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Two-Wooden-Stones-Sänger Jeronÿmus mit neuem Projekt Support von José González

Geyserhaus-Parkbühne Two-Wooden-Stones-Sänger Jeronÿmus mit neuem Projekt Support von José González

Nach der Auflösung der Leipziger Band Two Wooden Stones legt Sänger und Gitarrist Jérôme Navet-Cintract alias Shélhôlm solo los. Er nennt sich jetzt Jeronÿmus und stellt seine neuen Lieder am Dienstag im Vorprogramm von José González auf der Geyserhaus-Parkbühne vor.

Musiker und Muse: Der seit 2008 in Leipzig lebende Franzose Jérôme Navet-Cintract, 32, und seine Irische Bouzouki Leïla. Bei der Band Two Wooden Stones firmierte er zwischen November 2008 und Mai 2016 unter dem Namen Shélhôlm.

Quelle: Le Turk (Sebastien Salamanddit, Ekone-Studio)

Leipzig. „Layla, you got me on my knees,” schmetterte Eric Clapton 1970 mit seiner Band Derek and the Dominos – und adressierte diese Zeile an George Harrisons damalige Ehefrau Pattie Boyd, die den Avancen der Bluesrock-Legende Jahre später schließlich erliegen sollte. Auch die Inspiration des in Leipzig beheimateten Folkmusikers Jeronÿmus wird derzeit von einer „Leïla” beflügelt: Doch sie zwingt ihn nicht in die Knie, sondern wird sanft auf seinem Schoß ruhen, wenn er Dienstagabend im Vorprogramm des schwedischen Singer-Songwriters José González auf der Parkbühne des Geyserhauses auftritt.

Denn bei „Leïla” handelt es sich um die Irische Bouzouki des gebürtigen Franzosen Jérôme Navet-Cintract, der sieben Jahre lang als Sänger und Gitarrist der Two Wooden Stones für Aufsehen sorgte. Im Mai gab das von Folk, Pop-Rock und Weltmusik beeinflusste Quartett nach zwei Alben und mehreren Touren im In- und Ausland seine Trennung bekannt. „Es war eine tolle Zeit, vor allem 2014, als wir ‚Looking for the Light’ herausgebracht haben”, resümiert Jérôme, „doch jede gute Sache muss ein Ende haben. So ist das Leben. Jetzt gerade habe ich auch eine schöne Zeit, aber mit anderen Möglichkeiten.”

Die lotet er nun im Alleingang unter dem Namen Jeronÿmus mit seiner Leïla aus. Dieses Instrument ist ein Einzelstück, das wie jede andere Irische Bouzouki über vier Saitenpaare verfügt – aber einen ungewöhnlich großen Korpus besitzt. „Deshalb klingt es ein bisschen so ähnlich wie eine Gitarre”, erläutert der Wahlleipziger, „und genau das wollte ich. Denn als Solo-Künstler brauche ich auch Bass, und der fehlt Irischen Bouzoukis eigentlich. Aber Leïla bildet eine schöne Brücke zwischen der modernen Gitarre und traditionellen Saiteninstrumenten. Und so hilft sie mir, eine frische Perspektive zu finden. Bei den Two Wooden Stones hatten wir viele unterschiedliche Texturen und Stile. Jetzt will ich einheitlicher und minimalistischer sein.”

Die Schönheit aus Weinen und Lachen

Seinen neuen Ansatz möchte der 32-Jährige in den nächsten Monaten auf einem Album einfangen, das mithilfe einer geplanten Crowdfunding-Kampagne finanziert werden soll. Einen Vorgeschmack lieferte er bereits bei seinen ersten Leipzig-Konzerten sowie mit einigen Songs auf der Internet-Plattform Soundcloud und einem Video zu dem Stück „Solaire”. Das bisherige Solo-Material ist von einer intensiven Melancholie durchdrungen – einem Gefühl, das für Jeronÿmus „nichts mit Traurigkeit zu tun hat. Melancholie ist die Schönheit, die du erfährst, wenn du gleichzeitig weinst und lachst. Es ist eine Mischung aus Düsternis und Hoffnung.”

Diese Stimmungslage vertont auch José González: Der Singer-Songwriter aus Göteborg setzt sie jedoch in gänzlich anderer Weise um. Er besticht vor allem durch filigrane Finger-Pickings, die sowohl seine klassische Ausbildung als auch seine südamerikanischen Wurzeln offenlegen; darüber bettet er eine sanfte Schicht aus unaufdringlichen Gesangslinien. Jeronÿmus agiert an seiner Irischen Bouzouki oder dem gelegentlich genutzten E-Piano weitaus zurückhaltender und unterlegt sie dezent mit per Fuß bedienten Percussion-Elementen: Seine Instrumentierung bietet bewusst Freiräume, die er mit seiner pathosgeladenen Ausnahmestimme besetzen kann.

Bei dem Open-Air-Auftritt der beiden gegensätzlichen Melancholiker möchte Jeronÿmus auch einen Song erstmals aufführen, an dem er noch wenige Tage vor dem Konzert gearbeitet hat: „Er wird ‚Tabula Rasa’ heißen – genau wie mein Album.” Einen treffenderen Titel kann es für seinen Neustart als Solo-Musiker wohl kaum geben.

José González, davor Jeronÿmus, Dienstag, 19.30 Uhr, Geyserhaus-Parkbühne (Kleiststraße 52), Abendkasse 35/33 Euro

Von Conrad Pohlmann

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