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Sympathische Wikinger: Amon Amarth im Haus Auensee

Souveräner Auftritt, unnötige Soundprobleme Sympathische Wikinger: Amon Amarth im Haus Auensee

So müssen Konzerte sein: Knapp zwei Stunden lang zelebrierten Amon Amarth am Mittwoch im Haus Auensee ihren Wikinger-Metal und sorgten beim Leipzig-Gastspiel für begeisterte Fans. Auch im Vorprogramm hatten die Schweden einiges zu bieten – obwohl Soundprobleme den Abend überschatteten.

Sympathischer Hüne: Amon-Amarth-Frontmann Johan Hegg beim Konzert im Haus Auensee.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Dass das Gefälle im Klangbild der beteiligten Bands bei einem Konzertabend denkbar groß sein kann, ist dem erfahrenen Konzertgänger hinreichend bekannt. Dass der Unterschied aber derart gravierend ausfällt wie beim Leipzig-Gastspiel der Schweden von Amon Amarth am Mittwochabend, war so nicht unbedingt zu erwarten.

Pathos und Publikumsnähe

Der Auftakt verspricht bereits einen gelungenen Abend. Überpünktlich entern Grand Magus die Bühnenbretter der mit knapp 2500 Besuchern sehr gut gefüllten Halle – und haben das Publikum bereits nach wenigen Takten voll auf ihrer Seite. Es ist faszinierend, mit welcher Leichtigkeit es dem Trio gelingt, das Feeling aus der Hochzeit des heftigen Gitarrenrock ins Jetzt zu transportieren. Wundervoll ursprünglich türmen sich da Riffwände auf, wird tief in der Rock-Schatzkiste gewühlt, um Werke zu produzieren, die sich auch hinter Genre-Großtaten der Marke Black Sabbath oder Rainbow nicht verstecken müssen. Vorgetragen werden Songs wie „Varangian“, das mächtige „Iron Will“ oder das majestätische „Like The Oar Strikes The Water“ trotz allem Pathos erfrischend unprätentiös – und mit glasklarem Sound. Die Truppe um Frontmann Janne Christoffersson gibt sich dabei mit knackigen Ansagen erfreulich publikumsnah. Ein Einstand nach Maß, wie auch die erst lange nach Ende des Sets verhallenden Fanchöre verdeutlichen.

Special Guest mit Soundproblemen

Dass die US-Thrasher Testament einen großen Vertrauensvorschuss beim Publikum genießen, zeigt sich schon am deutlich knapper werdenden Platz vor der Bühne. Die hohen Erwartungen können Frontmann Chuck Billy und seine Hintermannschaft allerdings nicht halten, der Sound macht dem Quintett ein ums andere Mal einen Strich durch die Rechnung. Viel zu laut und undifferenziert nimmt man der mit „Brotherhood Of The Snake“, „Rise Up“, „Disciples Of The Watch“ oder „Into The Pit“ bärenstark besetzten Setlist fast gänzlich die stilistischen Feinheiten. Stimmung will nicht so recht aufkommen. Da hilft es auch nicht, dass man mit Drummer Gene Hoglan und Bassist Steve Di Giorgio eine der besten Rhythmusfraktionen des Genres zu bieten hat. Eine vertane Chance.

Eigenständige Wikinger

Ein gänzlich anderes Bild bietet der Headliner des Abends. Amon Amarth haben sich in 24 Jahren Bandgeschichte einen völlig eigenständigen Stil erarbeitet, der dem ursprünglichen Death Metal inzwischen weit entwachsen ist. Entsprechend frenetisch fallen die Reaktionen des bunt gemischten Publikums bereits beim eröffnenden „The Pursuit Of Vikings“ aus.

In der Folge bieten die Schweden einen breiten Querschnitt über das eigene Schaffen, neben den brandneuen „First Kill“ und „The Way Of Vikings“ finden auch „Cry Of The Blackbirds“, „Destroyer Of The Universe“ oder der Band-Klassiker „Death In Fire“ Beachtung. Dreh- und Angelpunkt der knapp zweistündigen Show ist Frontmann Johan Hegg, der mit sympathisch-holprigen deutschen Ansagen punkten kann.

Unnötige Showeinlagen

Einzig die immer wieder die Songs begleitenden Darsteller, die auf der Bühne in Wikingerkostümen für passende Untermalung sorgen sollen, wirken zwischen all der musikalischen Klasse deplatziert, lassen das Konzert streckenweise gar unfreiwillig komisch erscheinen. Angesichts der Souveränität, mit der Amon Amarth ihr Programm bestreiten, sind die Showeinlagen jedoch zu verschmerzen. Der abschließende Jubel nach dem finalen „Twilight Of The Thunder God“ ist jedenfalls mehr als verdient.

Von Bastian Fischer

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