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Uwe Tellkamp gefällt „Turm“-Verfilmung fürs Fernsehen – Ausstrahlung Anfang Oktober

Uwe Tellkamp gefällt „Turm“-Verfilmung fürs Fernsehen – Ausstrahlung Anfang Oktober

und 4. Oktober den Zweiteiler „Der Turm“ nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Tellkamp aus. Im Interview erzählt der preisgekrönte Dresdner Schriftsteller, wie er die Fernsehadaption empfunden hat, wie er die Umsetzung der Geschichte bewertet und warum er überhaupt einer Verfilmung seines Erfolgsromans zugestimmt hat.

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Uwe Tellkamp schrieb "Der Turm".

Quelle: dpa

Die ARD strahlt am 3. Mit welchen Gefühlen sehen Sie der Ausstrahlung entgegen?

Tellkamp: „Ich bin natürlich gespannt und aufgeregt, wie er vom Publikum aufgenommen wird. Die Macht eines Films ist ja viel größer als eine Textmacht. Ich finde es gut, dass er den Roman ergänzt. Er bringt Aspekte, die das Buch nicht hat, oder vertieft bestimmte Aspekte des Buchs weiter. Einige Figuren wie Anne spielen eine weitaus größere Rolle. Auch Richard ist von der Präsenz her eine Hauptfigur geworden. Zugleich fehlen einige Dimensionen, zwangsläufig. Irgendwo muss man ja kürzen. Insofern ist der TV-Film keine Konkurrenz. Ich habe keine Angst, dass er das Buch überlagert.“

Bedauern Sie, dass nicht alles zur Sprache kommen kann?

Tellkamp: „Nein, ich sehe das eher mit Interesse. Das Buch als Pausvorlage zu nehmen, würde eher schief gehen. Das filmische Bild ist etwas anderes als das textliche Bild. In der Kameraeinstellung habe ich immer eine Menge Redundanzen im Bild. Bei einem Text hat jedes Ding, das auftaucht oder als etwas Auftauchendes gezeigt wird, eine Bedeutung. Die behält es auch, selbst wenn es vergessen wird. Das Interessante für mich ist, dass die Präsenz der Figuren im Film eine andere ist. Wenn ich eine Szene schreibe, kommen Figuren ins Scheinwerferlicht, verschwinden dann aber wieder. Im Film ist eine Figur, die gerade nicht beleuchtet wird, noch im Hintergrund tätig oder agiert mit anderen Figuren.“

Gefällt Ihnen der Film?

Tellkamp: „Ich finde, dass es eine sehr gute, sogar großartige Leistung ist, von Regisseur, Drehbuchautor und Schauspielern. Die Besetzung empfinde ich als sehr stimmig bis in Nebenrollen. Der Stasi-Offizier in seiner finsteren Art ist beeindruckend, indem er eben nicht diesem Reiz nachgibt, zu chargieren, wie man es aus anderen Produktionen kennt. Sehr beeindruckt hat mich die Nebenfigur der Oberschwester, die ist extrem typisch getroffen: verheiratet mit dem Krankenhaus, immer am Geradebiegen, Organisieren, Improvisieren, ausgleichend zwischen der Chefetage und denen, die die Alltagsarbeit leisten.“

Was hat Sie bewogen, einer Verfilmung zuzustimmen?

Tellkamp: „Ich habe auch meine Freude daran, wie jemand den Stoff nimmt und übersetzt. Diese Wegübersetzung eines Stoffes hin zu ganz anderen Ufern, das finde ich sehr reizvoll. Das Buch bleibt ja deswegen unberührt.“

Was erhoffen Sie sich von der Ausstrahlung, auch mit Blick auf Publikum?

Tellkamp: „Dass die Geschichte einen größeren Wirkungskreis bekommt. Was mich freut ist, dass die Figuren eine gewisse Gerechtigkeit in dem Film bekommen. Er zeigt das weitgehend normale Leben nicht in Schwarz-Weiß, ohne Überhöhungen, dramaturgische Zuspitzungen, Weltuntergangszenarien à la Emmerich. Es freut mich, dass man den Mut zu einer sogenannten weitgehend alltäglichen Geschichte hatte. Das ist meiner Meinung nach spannend genug, da muss man es nicht überzeichnen. Diesen Sinn für Zwischentöne, für Wahrheit, selten so eindeutig, erblicke ich kaum noch im Fernsehen. Ich hoffe, dass man das in dem Film auch als nicht im Osten Sozialisierter sieht. Voraussetzung ist ein gewisses Interesse für diese Zeit.“

Interview: Simona Block, dpa

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