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Stellvertreter wird Chef in München

Anthony Bramall verlässt Leipzigs Oper Stellvertreter wird Chef in München

Mit dem Ende der laufenden Spielzeit gibt Anthony Bramall, Jahrgang 1957, sein Amt als Stellvertretender Generalmusikdirektor der Oper Leipzig auf, das er seit der Saison 2012/13 bekleidete. Nun wird er Generalmusikdirektor des Münchner Gärtnerplatz-Theaters.


Quelle: kfm

Leipzig. „Am 22. Juni ist Schlüsselübergabe, am 8. Oktober geht es los. Zunächst mit einem Tag der offenen Tür, dann folgen am 13. und 14. Oktober zwei Eröffnungsgalas, am 19. Oktober dann mein erste Premiere als Generalmusikdirektor: Lehárs ,Lustige Witwe’.“ Anthony Bramall, Jahrgang 1957, seit fünf Jahren und noch einen Monat lang Stellvertretender Generalmusikdirektor der Oper Leipzig, muss sich ein wenig Mühe geben, in den Zuversichts-Modus zu schalten. Denn im Moment sieht es, schaut er auf der Baustelle, vorbei für den britischen Dirigenten noch nicht so aus, als sei bis dahin alles fertig.

Seit fünf Jahren wird das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz generalsanisert, zeigt das Haus seine Produktionen verteilt auf andere Häuser der Bayerischen Landeshauptstadt. Damals trat Intendant Josef E. Köpplinger sein Amt an – bislang hat also auch er noch nie im eigenen Haus gespielt. Also kann der Hausherr es ebenfalls nicht mehr abwarten: „Wenn der Vorhang in diesem Herbst aufgeht, dann ist das wirklich wie Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Namenstag zusammen“, sagte er dem „Münchner Merkur“. Und weil sein Intendant so zuversichtlich ist, gibt auch Bramall sich verhalten optimistisch: „Es wird schon klappen. Es muss klappen – wir haben keinen Plan B.“

Wenn es dann also klappt, übernimmt Anthony Bramall in seiner ersten Saison als Generalmusikdirektor 30 Vorstellungen und drei der insgesamt acht Musiktheater-Premieren am Gärtnerplatz: Auf die „Witwe“ folgen am 22. März 2018 Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“ und am 14. Juni „Der tapfere Soldat“ von Oscar Straus. Daneben steht Spieloper auf dem Spielplan, Musical und auch gemäßigte Moderne, etwa „Die weiße Rose“ von Udo Zimmermann.

Bramall: „Das Repertoire am Gärtnerplatztheater ist sehr breit gefächert, so breit, wie das, was ich an der Oper Leipzig dirigiert habe.“ Und so kann er mit „Maria Stuarda“ bereits in seiner ersten Saison an den vielleicht wichtigsten Faden anknüpfen, den er in Leipzig in den vergangenen Jahren gesponnen hat: ans Belcanto-Repertoire. Verdis „Traviata“ und „Nabucco“, Rossinis „Barbier von Sevilla“, „La Cenerentola“ und der „Türke in Italien“, Donizettis „Don Pasquale“ und seine „Lucia di Lammermoor“ – einige der größten musikalischen Erfolge der letzten Jahre gehen auf Bramalls Konto. „Ich habe“, sagt er dazu, „besonders in diesem Repertoire meinen Hang zur Recherche ausgelebt. Bei ,Lucia di Lammermoor’ haben wir praktisch eine Neuedition der Oper erstellt.“

Wobei Bramalls hinterfragende Akribie in Leipzig beileibe nicht nur dem Belcanto-Repertoire zugute kam. Strawinskys „Rake’s Progress“, Zimmermanns „Pax questosa“ und Bernsteins „Trouble in Tahiti“, Puccinis „Butterfly“, „Tosca“ „Bohème“ und „Manon Lescaut“, Gounods Faust-Oper „Margarethe“, Verdis „Requiem“, Wagners „Fliegender Holländer“, Humperdincks „Dornröschen“ ... Bramall hat sich in Leipzig quer durchs Repertoire dirigiert und es dabei besonders genossen „Einsichten zu vertiefen. Denn hier habe ich viele Werke neu befragt, die ich vorher bereits dirigiert hatte. Das ist manchmal sehr hilfreich.“

Tatsächlich hat der gebürtige Londoner auch vor seiner Leipziger Stellvertreter-Zeit wenig ausgelassen. Als Assistent des Generalmusikdirektors in Pforzheim (ab 1981), als Kapellmeister und Studienleiter in Augsburg (1985–1989), als Erster Kapellmeister in Coburg (1989), in gleicher Funktion in Hannover (1990–1995). Als Generalmusikdirektor in Krefeld-Mönchengladbach (1995–2002) und Karlsruhe (2002–2008), als Dirigier-Professor in Weimar (2008–2011) und als Gast an den Pulten der Bayerischen Staatsoper in München, der Semperoper in Dresden, in Göteborg, Tokio, Cagliari, Bukarest, Mexiko-Stadt, in Berlin, Bonn, Darmstadt, Düsseldorf ...

Der Arbeit als Gastdirigent wird er auch als GMD in München treu bleiben. Und so kehrt er bereits mit Anfang der kommenden Saison auch ans Pult des Gewandhausorchester in den Graben der Oper Leipzig zurück und dirigiert am 30. September 2017 die Premiere von Giuseppe Verdis Schiller-Oper „Don Carlo“.

Anthony Bramall in der Oper Leipzig: 2. Juni („Nabucco“), 5. Juni (Ballett: „Carmina burana – A Dharma At Big Sur“), 9. Juni (Ballett: „Don Juan – Mozart à deux“), 20. Juni (Ballett: „Van Gogh“), ab 30. September: „Don Carlo“; Karten (15–78 Euro) u.a. in allen LVZ-Geschäftsstellen, über die gebührenfreie Hotline 0800 2181050 und auf www.lvz-ticket.de, unter Telefon 0341 1261261 oder an der Opernkasse

Von Peter Korfmacher

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