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Tanzperformance in Red-Bull-Arena - "Turn!" soll 2000 Teilnehmer bewegen

Tanzperformance in Red-Bull-Arena - "Turn!" soll 2000 Teilnehmer bewegen

"Jeder, der hier steht, soll mitmachen!", ruft die Choreographin Heike Hennig die Zuschauer im Foyer des Zeitgeschichtlichen Forums auf. Dort springen am Mittwochabend etwa 20 Menschen im Kreis, marschieren synchron.

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Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Die Tanzperformance soll am 2. Juni in der Red-Bull-Arena stattfinden und fast 2000 Menschen in Bewegung setzen.

Die holländische Künstlerin Anna Hoetjes stellt ihr Projekt "Turn!" vor: "Schon vor zwei Jahren kamen mir erste Gedanken, ein Kunstprojekt über Sport und Bewegung zu realisieren." Neben der Beziehung zwischen Kunst und Sport ist vor allem das Zusammenspiel von Individuum und Masse eines der Hauptthemen des Abends, über die Brit Schlehan vom Kunstverein Leipzig, die Philosophin Konstanze Schwarzwald und Arno Müller, Juniorprofessor für Sportphilosophie an der Universität Leipzig reden und philosophieren. Schlehan, die parallel zu den Olympischen Spielen 2012 in London eine Sportausstellung plant, erläutert die Verbindung zwischen Kunst und Sport. Ihr Fazit: "Sportler und Künstler sollten voneinander lernen - die Massenchoreographie leistet einen ersten Beitrag dazu."

Konstanze Schwarzwald, die auch Seminare an der HGB leitet, warnt ihre Zuhörer vorab: "Meine Damen und Herren, erschrecken sie nicht, es wird philosophisch!" - und das wird es, als sie über die "empraktische Bewusstwerdung des Individuums in der Masse" am Beispiel der Loveparade als Massenphänomen sinniert. "Empraktisch" bedeutet soviel wie "leiblich eingebundenes Handeln, Vollzugswissen".

Arno Müller hält sich kurz, aber durchaus gewitzt und klärt gleich zu Beginn: "Ich werde Fragen stellen, aber keine Antworten darauf geben." Eine von ihnen lautet: "Darf Sport zu einem speziellen Zweck eingesetzt werden?"

In der abschließenden Podiumsdiskussion kommen neben Hoetjes und Hennig der Sportphilosoph Volker Caysa und der Professor für Theaterwissenschaften Patrick Primavesi zu Wort. Thema ist unter anderem der individual-ästhetische Aspekt des Sports. Caysa: "Sport ist Lebenskunst, die Kunst, mit seinem Körper umzugehen." Auch Hennig betont, dass sie die Choreographie so gewählt hat, dass jeder mitmachen und eben jene Lebenskunst praktizieren könne.

Hoetjes nennt den Grund, warum sie Massenveranstaltungen einerseits faszinieren, aber gleichzeitig auch abschrecken: "Das Individuum wirkt verloren, wie ein Pixel auf einem großen Bild", doch es sei beeindruckend, wie auch der Einzelne die Masse beeinflussen könne.

Nikta Vahid

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