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Sunrise Avenue: Frauenabend in Funkytown

Arena-Konzert Sunrise Avenue: Frauenabend in Funkytown

Sunrise Avenue spielte am Sonnabend mit 32-köpfiger Verstärkung ein ellenlanges Programm in der ausverkauften Arena Leipzig. In den Texten geht es um Liebe, Liebe und Liebe. Und um den Sündenfall.

Großes Besteck: Samu Haber mit Sunrise Avenue und dem Wonderland-Orchester.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Nach knapp zweieinhalb Stunden ist sie endlich weg, diese tonnenschwere Anspannung. Samu Haber fällt erleichtert auf die Knie, lächelt zufrieden und verneigt sich – nicht nur aus Dankbarkeit vor dem Leipziger Publikum. Erleichtert ist der Frontman von Sunrise Avenue auch, weil das Experiment in der bis auf den letzten Winkel besetzten Arena am Sonnabend geglückt ist, gemeinsam mit 32 zusätzlichen Musikern auf der Bühne zu stehen.

Unterstützt wurden der smarte Blondschopf und seine vier Bandmitglieder nämlich vom Wonderland-Orchester. Genau das war auch der Grund, bereits nach neun Monaten erneut in Leipzig ins Rampenlicht zu treten. Vor dem Völkerschlachtdenkmal auf der „Fairytales Best-of-Tour“ hatten Samu Haber & Co zuletzt ihre Fanschar in Verzückung versetzt.

In der Arena Leipzig haben Sunrise Avenue am Samstagabend ihre Fans begeistert. (Bilder: Wolfgang Zeyen)

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Beim Sitzkonzert in der Arena halten sich die Damen im Publikum dieses Mal zurück. Nur selten bricht das Gekreische die sich aufbauende Stimmung, der es nun manchmal bedarf, wenn Streicher und Bläser auf ihren Instrumenten von Leise Richtung Laut wandern. Nicht immer ganz glücklich wirkt bei diesen Aktionen der 39-jährige Finne. Für den Schmachthymnen-Meister sind das aber nun mal die Geister die er rief. Denn wenn sich die Soft-Popper in den vergangenen zehn Jahren einen Namen gemacht haben, dann mit Balladen.

Die Texte drehen sich folgerichtig um alle Facetten der Liebe. So ist es auch nicht verwunderlich, dass drei Viertel des Leipziger Publikums weiblich sind. Herren wirken im Saal fast wie Fremdkörper, selbst an den überwiegend verwaisten Bier-Ständen. Positiver Nebeneffekt des Frauenüberschusses: Selten roch es in der stickigen Halle so angenehm. Parfümwolke folgt auf Parfümwolke.

Volle Bühne, ausverkaufter Saal

Volle Bühne, ausverkaufter Saal.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Es wäre aber zu banal, das Konzert an eben jenen Stereotypen festzumachen. Außerdem falsch. Denn auch, wenn die für diese Tour wohl in Stein gemeißelte Setliste keinen Spielraum für Überraschungen zulässt, so war sie mit 21 Songs wohl mehr als gut bestückt. Offenbar ist es nicht ganz so einfach, mit Orchester im Rücken den Ablauf spontan zu ändern. Deshalb gleicht die Songliste auch bis ins Detail der, die tags zuvor in Köln gespielt wurde.

Besonders positiv aus dem Rahmen fallen „Unholy Ground“ und „Hurtsville“. Titel, wie sie eben nur Finnen erfinden können – mit düsterem Anstrich. Auf dem Acker des Bösen treibt eine Dame ihr Unwesen, die Samu Haber wohl derart den Kopf verdreht hat, dass er ihr diesen Song widmete. Verbotene Früchte sind nun mal die besten. Düster verstärkt die Violone die Dramatik des Sündenfalls – so wird das sonst nur von Apocalyptica auf dem Cello gespielt. Für den kleinen Exkurs verzieht sich die Band ans andere Ende der Halle.

Zurück auf der Bühne spielt das „Wonderland-Orchester“ seine volle Kraft aus. Im Western-Galopp, getragen von den Bläsern und Streichern, geht es in die „Funkytown.“ Nur der Hip-Hop-Anfall von Pianist Osmo Ikonen, der zweifelsohne zum Song gehört, hätte besser umschifft werden können. Vergessen ist das alles spätestens bei „Fairytale gone bad“ und „Hollywood Hills“.

Von Alexander Bley

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