Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Theater Weimar rückt von Inszenierung „Breiviks Erklärung“ ab

Theater Weimar rückt von Inszenierung „Breiviks Erklärung“ ab

Das Deutsche Nationaltheater Weimar distanziert sich von der Inszenierung „Breiviks Erklärung“ in Regie des Schweizers Milo Rau. Das Haus wolle den Argumenten des norwegischen Massenmörders und Rechtsextremisten Anders Behring Breivik, der im Juli 2011 in Norwegen 77 Menschen tötete, nicht ein solches Podium geben, sagte der Geschäftsführer des Theaters, Thomas Schmidt, am Donnerstag.

Voriger Artikel
„Emmanuelle“-Darstellerin und Lady Chatterley Sylvia Kristel an Krebs gestorben
Nächster Artikel
Damaskuszimmer des Dresdner Völkerkundemuseums erstmals dauerhaft zu sehen

Mit seinem Stück über den norwegischen Massenmörder Breivik sorgt der Schweizer Milo Rau bereits vor der ersten Aufführung für Aufregung. Das Deutsche Nationaltheater Weimar bietet ihm dafür kein Podium mehr.

Quelle: dpa

Weimar. Die Inszenierung mit anschließender Diskussion wurde von Rau nun vom e-werk des Theaters in ein privates Kino verlegt. Die „Thüringische Landeszeitung“ hatte am Donnerstag darüber berichtet.

Die deutsch-türkische Schauspielerin Sascha O. Soydan wird dort nun auch für die Öffentlichkeit gesperrte Auszüge verlesen, mit denen Breivik im April vor Gericht in Oslo seine ungeheuerliche Tat zu rechtfertigen versucht hatte. „Der Mann darf nicht zu einem künstlerischen Medium werden“, sagte Schmidt. „Ich finde, dass Theater nicht alles zeigen muss.“ Es gebe auch eine moralische Verantwortung. Nach intensiver Beschäftigung mit Breiviks Erklärung habe sich die Theaterleitung entschlossen, das Stück nicht in ihren Räumen aufführen zu lassen. Rau und das von ihm gegründete International Institute of Political Murder (IIPM) wollen es am 27. Oktober ein zweites Mal im Theaterdiscounter Berlin zeigen.

Die Performance habe sich konzeptionell zu weit vom Ursprungsgedanken der Koproduktion zwischen Rau und dem Nationaltheater entfernt, begründete Schmidt die Entscheidung. Ursprünglich sei ein Projekt  mit der KZ-Gedenkstätte Buchenwald zu den sowjetischen Gulags geplant gewesen. Das hätte auch zum neuen Großprojekt „Die Moskauer Prozesse“ von Rau gepasst. Danach sei Breivik von Rau ins Gespräch gebracht worden; aber nicht in einer dokumentarischen Gerichtsszene, sondern mit seiner Verteidigungsrede.

Rau, Jahrgang 1977, sagte der Zeitung, als Theatermann halte er die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem mittlerweile im Internet verbreiteten Text für dringend geboten. Was Breivik sage, sei „Allgemeingut der neuen Rechten“.

Am Freitag startet Rau mit dem szenischen Kongress „Power and Dissent“ sein Projekt „Die Moskauer Prozesse“ - wie geplant im e-werk. Im März sollen in Moskau der theatrale Schauprozess „Die Moskauer Prozesse“ und im Juni in Bern die Ausstellung „Der dunkle Kontinent“ folgen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr