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Träumerisch virtuos: Zirkus Upsala führt im UT Connewitz den Ping-Pong-Effekt vor

Straßenkinderprojekt Träumerisch virtuos: Zirkus Upsala führt im UT Connewitz den Ping-Pong-Effekt vor

Um einen Ball schon, aber ausnahmsweise nicht um einen Fußball, dreht sich zurzeit ein Angebot im UT Connewitz. Der Zirkus Upsala, ein Straßenkinderprojekt aus St. Petersburg, ist mit dem Programm „Der Ping-Pong-Effekt“ zu Gast. Nach der ersten Vorstellung am Mittwoch finden am Donnerstag zwei weitere statt.

Zwischen Theater und Artistik: das russische Straßenkinder-Projekt Zirkus Upsala im UT Connewitz.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Dass sich gerade alles um den Ball dreht, erzeugt mitten in Connewitz sonst nicht die große Euphorie. Wenn sich wegen eines solchen aber Scharen von Kindern und Eltern gut gelaunt auf der Wolfgang-Heinze-Straße sammeln, muss es sich um ein anderes Rund handeln als das, was gerade in Frankreich rollt. So ist es: Der Ball, um den es Mittwoch und noch zwei Mal am Donnerstag im UT Connewitz ging und geht, war ein Ping-Pong-Ball, mitgebracht vom Zirkus Upsala aus St. Petersburg auf seiner aktuellen Europa-Tournee. Das mittlerweile 15 Jahre alte Theaterprojekt, welches professionellen Zirkus mit Sozialarbeit verknüpft (viele Akteure sind ehemalige Straßenkinder) gastiert dabei immer wieder gern bei den „wirklich coolen Leuten vom UT“, wie Leiterin Larissa Afanasyeva in ihrer Vorrede betont. So auch mit dem „Ping-Pong-Effekt“, der unter staunenden Ahs, Ohs und Lachen – nicht nur aus Kindermündern – über die Bühne ging.

Nonverbal animierend erzeugen zunächst zwei Musiker gemeinsam mit dem Publikum mittels Loopstation eine kleine Rhythmusfläche aus Geräuschen. Schaffen es Kinder nicht taktgenau zu ploppen oder zu klatschen, findet kurzerhand ihr verlegenes Lachen Eingang in den Rhythmus, eine spannende wie unterhaltsame Beobachtung darüber, wie Musik interaktiv entsteht. Ähnlich der klassischen Zirkuskappelle über dem Bühnenportal begeben sich die beiden darauf auf eine obere Ebene, vervielfältigen sich fortan loopend selbst und schaffen träumerisch stimmungsvolle Zirkusmusik und pointiert illustrierende Geräuschbegleitung.

Es regnet Tischtennisbälle

Auf der Bühne entdeckt ein schüchterner Pantomime langsam die Welt, ein erster Ping-Pong-Ball wird ebenfalls zum Rhythmusgerät, weitere folgen. Anfänglich träumerische Melancholie und Beengung steigert sich zu immer mehr Virtuosität. Acht Akteure stehen schließlich auf der Bühne und zahllose Tischtennis- und Jonglage-Bälle. Neben akrobatischem Können imponiert auch die rhythmusgenaue Choreografie zutiefst, dient doch Boden- oder Mundjonglage neben dem optischen gleichzeitig dem akustischen Effekt und baut sich nahtlos in den Rhythmus ein.

Die starken Bilder und kleinen Geschichten kommen ohne Worte aus, immer schwingt Humor mit. Tanz schwebt über zu Akrobatik, diese zurück zu Miniaturen mit einzelnen Bällen. Nebel und Gegenlicht zaubern poetische Bilder einer Ballerina, die schwerelos im Viereck zu laufen scheint. Plötzlich lässt ein bedrohlich lauter Luftangriff samt geschossenen Papierfliegern viele Kinder sich die Ohren halten. Dieser löst sich jedoch zugleich in eine beeindruckend energetische Sprungartistik an einem überdimensionalen Trampolin-Schwimmring auf, das dröhnende Kriegsgerät ist damit vertrieben. Am Ende regnet es Bälle.

Die Inszenierung geht in ihrer vielgestaltigen Bildsprache weit über einen Kinderzirkus hinaus und bietet jedem Alter Zugänge zum Staunen, Träumen und Lachen.

Weitere Aufführungen des „Ping-Pong-Effekt“ Donnerstag, 15 und 18 Uhr, UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Straße 12a), Eintritt 12/10 Euro, Kinder bis 14 Jahre 6 Euro

Von Karsten Kriesel

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