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Tierschützer protestieren in Leipzig gegen Blutspektakel - 20 Störer auch im Centraltheater

Tierschützer protestieren in Leipzig gegen Blutspektakel - 20 Störer auch im Centraltheater

Unter heftigen Protesten von Tierschützern ging am Samstag das Blutspektakel des Wiener Aktionskünstlers Hermann Nitsch (75) über die Bühne des Leipziger Centraltheaters.

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Demonstranten vor dem Höhepunkt von Hermann Nitschs Drei-Tage-Spiel am 22.06.2013 vor dem Leipziger Centraltheater.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Rund 150 Demonstranten versammelten sich am Nachmittag in der Bosestraße, um gegen das Hantieren mit Tierkadavern und -Blut als Kunstakt Stellung zu beziehen. Einige Gegner hatten offenbar Tickets: Rund 20 Störer seien von Sicherheitsleuten aus der Vorstellung gebracht worden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Gegen drei Personen sei Anzeige erstattet worden, so eine Polizeisprecherin. Seit Wochen tobt der Protest der Tierschützer gegen die Veranstaltung, die am Samstag als "Aktion" den zweiten Tag des 3-Tage-Spiel von Hermann Nitsch bildete. Sechs Stunden dauerte das Spektakel im Centraltheater, das auch den Abschluss der Intendanz Sebastian Hartmanns in Leipzig bildet. Die rituellen Handlungen trieben offenbar auch Zuschauer an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit.

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Momentaufnahme aus der umstrittenen "Aktion" am zweiten Tag des 3-Tage-Spiels von Hermann Nitsch im Centraltheater Leipzig.

Quelle: David Baltzer Centraltheater Leipzig

So musste sich Johann, 24-jähriger Student aus Leipzig, erst einmal ein paar Minuten sammeln, nachdem er die Aufführung gegen 23 Uhr verlassen hatte. "Es war sehr archaisch und radikal. Am spannendsten fand ich, was nebenbei passierte. Wie die 50 Statisten miteinander agierten, alles war komplett durchchoreografiert, es gab Kommandos, einer war mit Trillerpfeife unterwegs... auch das Publikum zu beobachten, war spannend", berichtete er gegenüber LVZ-Online.

Rund 580 Karten hat das Haus für den Abend verkauft. Centraltheater-Sprecher Jan Torke am Nachmittag: „Wird gut voll.“ Zu der Protestkundgebung in der Bosestraße hatte die Tierschutzpartei aufgerufen. Stefan B. Eck, Vorstand der Partei Mensch Tier Umwelt, sprach davon, dass eine geplante Prozession im Rahmen der Nitsch-Aktion verboten worden sei und bezeichnet das als Teilerfolg.

Proteste gegen Sebastian Hartmann - Dyonisches Fest am Sonntag

Abgesehen von Pfeifkonzerten blieb es friedlich. Die Demonstranten, unter ihnen auch auffallend viele Leipziger Bürger, skandierten Rufe wie: „Dreck, Dreck, Dreck, Hartmann weg!“, die sich auf den scheidenden Intendanten des Centraltheaters Sebastian Hartmann bezogen. Dieser stellte sich am Rande der Vorstellung den Fragen der Journalisten, wurde aber stellenweise niedergepfiffen. "Es ist ihr Recht, ihre Meinung auszudrücken. Aber ich glaube, dass wenige der Demonstranten darüber aufgeklärt sind, was heute im Centraltheater zu sehen ist", so Intendant Sebastian Hartmann am Rande der Protestaktion.

Auch der Chef-Dramaturg des Centraltheaters, Uwe Bautz hatte sich im Vorfeld um Einordnung bemüht: „Hier im Theater findet kein Zynismus, keine Ironie, kein leichtfertiges Umgehen mit der Würde und dem Ansehen von Menschen oder Tieren statt, sondern ein hochkonzentrierter Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem man bestimmte Grenzerfahrungen, die wir verdrängt haben, machen kann.“

Nach der konzertanten Einstimmung am Freitagabend, der blutigen Performance am Samstag stand am Sonntag ab 13 Uhr noch das "Dionysische Fest" an. „Wir wünschen uns ein lebensbejahendes, überschäumendes Fest, gemeinsam mit der Stadt“, erklärte Nitsch den dritten Teil seines Spiels, der für die Zuschauer kostenlos ist.

Fotos vom "Dionysischen Fest"

Evelyn ter Vehn/ Johannes Angermann

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