Es kam die Schreckensmeldung: Traviata stirbt endgültig! Da haben wir sofort überlegt, was wir machen können", sagt Wolfgang Ramsner, Vorstandvorsitzender des Förderkreises. Im Frühjahr vorigen Jahres sei die Idee aufgekommen, Platten-Paten zu suchen. "Wir haben schnell erkannt, dass wir die Platten verkaufen können." Die großzügigen Spender der 500 Euro pro Spiegelparkett-Stück sind sowohl Privatleute als auch Firmen - 20 an der Zahl.

Zum Dank sind sie Ehrengäste des Abends. Vor der Aufführung führt Oliver Gerds, technischer Direktor der Oper, sie in die Kulissen. Bei verschlossenen Türen hören sie, wie die Sänger ihre Stimmen aufwärmen und sehen die ersten Musiker schon im Orchestergraben sitzen. Die Geldgeber sind mittendrin im Geschehen. Sie ducken sich in Anzug und Abendkleid an den Scheinwerfern vorbei und Gerds verrät Details der Ausstattung. "Es sind drei Dampfloks, die hier gerade hin- und hergeschoben werden", sagt er - das Bühnenbild sei sehr schwer. Zum Abschluss dürfen die Sponsoren die neue Pracht des schwarz glänzenden Spiegelparketts bewundern. Allerdings mit großer Vorsicht: Über ihre Straßenschuhe haben sie blaue Plastikhüllen gestreift, wie auf einer Intensivstation.

Sie haben die Inszenierung gerettet. "Das Ganze war schon ein erheblicher Aufwand", sagt Steffen Naundorf. Der Bühneninspektor für Fahrmaschinen hat den Trubel mitgemacht. "Schwierig ist vor allem, die Platten sauber hierher zu kriegen, in großen Wagen mit Filz." Aber eines werde auch an diesem Abend ganz klassisch vonstatten gehen: Zum Säubern des kostbaren Bodens komme erst der Staubsauger zum Einsatz, dann der Wischmopp.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2013

Sofia Dreisbach

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