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Stefan Ferdinand Etgeton gewinnt den MDR Literaturwettbewerb

Stefan Ferdinand Etgeton gewinnt den MDR Literaturwettbewerb

Eine winzige Pause, kaum merkliches Zögern. Er habe sich "gefreut über die Qualität der Texte ... diesmal", sagt Clemens Meyer. Als Jurysprecher hat er am späten Montagabend im Haus des Buches die Gewinner des 19. MDR-Literaturwettbewerbs zu verkünden.

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Siegerlächeln: Sarah J. Ablett, Stefan F. Etgeton, Kathrin Schmidt (v.l.).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Dass es keine leichte Entscheidung war, glaubt sofort, wer die sieben Finalisten erlebt hat. Weil - diesmal - das Gute so dicht beieinanderlag. Auch sind sich Zuschauer und Jury einig: Stefan Ferdinand Etgeton ist Publikumsliebling und gewinnt den 1. Preis, macht 1000 plus 5000 Euro, wovon er "relativ kurzfristig erstmal die Miete bezahlen will". Dann "Urlaub oder so. Die Klassiker eben."

Etgeton hat Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Niederlandistik studiert, ist 1988 geboren und damit der Jüngste der letzten sieben, die von neun Vor-Juroren aus über 1500 Bewerbern gewählt wurden. Er beruft sich für seinen Text "stechen oder wie ich einmal nach halle zog" auf die Beat Generation und liest ihn auf Spoken-Word-Weise, die sofort Begeisterung auslöst. Die Abendjury lobt das "Wortkunstwerk" und den "Sprachwitz" und auch das "große Risiko" dieser eigentlich lapidaren Geschichte einer Ost-West-Begegnung. Der aus Köln zugezogene Ich-Sprecher erlebt das Plattenbaugebiet Halle-Neustadt, wie ein Außerirdischer einen Schrebergartenverein empfinden muss. Neu ist das also nicht, aber eben amüsant, unterhaltsam und sehr sympathisch.

Literarisch überzeugt Kathrin Schmidt. Die Deutsche Buchpreisträgerin des Jahres 2009 und, Jahrgang 1958, Älteste der Runde hat mit "St. Egidien" eine klassische Kurzgeschichte eingereicht . Sprachlich dicht, gleichnishaft und rundum souverän erzählt sie von einer alten Frau, die die 79 Stufen zu ihrer Wohnung kaum noch schafft, sich aber weigert, zu ihrem Sohn nach Kuhschnappel zu ziehen. Sie entkommt dem Dilemma auf märchenhafte Weise. Das mag zu erwachsen und solide sein für einen Abend, der über dreieinhalb Stunden - wie immer live auf MDR Figaro übertragen - neben Abwechslung unbedingt Überraschungen braucht. Schmidt gewinnt den 3. Preis, verbunden mit 1500 Euro.

Für die Abwechslung sorgt die Acoustic-Latin-Band Caminho aus Dresden, deren Album "Volviendo" am Sonntag erst Premiere feierte. Zu den kleinen Überraschungen gehört die Zweitplatzierten (2500 Euro), Sarah J. Ablett, mit "Mädchen", der Geschichte einer beginnenden Freundschaft in einem sogenannten Problemviertel. Die Jury lobt Humor und Poesie und dichte Atmosphäre. Das ließe sich, mal mehr, mal weniger, auch über die Texte von Alexandra Grüttner-Wilke, Dilek Güngör, Dilek Güngör und Martina Klein sagen.

Lektüre-Tipp: Michael Hametner (Hrsg.): Die Taubenjägerin - Die besten Geschichten aus dem MDR-Literaturwettbewerb 2014. poetenladen Verlag; 192 Seiten, 12,80 Euro

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2014
Janina Fleischer

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