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Tenenbom stellt „Allein unter Flüchtlingen“ im Leipziger Conne Island vor

Eklat im Vorfeld Tenenbom stellt „Allein unter Flüchtlingen“ im Leipziger Conne Island vor

Der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom ist für seine ungeschönten Reportagen bekannt. Vor seiner Lesung am Donnerstag im Conne Island sorgte er für einen Eklat.

Tuvia Tenenbom auf dem Buchtitel zu „Allein unter Flüchtlingen“
 

Quelle: Suhrkamp Verlag

Leipzig. Provokation gehört bei Tuvia Tenenbom zur Grundhaltung. Der israelisch-amerikanische Autor sitzt mit Vorliebe zwischen den Stühlen, schert sich kaum um vermeintliche Konventionen, will unbequeme Wahrheiten offenlegen. Seine Reportagen veröffentlicht Tenenbom seit Jahren weltweit sehr erfolgreich in Form von Büchern, unter anderem zum Antisemitismus in Deutschland und zum Konflikt in Israel. Am Donnerstag stellt er nun sein neuestes Werk „Allein unter Flüchtlingen“ (Suhrkamp) im Leipziger Conne Island vor – entstanden während der sogenannten Flüchtlingskrise in Deutschland. Die Lesung provozierte schon im Vorfeld einen kleinen Eklat.

Ursprünglich sollte der Abend mit Tenenbom im Soziokulturzentrum bereits am 3. Mai als Veranstaltung der Gruppe „Rassismus tötet“ stattfinden, musste dann aber verschoben werden. Nachdem bekannt geworden war, dass der Autor auf Einladung des zum rechten Spektrum gehörenden Magazins „Sezession“ auch in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) lesen wollte, baten die Veranstalter um eine Stellungnahme von Tenenbom. Diese erfolgte angeblich nicht, so dass die Gruppe „Rassismus tötet“ letztlich von der Moderation zurücktrat.

Im Conne Island entschied man sich dazu, Lesung und Diskussion mit Tuvia Tenenbom trotzdem stattfinden zu lassen und übernahm selbst die Organisation. „Tenenbom argumentiert seinen Auftritt vor den Menschen, deren Vorgänger seinen Eltern nach dem Leben trachteten mit seinem Recht darauf, zu jeder und jedem zu sprechen“, heißt in einer Stellungnahme des Soziokulturzentrums. Im aktuellen Buch gehört der Chefredakteur von „Sezession", Götz Kubitschek, ebenso zu den Interviewten wie auch Frauke Petry, Lutz Bachmann, Akif Pirinçci oder Jürgen Todenhöfer.

Ähnlich vorbehaltlos und ohne jegliche Berührungsängste mit Gegnern war Tenenbom auch bei früheren Reportagen und Buchveröffentlichungen vorgegangen. Für „Allein unter Juden“ traf sich Tenenbom beispielsweise mit falschem Namen unter anderem mit führenden Vertretern der Terrororganisation Hamas. Wie es aus dem Conne Island heißt, möchte man lieber mit Tenenbom, anstatt über ihn diskutieren und hofft am Donnerstag auf rege Teilnahme.

Lesung und Diskussion: „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom, 18. Mai 2017 um 19.30 Uhr im Conne Island.

Von Matthias Puppe

Mehr Infos:  www.conne-island.de, www.suhrkamp.de

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