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Theater der Jungen Welt schenkt Mädchen mit den Schwefelhölzern ein Happy End

Adventslounge Theater der Jungen Welt schenkt Mädchen mit den Schwefelhölzern ein Happy End

Als Wohlfühloase inmitten der adventlichen Betriebsamkeit preist das Theater der Jungen Welt seine Adventslounge an, deren Premiere am Sonntag stattgefunden hat. Intendant Jürgen Zielinski inszeniert Andersens Märchen vom „kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern“ – und verpasst der berührenden Inszenierung ein neues, glückliches Ende.

Berührendes Spiel: Christopher Schleiff, Elisabeth Fues und Alicja Rosinski (von links).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Glühwein und Plätzchen, zwei Geigerinnen spielen weihnachtliche Musik. Zwar gehören sie nicht zum künstlerischen, sondern eher zum technischen Ensemble des Theaters der Jungen Welt, das am Sonntag zur Adventslounge eingeladen hat. Doch dass auch sie ihren Teil zur Besinnlichkeit beisteuern, findet im Publikum großen Anklang.

Als Wohlfühloase inmitten der adventlichen Betriebsamkeit preist sich die Veranstaltung an, bei der Jürgen Zielinski Regie führt, und dieses Versprechen wird auch eingelöst. „Wunderhölzchen und Wunschgewitter“ ist der Untertitel der Vorstellung, eine Variation auf Hans Christian Andersens Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“, und zwar eine tröstlichere als das Original.

Nach der musikalischen und kulinarischen Einstimmung steigt Erzählerin Elisabeth Fues auf einen himmelhohen Berg von Geschenkverpackungen, wo sie sich niederlässt und aus ihrem Märchenbuch vorliest: Es war grausam kalt, und es schneite, es war der letzte Abend im Jahr … Direkt ans Herz greift das Märchen von dem armen, verwahrlosten Kind mit den rot und blau gefrorenen nackten Füßen, das ein Streichholz nach dem anderen anzündet, um sich die Finger zu wärmen. In der Agonie des Erfrierens sieht das Mädchen in der kleinen Flamme wundersame Erscheinungen. Eine gebratene Gans wackelt auf sie zu, an einem Tannenbaum brennen unzählige Lichter, im Ofen flackert ein heimeliges Feuer.

Kein Hunger, keine Kälte, keine Angst mehr

Während die Erzählerin vorliest, führt Christopher Schleiff unten vor ihr eine Handpuppe mit verzotteltem Haar, weit aufgerissenen sehnsüchtigen Augen und der berühmten Zündholzschachtel. Es ist das Mädchen, das verzweifelt dem Tod ins Auge sieht. Es heißt, Andersens Geschichten hätten oft einen traurigen Ausgang, weil er selbst Armut und Not nur zu gut kannte. Wie gut kennen wir sie? Oder gehören wir vielleicht zu denen, die sich am warmen Ofen verschanzen wie die garstige Bäckersfrau, an deren Schaufensterscheibe sich das arme Mädchen die Nase plattdrückt?

Erlöst werden die großen und kleinen Zuschauer von der Marter, als die Erzählerin von ihrem Thron aus gleichsam die Frohe Botschaft verkündet: Da hagelt, blitzt und donnert es, vom Himmel prasseln wie aus einem Füllhorn gute Gaben auf „Arme, Arbeitslose, Flüchtende“, die aus allen Winkeln der Stadt herbeiströmen. Kein Hunger, keine Kälte, keine Angst mehr. Was würde Andersen dazu sagen? Er hat zum Kind ebenso wie zum Erwachsenen gesprochen, doch was noch wichtiger ist: zum Kind im Erwachsenen. Schön, dass die Geschichte immer wieder so berührt.

Adventslounge wieder am 6. Dezember, 15 Uhr, sowie 13. und 20. Dezember, je 17 Uhr, Theater der Jungen Welt (Lindenauer Markt 21), Karten für 12/6 Euro: 0341 4866016

Von Juliane Lochner

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