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Tanzzenit Leipzig reist den Klängen hinterher – und findet die innere Melodie

Premiere Tanzzenit Leipzig reist den Klängen hinterher – und findet die innere Melodie

Es ist die Abschlussproduktion der Tanzschüler in diesem Jahr. Der Leipziger Verein Tanzzenit hat am Sonntag in der Nato mit der Choreographie „Mensch – deine Lieder“ Premiere gefeiert. Eine Reise durch die Welt der Klänge und Lieder – bis ins Innerste des Menschen.

Szene aus der Choreographie „Mensch – deine Lieder“, die am Sonntag in der Nato Premiere gefeiert hat.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Jeder Mensch trägt sein eigenes Lied im Inneren. Eine schöne Annahme, die die Tänzerinnen des Vereins Tanzzenit ihrem neuen Stück „Mensch – deine Lieder“ zugrunde legen. Es ist die Abschlussproduktion der Tanzschüler in diesem Jahr. Einmal pro Woche haben sie, von den ganz Kleinen bis zu den Erwachsenen, an den Choreografien gefeilt und auf die Premiere hingearbeitet. Am Sonntagabend in der Nato ist es soweit, die stolze Verwandtschaft drängt sich dicht an dicht.

In der Hauptrolle begibt sich Tänzerin Sophia Kettelgruber auf die Suche nach ihrer inneren Melodie. Verspielt und naiv agiert sie, wie aus allen Wolken auf die Erde gefallen. Sie hat nur einen stetigen Begleiter: die Stille. Diese mimt den Erzähler und begleitet Sophias Reise durch die Welt der Klänge und Lieder. Man muss sich nur umschauen, musikalische Inspiration versteckt sich überall. Zum Beispiel der Wind und die Wildvögel kennen viele Lieder. Oder hat Sophia ihre Melodie im Traum verloren?

Verzückung in allen Gesichtern

So reihen sich charakteristische Szenerien aneinander mit so vielversprechenden Namen wie „Die Wanderer“, „Die Wellen“ oder „Die Sehnsüchtigen“. Jeweils eine Klasse der Tanzschule verkörpert den Titel und den Text eines Liedes mit nicht immer ganz nachvollziehbaren, aber stimmungsvollen Bildern. Wirklich gelungen ist die Darstellung des Wasser-Themas der jugendlichen Modern-Jazz-Gruppe sowie auch die Szene „Die Kämpfer“, in der die fortgeschrittenen Tänzer eine Art kraftvollen Stammestanz präsentieren.

Für Verzückung in allen Gesichtern sorgen natürlich die Kleinsten ab sechs Jahren, bei denen noch nicht immer alles rund läuft. Aber das verzeiht man an so einem Abend gern. Durch all diese Szenerien tanzt sich leichtfüßig und grazil die neugierige Sophia Kettelgruber. Hier wird großes Talent sichtbar. Schließlich haben auch noch die Profis selbst, Undine Werchau und Johanna Kecke, einen Solo-Auftritt. Sie gründeten gemeinsam mit Sophia Rändler – allesamt Palucca-Absolventinnen – vor neun Jahren den Verein Tanzzenit. Dieser Abend zeigt, dass der tänzerische Nachwuchs in Leipzig sich durchaus sehen lassen kann.

Ihr Lied – es war von Anfang an in ihr

Obwohl das Thema es anbietet, konzentriert sich „Mensch – deine Lieder“ weniger auf die Verkörperung innerer emotionaler Zustände als auf tatsächliche Dinge der Umgebung. Mensch, deine Lieder sind also die Klänge der Natur? Auch das ist eine mögliche Interpretation. Der eigentlich angestrebte Bezug des Stücks zum Rahmenthema Volkslieder hinkt hingegen etwas. Die werden meist nur wenige Sekunden angespielt und geben das Setting für die folgende Szene vor, zum Beispiel „Ich hab die Nacht geträumet“ für die Träumerin oder „Es geht ein dunkle Wolk herein“ für den Wind.

Der Gedanke des Stückes ist ein anderer, schönerer. Die eigene Melodie speist sich nicht aus Volksliedern, sondern findet sich in allem, was uns begegnet. So entdeckt auch Sophia ihr Lied – und es war von Anfang an in ihr.

Tanzzenit: „Mensch – deine Lieder“ wieder am Samstag und Sonntag, je 16 Uhr, im Neuen Schauspiel (Lützner Straße 29) sowie am 11. Dezember in der Nato (Karl-Liebknecht-Straße 46), Eintritt 8/6 Euro

Von Friederike Ostwald

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