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Studie: Leipziger Gewandhaus großer Wirtschaftsfaktor

Jährlich 40 Millionen Euro Studie: Leipziger Gewandhaus großer Wirtschaftsfaktor

Die Konzerte des Gewandhauses spülen Hotels, Gaststätten, Einzelhandel und Verkehr große Summen in die Kasse. Denn viele der Besucher gehen im Anschluss an ein Konzert essen und einkaufen, übernachten in einem Hotel vor Ort und nutzen den ÖPNV. Mit rund 40 Millionen Euro jährlich ist der Kulturbetrieb ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, so das Fazit einer Studie.

„Grosses Concert“ im Rahmen von „1000 Jahre Leipzig“ im Gewandhaus.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Das Gewandhaus fördert nicht allein das Image der Musikstadt Leipzig, es ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das ist das Ergebnis einer Studie zur Umwegrentabilität des Konzerthauses, die vom Vorstand des Gewandhauses in Auftrag gegeben wurde. Am Donnerstag ist sie vor Stadträten, Sponsoren und Medienvertretern von Direktor Andreas Schulz und Verwaltungschef Gereon Röckrath, sowie Wilhelm Althammer von der Handelhochschule Leipzig (HHL) vorgestellt worden. Laut der Initiatoren ist es die erste Studie zu den ökonomischen Effekten eines Konzerthauses in Deutschland.

Einnahmen übersteigen Subventionen

Die Studie entstand im Rahmen eines Praxisprojekts an der Handelshochschule Leipzig. Unter Federführung des Makroökonomen Althammer befragten Studenten der Handelsschule 1721 Besucher von Eigen- und Fremdveranstaltungen des Konzerthauses in der Saison 2011/2012 detailliert zu Herkunft, Reisegrund, Einkommen, Bildungsgrad, Unterkunft und Ausgabeverhalten.

Ergebnis: Die ökonomischen Effekte des Konzerthauses aus Eigen- und Fremdveranstaltungen liegen bei knapp 40 Millionen Euro – das sind 24 Millionen Euro mehr als die städtischen Zuschüsse von rund 16 Millionen Euro. Den Löwenanteil mit 19 Millionen Euro machen laut der Studie die direkten ökonomischen Effekte aus dem Kulturtourismus aus – darunter zählen Übernachtungen, Gastronomie, Verpflegung, weitere Freizeitaktivitäten, Einzelhandel, Verkehr. Mit einbezogen sind dabei auch die Ausgaben der Gewandhausmitarbeiter und Hotelübernachtungen der Künstler.

Andreas Schulz, Gewandhausdirektor

Andreas Schulz, Gewandhausdirektor

Quelle: André Kempner

Darauf folgen die indirekten Effekte, die Vorleistungen von Tourismus und Gastronomie berücksichtigen. Sie betragen rund 12 Millionen Euro. Einnahmen durch Konzerte des Gewandhausorchesters außerhalb der eigenen Hallen etwa in der Thomaskirche oder der Oper wurden in die Studie nicht mit eingerechnet.

Die fiskalischen Rückflüsse an den Staat belaufen sich auf acht Millionen Euro. Die Stadt Leipzig erhält nur knapp 600.000 Euro. Die Gründe sind Abzüge durch die Einkommenssteuer der Gewandhausmitarbeiter und die Umsatzsteuer aus dem Kulturtourismus, sowie der Vertragsschlüssel, der die Abgabenaufteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen regelt.

Kultur auch als ökonomischen Zugewinn begreifen

Ziel und Zweck der Studie ist es laut der Initiatoren nicht etwa, den Wert von Kultur zu messen oder ihre Existenz an Zahlen festzumachen. Schulz und Röckrath: „Die Studie soll vielmehr ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Kulturbetriebe nicht nur Kosten verursachen und Empfänger öffentlicher Mittel aus Steuergeldern sind, sondern auch ökonomische Effekte erzeugen. Durch unser Tun entstehen Arbeitsplätze, profitiert die Gastronomie, Hotelerie und werden Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe erzielt, die weit über dem Betrag zugeführter Subventionen liegen.“ Diese Erkenntnis will der Vorstand als Argument in Diskussionen über künftige Kulturfördermittel anführen.

Gekostet hat die Studie das Gewandhaus übrigens nichts. Die Wissenschaftler der HHL erhielten im Gegenzug für ihre Arbeit Freikarten für diverse Konzerte des Orchesters.

Von Oliver Becker

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