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Städtische Kulturbetriebe: Linke befürworten Verwaltungsfusion von Oper und Gewandhaus

Städtische Kulturbetriebe: Linke befürworten Verwaltungsfusion von Oper und Gewandhaus

In der Diskussion um mögliche Einsparungen bei den städtischen Kulturbetrieben hat sich die Linksfraktion im Stadtrat für eine Fusion der Verwaltungen von Gewandhaus und Oper ausgesprochen.

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Das Gewandhaus.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. „Beide Häuser sind sich über das Gewandhausorchester aufs Engste verbunden. Es gibt künstlerische Schnittmengen, die bei Strukturüberlegungen immer das Primat haben sollten“, sagte die kulturpolitische Sprecherin der Linken, Skadi Jennicke.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei eine Verwaltungsfusion der beiden Häuser naheliegend. Dann entfielen „Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Spiele“, wie sie beispielsweise beim Einsatz des Gewandhausorchesters in der Oper bislang praktiziert würden, sagte Jennicke. Bisher bezahlt das Musiktheater dem Orchester für seine Einsätze jährlich 7,5 Millionen Euro.

Aus Sicht der Linkspartei sei Zusammenlegung der Verwaltung auch im Interesse der Beschäftigten und solle bis 2020 vorbereitet werden. Erst wenn dieser Schritt abgeschlossen sei, könne über eine Generalintendanz für beide Häuser nachgedacht werden. Diese sei aber nicht zwingend notwendig, so Jennicke.

Politische Diskussion auf Grundlage von actori-Prozess

Wichtigster Schritt sei aber zunächst eine politische Diskussion, die an den actori-Prozess anknüpft, mahnte die Kulturpolitikerin. Die Firma actori hatte 2011 ein Gutachten erstellt, wie die vier großen städtischen Kulturbetriebe, Gewandhaus, Oper, Schauspiel und Theater der Jungen Welt umstrukturiert werden könnten. Danach moderierte ein Mitarbeiter der Firma ein Jahr lang die Auseinandersetzung zwischen den Stadtratsfraktionen mit dem Ziel, alternative Konzepte zu entwickeln. Der Prozess sei sehr positiv verlaufen, doch danach seien die politischen Gespräche abgeebbt, kritisierte Linken-Ratsfrau Jennicke.

Sie hält eine generelle Umstrukturierung bei den städtischen Kulturbetrieben für unumgänglich. Nicht nur müssten Kosten eingespart werden. Viel wichtiger sei auch eine stärkere Unterstützung der Freien Kulturszene der Stadt, die sei Jahren eigentlicher Innovationsmotor der Leipziger Kultur sei. „Es wäre denkbar, die Idee eines Runden Tisches Kultur mit Vertretern der Betriebe, der Freien Szene, Politik und Verwaltung zu reaktivieren, um die Zukunftsfragen gemeinsam zu erörtern“, so Jennicke.

Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte zu Beginn der Woche eine Diskussionsvorlage zur zukünftigen Struktur der städtischen Eigenbetriebe Kultur vorgelegt. Größter Posten im Kulturstätten-Etat der Stadt Leipzig ist die Oper Leipzig. Allein 43 Millionen Euro an Zuweisungen gehen laut Finanzplan 2014 auf die Nordseite des Augustusplatzes. Hier arbeiten etwa 630 Mitarbeiter. Vis-à-vis im Gewandhaus werden Zuschüsse in Höhe von 18 Millionen Euro benötigt. Im weltberühmten Konzerthaus arbeiten derzeit etwa 270 Menschen. Das Schauspiel an der Bosestraße benötigt jährlich etwa 15 Millionen Euro aus der Stadtkasse und beschäftigt 188 Mitarbeiter. Buchstäblicher Juniorpartner ist das Theater der Jungen Welt am Lindenauer Markt mit 3,4 Millionen Euro kommunaler Zuwendungen und 51 Personalstellen.

chg

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