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Überdosis Leben: Die Joplin starb vor 40 Jahren

Überdosis Leben: Die Joplin starb vor 40 Jahren

Sie galt vielen als die "größte weiße Blues- und Rocksängerin" der Musikgeschichte. Janis Joplin war eine Ikone der Hippie-Bewegung. Vor 40 Jahren starb sie an einer Überdosis Heroin – sie wurde nur 27 Jahre alt.

New York. Sie wollte zwar keinem über 30 trauen, aber vorher sterben wollte sie sicher nicht. Als Janis Joplin sich ihren letzten Schuss setzte, wollte sie sich nur weniger einsam fühlen in ihrem Hotelzimmer in Hollywood, in dem sie schon seit Wochen wohnte. Danach ging sie in die Lobby, um sich Wechselgeld für Zigaretten zu holen. Sie sprach noch mit dem Nachtportier, er erinnerte sich daran.

Dann muss alles ganz schnell gegangen sein

Sie hatte das Geld noch in der Hand, als sie zwölf Stunden später tot gefunden wurde, eingeklemmt zwischen Nachttisch und Bett. Janis Joplin starb am 4. Oktober 1970 an einer Überdosis Heroin. Der amtliche Leichenbeschauer von Los Angeles County klassifizierte den Tod der Flower-Power-Ikone im Alter von 27 Jahren als Unfall: Das Heroin, das ihr Dealer ihr verkauft hatte, war ungewöhnlich rein gewesen, hieß es.

Kombiniert mit Joplins Lieblingsgetränk Southern Comfort hatte ihr Herz das nicht ausgehalten. Ihre Freunde sahen das anders. "Janis starb an einer Überdosis Janis", sagte Rocker Eric Burdon (The Animals), der eine Zeit lang genau wie sie den Highway des Lebens auf der Überholspur entlang raste.

Für das Rentenalter hätte Janis Joplin aber wahrscheinlich sowieso keine Geduld gehabt. "Ich möchte lieber zehn Jahre vom 'superhypermost' haben als 70 werden und in einem verdammten Sessel vor dem Fernseher sitzen. Man lebt jetzt, wie soll man da warten?“, lautete ihr Credo. Sie rockte sich nach dem Motto der 1960er durch das Jahrzehnt: "Lebe intensiv, stirb schnell".   

In der kleinbürgerlichen Stadt Port Arthur in Texas, wo sie aufwuchs, galt Joplin schon als Beatnik als dort noch keiner so recht wusste, was das eigentlich war. Als 17-Jährige brannte sie durch und trampte quer durchs Land. In San Francisco gab die zottelhaarige Blues-Sängerin mit den unzähligen Ketten um den Hals ihr Debüt mit der Band Big Brother And The Holding Company.

Furore machte sie mit einer der ungewöhnlichsten Stimmen ihrer Generation. Ihren Spott über das Establishment ("Oh Lord Won't You Buy Me A Mercedes Benz") und die Verletzlichkeit unerwiderter Liebe ("Piece Of My Heart") singt sie nicht, sie schreit es ins Mikrofon. Sie röhrt, röchelt, haucht und flüstert ihre Texte. Die Hippie- Gemeinde von San Francisco ist fasziniert von der Intensität. Und bald auch der Rest der Nation.

Eine der Stimmen ihrer Generation

Der Durchbruch kam 1967 mit ihrem Auftritt beim legendären Monterey Pop Festival, vor allem mit dem Lied "Love Is Like A Ball And Chain". Millionenfach verkaufte sich das Album "Cheap Thrills" (1968) und auch ihr erstes Soloalbum "I Got Dem Ol'kozmic Blues Again Mama" mit ihrer neuen Formation Kozmic Blues Band. Danach kam Woodstock und eine Europa-Tournee, bei der sie unter anderem in Frankfurt am Main auftrat. Oft genug stand sie mit dem Mikrofon in der einen und der Whisky-Flasche in der anderen Hand auf der Bühne. Sie trank und kiffte wie Jimi Hendrix.

Was die harten Jungs des Rock'n'Roll konnten, konnte sie schon lange. Im Oktober 1970 endete ihr Leben auf der Überholspur in dem Hotelzimmer in Hollywood. Innerhalb von wenigen Monaten starben mit Hendrix und Jim Morrison noch zwei andere Legenden der Jugendbewegung. Es war das Ende einer Ära. Ihren Nachlass hatte Janis Joplin allerdings gut geregelt. Sie wurde ihrem Willen gemäß verbrannt und ihre Asche nahe bei San Francisco in den Pazifik gestreut. Ihren Freunden hinterließ sie 2.500 Dollar – für eine ganz große Party.

Carla S. Reissman, dpa / hog

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