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"Starkes Zeichen aus Leipzig“: Stück über Flucht und Asyl geht zu den Ruhrfestspielen

Schauspiel-Intendant Enrico Lübbe im Gespräch "Starkes Zeichen aus Leipzig“: Stück über Flucht und Asyl geht zu den Ruhrfestspielen

Flucht und Asyl als Theaterstück: Leipzigs Weg findet jetzt europaweit Beachtung. Das Schauspiel Leipzig ist mit „Die Schutzflehenden/Die Schutzbefohlenen“ zu den Ruhrfestspielen eingeladen. LVZ.de sprach mit Regisseur Enrico Lübbe.

Die Schutzflehenden/Die Schutzbefohlenen im Schauspiel Leipzig.

Quelle: © Bettina Stöß

Leipzig. Grund zum Jubel am Schauspiel Leipzig: Mit der Inszenierung „Die Schutzflehenden/Die Schutzbefohlenen“ von Aischylos und Elfriede Jelinek ist Leipzig zu den Ruhrfestspielen 2016 eingeladen. Das Thema Flucht und Asyl findet damit am 24. und 25. Mai sein Publikum auf einem der europaweit renommiertesten Theaterfestivals.

„Mittelmeer - Mare Nostrum?“ lautet das Motto der 70. Auflage des Traditionsfestivals im Ruhrgebiet. „Wenn Flüchtlingen nicht mehr geholfen wird, dann ist das Mittelmeer nicht mehr unser Meer“, sagte Festivalleiter Frank Hoffmann am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in Recklinghausen. Vom 1. Mai bis zum 19. Juni werden 106 Produktionen gezeigt. Darunter sind 17 Uraufführungen mit klassischem und aktuellem Hintergrund. Zu sehen sind unter anderem Inszenierungen aus Israel und Ägypten.

Das Leipziger Projekt sei „eine der aufregendsten Inszenierungen zum Thema“, sagte Franz Peschke, künstlerischer Leiter der Ruhrfestspiele Recklinghausen am Dienstag in einer Erklärung. Gleichzeitig sei es „ein Beweis für Lübbes große Kunst des Regieführens und auch für seine Arbeit mit Sprache und Chören“. LVZ.de sprach mit Intendant und Regisseur Enrico Lübbe.

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Premiere im Schauspiel Leipzig: Enrico Lübbes Doppelstück zur aktuellen Flüchtlingskrise wurde am Freitagabend erstaufgeführt. Er inszenierte das 2500 Jahre alte Stück „Die Schutzflehenden“ des Dichters Aischylos mit dem zeitgenössischen Stoff von Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“.

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Herr Lübbe, Glückwunsch zur Einladung! Hätten Sie gedacht, dass dieses Chor-Experiment in Verbindung mit dem hochbrisanten Flüchtlingsthema solche Kreise ziehen wird?
Diese Arbeit war tatsächlich von Anfang an etwas Außergewöhnliches: sowohl in der Vorbereitung als auch im Probenprozess. Ich habe bislang noch nie erlebt, dass Probenarbeit und Realität sich so tangierten und wir uns ständig befragen mussten. Vielleicht ist das Besondere des Abends aber auch genau dadurch entstanden. Und das funktioniert im Aischylos durch die enorme Dimension des antiken Textes, bei Jelinek durch die Direktheit und Aktualität – und schließlich wie beides aufeinandertrifft.

Gibt es eine „Reisebesetzung“ mit einigen Profis, oder wird der komplette, 50-köpfige Laienchor bei dem Festival auftreten? Das wäre sicher etwas ganz Besonderes…
Wir haben allen Beteiligten auf der Bühne angeboten und sie ausdrücklich gebeten, doch bitte bei den Ruhrfestspielen mit dabei zu sein. Jeder auf der Bühne hat seinen Anteil an der Arbeit, Theater ist nun mal eine Teamleistung. Und das wollen wir dort auch so zeigen.

Welches Signal kann Leipzig mit diesem Stück auf dem Festival an Besucher / Theatermacher in Europa senden?
Ich empfinde die Einladung durchaus als Bestätigung, dass diese Inszenierung einen überzeugenden theatralen Zugang zu diesem Thema gefunden hat. Ein Thema, das momentan ja auf vielen deutschen und europäischen Bühnen versucht wird, zu bearbeiten. Damit kommt zu diesem Thema aus Leipzig ein starkes und wichtiges Zeichen in Zeiten, wo allerorts kontrovers über die Themen Flucht und Asyl diskutiert wird.

Die „Ruhrfestspiele Recklinghausen – A World Stage 2016“ finden vom 1. Mai bis zum 19. Juni statt. Der Ticketvorverkauf beginnt am 21. Januar unter www.ruhrfestspiele.de. Bereits am 6. Und 21. Februar wird die Inszenierung „Die Schutzflehenden/Die Schutzbefohlenen“ auch wieder auf der Leipziger Bühne zu sehen sein. Weitere Vorstellungstermine am 20.3., 9.4. und 28.5.

(mit dpa)

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