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Umbau im Schauspiel Leipzig: Bohrungen in der „Baustelle“ in bis zu 20 Metern Tiefe

Auszug aus der Skala Umbau im Schauspiel Leipzig: Bohrungen in der „Baustelle“ in bis zu 20 Metern Tiefe

Das Schauspiel Leipzig bereitet den millionenschweren Ausbau der zweiten Spielstätte vor. Das Interim „Baustelle“ wird ab April 2017 geschlossen.

Interim „Baustelle“ im Schauspiel Leipzig: Die Stützten kommen weg, der Raum wird nach oben geöffnet.
 

Quelle: LVZ

Leipzig.  Am 16. September startet das Schauspiel Leipzig im eigenen Haus mit der Premiere von „89/90“ nach dem Roman von Peter Richter in die neue Saison. In der Sommerpause wurde hinter den Kulissen derweil ein anderes Großprojekt in Angriff genommen: Die Vorbereitungen für den Umbau der zweiten Spielstätte unter dem Dach der Bosestraße laufen.

Für 4,64 Millionen Euro soll das Interim „Baustelle“ bis Herbst 2017 komplett umgebaut sein. Dafür musste nun erst einmal das Fundament des Hauses verstärkt werden. „Die Kellerdecke wurde aufgemacht und es gab Bohrungen bis zu einer Tiefe von 20 Metern“ erklärte Günter Gruber, Technischer Direktor am Schauspiel, am Mittwoch gegenüber LVZ.de.

Rund 3000 Tonnen ruhen auf dem Fundament – und im April 2017 wird es ernst, wenn für brandneue Bühnentechnik in der „Baustelle“, die viele noch als Diskothek „Schauhaus“ kennen, zahlreiche Stützen entfernt und der Raum nach oben geöffnet werden. Der Vorgang ist bautechnisch aufwändig: Zunächst muss eine Stützkonstruktion für die oberen Etagen stehen, bevor die Pfeiler entfernt und die Decke in kleinen Teilen aus dem Saal herausgenommen wird. Auch das Foyer wird umgestaltet, und der Eingang ist künftig barrierefrei.

Skala soll ein Haus der Kultur bleiben

Für den Spielbetrieb hat das laut Schauspiel keine Konsequenzen, weil das zweite Interim, die „Diskothek“ unter dem Dach, weiter zur Verfügung steht. Aber durch den Baustellenlärm seien Proben tagsüber wohl kaum möglich. Das Ensemble ziehe dann voraussichtlich auf Probebühnen am Floßplatz, in Mockau und in der Skala um, erklärte Günter. Bis zum Sommer 2017 sei die Spielstätte in der Gottschedstraße 16 für das Ensemble noch nutzbar.

Aus finanziellen Erwägungen sieht die Stadt aber vor, alle Bereiche des Schauspiels künftig im Haus Bosestraße unterzubringen. Die Verwaltung des Theaters zieht in den kommenden Wochen aus der Skala aus, denn die Kommune will die Immobilie zum Kauf oder für ein Erbbaurecht anbieten. Der Verkehrswert wird auf rund 860.000 Euro geschätzt. Der Stadtrat legte 2015 fest, dass das Haus auch künftig ein Ort der Kultur bleiben soll. Seit Jahren signalisiert die Cinémathèque bereits Interesse, dort ein Filmkunsthaus zu etablieren.

Der reguläre Spielbetrieb in der Skala musste bereits 2011 wegen veralteter technischer Anlagen aufgegeben werden. Für Technik, Bausanierung und Instandhaltung hätte die Stadt knapp fünf Millionen Euro investieren müssen.

Von Evelyn ter Vehn

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