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Streit um Leipziger Stahlplastik: DDR-Auftragsarbeit seit Jahren nicht aufgestellt

Streit um Leipziger Stahlplastik: DDR-Auftragsarbeit seit Jahren nicht aufgestellt

Seit Jahren kämpft der Berliner Achim Kühn für den Erhalt seiner Kunst. Zu DDR-Zeiten wurde er beauftragt, die Stahlplastik „Reflexion“ für den Innenhof des heutigen Grassi-Museums zu schaffen.

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So sah die Stahlplastik Achim Kühns nach der Aufstellung im Innenhof des Grassi-Museums aus. Wegen Korrisionsschäden musste das Werk Mitte der Neunzigerjahre abgebaut werden.

Quelle: Atelier Achim Kühn

Leipzig. In den Neunzigerjahren wegen Sanierungsbedarf abgebaut, wartet die Plastik nun auf einen neuen Einsatz. Doch dafür, so scheint es, fühlt sich niemand zuständig.

„Es ist eine große Ehre für einen Künstler, von einem so bedeutenden Museum einen Auftrag zu bekommen“, sagt Helgard Kühn. Sie verwaltet die Sammlung ihres Mannes. „Umso mehr bedauern wir, dass das Werk nicht wieder aufgestellt wurde.“ 1984 wurde die Stahlplastik im Innenhof des damaligen Museums für Kunsthandwerk errichtet. Heute steht sie im Depot.

Auftragsarbeit aus den Achtzigerjahren

Das Artefakt musste bereits 1993 aufgrund von Rostschäden abgebaut werden. „Damals war es ein Risiko, die Plastik hätte leicht aus der Verankerung im Boden reißen können“, so Olaf Thormann, stellvertretender Direktor des Grassi-Museums. Im Gebäude sind heute außerdem auch die Museen für Musikinstrumente und für Völkerkunde angesiedelt. Alle Parteien müssten einer Aufstellung zustimmen, dabei ginge es auch um Paritätsdenken. „Die Stahlplastik Reflexion ist aus dem Geist der Zeit heraus eine relevante Arbeit, daher ist es wünschenswert, einen Platz im öffentlichen Raum zu finden“, so Thormann.

Obwohl der stellvertretende Direktor betonte, dass er das Anliegen Kühns und seiner Frau verstehe, seien dem Museum die Hände gebunden. „Aufgrund unserer finanziellen Situation fehlen uns einfach die Mittel, die Plastik im öffentlichen Raum aufzustellen.“ Die Sanierungskosten könnten nur im Zusammenhang mit Plänen für eine Neuaufstellung benannt werden, unter Beachtung weiterer Konditionen wie beispielsweise regelmäßige Pflege. Mit der Stadt sei schon 2004 der Rabensteinplatz nahe dem Museum als neuer Standort diskutiert worden.

Zuständigkeit scheint ungeklärt

Aus dem Kulturamt hieß es, es herrsche Konsens über den neuen Standort, doch zunächst müsse das Grünflächenamt generell über die Sanierung des Platzes entscheiden. „Es warten viele Projekte auf Finanzierung, und die muss auch in diesem Fall geklärt werden“, so Ansgar Scholz von der Sachkenntnisleitung im Kulturamt.

Das Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer wiederum bestätigte, dass man für das kommende Jahr eine Umgestaltung des Rabensteinplatzes unter denkmalpflegerischen Aspekten prüfe. Dabei würde auch überlegt, ob Kühns Plastik Teil dieser Neuerung werden könne. Entschieden sei jedoch noch nichts. Geht es also um Geld, um den Standort – oder fühlt sich schlicht niemand zuständig?

Zukunft bleibt ungewiss

„Seit 2004 wissen wir von dem Plan für einen neuen Standort“, sagt Helgard Kühn. „Und obwohl er nicht gefragt wurde, ist mein Mann einverstanden. Nur gehandelt hat bis heute niemand.“

Kühn wurde 1942 in Berlin geboren, als Sohn des Schmieds und Metallkünstlers Fritz, der einst im Pariser Louvre ausstellte. Achim Kühn hat über 60 Kunstwerke für den öffentlichen Raum geschaffen. Zu seinen Arbeiten zählen der Eingang zum Kröpeliner Tor in Rostock und zahlreiche Brunnen in Berlin.

Auch in Leipzig war er aktiv, übernahm neben dem Auftrag für die Stahlplastik „Reflexion“ auch die Innengestaltung der 1982 geweihten Propsteikirche St. Trinitatis in der Emil-Fuchs-Straße.  Auch die Zukunft dieses Werkes ist ungewiss. Wenn die Leipziger Propstei-Gemeinde in den Neubau am Wilhelm-Leuschner-Platz zieht, ist unklar, was aus dem alten Kirchengebäude wird.

Josephine Heinze

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