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Tempo, Kraft und Leidenschaft: Ballet Revolución in der Oper Leipzig

Bis Sonntag Tempo, Kraft und Leidenschaft: Ballet Revolución in der Oper Leipzig

Kuba ist Musik ist Bewegung ist Kuba. Die 19 Tänzerinnen und Tänzer vom Ballet Revolución haben am Dienstagabend in der Leipziger Oper für Begeisterungsstürme gesorgt. Bis 14. Februar ist die Show zu erleben. Geboten werden waghalsige Sprünge und sinnliche Moves zwischen Ballett und Streetdance – aber vor allem Tempo, Kraft und Leidenschaft.

Bewegendes Tanzspektakel zu starken Rhythmen mit dem Ballet Revolución.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der stürmische Jubel schon zu Beginn der Premiere von „Ballet Revolución“ am Dienstagabend lässt es erahnen: Das Publikum im nicht ganz ausverkauften Saal des Leipziger Opernhauses begrüßt hier keine Unbekannten. Die Tanzproduktion macht nach 2012 und 2014 nun bereits zum dritten Mal für einige Tage Station am Augustusplatz. Wer eine der vorherigen Shows von Ballet Revolución kennen und lieben gelernt hat, wird auch dieses Jahr nicht enttäuscht. Denn am bewährten Konzept der Nummern-Produktion hat sich nichts geändert. Freilich sind in der jetzigen Show neue Nummern dazugekommen, die Choreographien der anderen Titel wurden überarbeitet.

Aber eigentlich ist es egal, ob man bei den Tanzstücken in Erinnerungen schwelgt oder sich zum ersten Mal verzaubern lässt: Ein sensationelles Tanzspektakel liefert die kubanische Company zu einem Mix aus internationalen Pop- und Club-Hits mit karibischen Rhythmen. Eine Augenweide sind die athletischen Körper der jungen Tänzerinnen und Tänzer in Jorge Gonzalez’ fantastischen Kostümen – von einem Hauch von nichts über sportives Dress mit raffiniertem silberfarbenen Einsätzen bis zum schillernden Glitzerkleidchen.

Spitzentanz und knackige Moves

Sicher spielt der Titel „Ballet Revolución“ mit den Klischees von Fidel Castros Insel und lässt an Tempo, Kraft und Leidenschaft denken. Davon strotzen die Choreographien von Roclan Gonzalez Chavez und Aaron Cash zu Titeln wie „Mambo Time Machine“ oder Robin Thickes „Blurred Lines“. Wie selbstverständlich verbindet sich afrokubanische Tanztradition mit Street Dance, Hiphop und Akrobatik, trifft Modern Dance auf klassisches Ballett, verweben sich Spitzentanz und knackige Moves. Atemberaubend sind die Solo-Einlagen der Herren mit kraftvollen Sprüngen oder eben auch einer klassischen Pirouette mit schwindelerregenden zwei Dutzend Umdrehungen.

Und doch gibt es statt Revolución auch ganz viel Emoción wie in Beyoncés Hit „Halo“ mit den drei bezaubernden Damen in ihren schlichten, anmutigen Kleidern. Bei aller technischen Perfektion der Company, die ihre erstklassige Ausbildung an Kubas renommiertesten Ballettschulen nicht verleugnet und Power mit Grazie vereint, berührt und besticht immer die Innigkeit des beseelten Tanzes.

Starke Stimmen sorgen für Gänsehaut

Die Chart-Hits von Beyoncé, Usher & Co. kommen nicht von der Konserve, sondern atmen in den wundervollen Arrangements mit der großartigen Live-Band die karibische Seele. Immer wieder klopfen hier lässig und gefühlvoll Salsa oder Mambo an. Hören kann man die Musiker immer, und die Hammerstimmen von Weston Foster und Janine Johnson sorgen wie in „Roxanne“ von Police oder James Browns „It’s A Man’s Man’s World“ gehörig für Gänsehaut. Zu sehen bekommt man sie nur selten wie zum Beispiel zum umjubelten Solo des Perkussionisten Luis Palacios Galvez, oder wenn sich der Trompeter Thommy Garcia Rojas unter die Tänzer mischt und mit ihnen die Illusion eines Nachmittags in Havannas Altstadt heraufbeschwört. Bei ihrer Coverversion von „Mas que nada“ hat die Band dann die Bühne für sich.

Vor allem in der zweiten Hälfte wird das Showvergnügen allerdings von der ohrenbetäubenden Lautstärke getrübt, in der der fette Sound aus den Boxen dröhnt. Jammerschade ist es, wenn das Publikum seinen eigenen Beifall nicht mehr hören kann – und der hat sich in den weit mehr als zwei Stunden seit Beginn immerhin zu begeistertem Jubel ausgewachsen, wird schließlich im Stehen gespendet und entlockt der Company mit der beneidenswerten Kondition noch eine Zugabe.

Oper Leipzig: Ballet Revolución, Do und Fr jeweils 20 Uhr, Sa 15 und 20 Uhr, So 14 und 19 Uhr. Restkarten im LVZ Media Store in den Höfen am Brühl, in allen LVZ-Geschäftsstellen und an der Tages-/Abendkasse

Von Birgit Hendrich

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