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Vader Abraham preist nasse Schlümpfe - Mario Barth begeistert 42.000 Zuschauer in Leipzig

Vader Abraham preist nasse Schlümpfe - Mario Barth begeistert 42.000 Zuschauer in Leipzig

Mit Feuerwerk beginnt es, mit Feuerwerk endet es – dazwischen versucht Frauenversteher Mario Barth seine im Programmtitel festgehaltene These „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“ zu belegen.

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Mario Barth am 02.07.2011 in der Red-Bull-Arena Leipzig

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Rund 42.000 Zuschauer kamen dazu am Sonnabend in die Red-Bull-Arena – und ließen sich den Spaß trotz Dauerregens nicht nehmen.

Tausende, meist in hellblau gehaltene Regenüberzüge hatten die Veranstalter für die Besucher im Innenraum des Stadions bereitgelegt. Ein Meer von blauen Kapuzen sieht der Berliner Komödiant dann vor sich und preist seine Fans nach insgesamt fünf Stunden im Dauerregen: „Ick fühl’ mich hier oben wie Vader Abraham vor seinen Schlümpfen. Ihr seid die Geilsten, ihr scheißt einfach auf den Regen!“

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Leipzig. Mit Feuerwerk beginnt es, mit Feuerwerk endet es – dazwischen versucht Frauenversteher Mario Barth seine im Programmtitel festgehaltene These „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“ zu belegen. Rund 42.000 Zuschauer kamen dazu am Sonnabend in die Red-Bull-Arena – und ließen sich den Spaß trotz Dauerregens nicht nehmen.

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Das tut auch Rampensau Barth. Vor der originalgetreu nachgebauten Kulisse des Beriner S-Bahnhofs Schlesisches Tor, in der er mit einer eigens konstruierten gelben S-Bahn einfährt, steht er zweieinhalb Stunden selbst im T-Shirt im strömenden Regen. Macht aber nichts, Barth redet sich einfach warm. Auch beim siebenten Auftritt mit dem selben Programm in Leipzig vermag er die Zuschauer zu Lachstürmen zu bewegen. Mit einem „herzlich willkommen im Zentralstadion“ und einem unflätigen Seitenhieb auf den jetzt namensgebenden Brausehersteller macht sich der wuselige Bühnendauerrenner zunächst beim Publikum beliebt, um dann in das allseits bekannte Gezeter über die Unzulänglichkeiten des weiblichen Geschlechts einzusteigen.

Die größte Weisheit des Abends präsentiert Barth dann auch gleich zu Beginn: „Frauen musst du nicht verstehen, nur lieben, mehr wollen die gar nicht.“ Der Berliner hat das verinnerlicht, beschwört vor und nach jeder neuen Geschichte über die kleinen Eskapaden seiner Freundin, dass er sie (Paula, 37), wirklich liebe. Ginge auch gar nicht anders nach 13 Jahren Beziehung, wie er ebenfalls immer wieder betonte. Dabei fragt man sich als Zuschauer nach zehn Jahren und drei (gefühlten acht) Programmen über das Verhältnis von Mann und Frau, was hält einen Mario Barth bei seiner Freundin? Oder – was hält sie bei ihm?

Es muss wahre Liebe sein, wenn der  Komödiant auf ihren Wunsch hin die Wohnung in kackbraun (offiziell: Latte Macchiato) streicht, mit ihr im Auto in ein Schweizer Ayurveda-Hotel fährt oder seine Post von ihr öffnen und beantworten lässt. „Da kam ‘ne Einladung von RTL zum Klitschko-Kampf in New York. Da hat sie auf dem Antwortfax meinen Namen durchgestrichen, ihren druntergesetzt und dazugeschrieben ‚Ich bringe meinen Freund mit’“, erzählt er wie immer gestenreich und mit einem zugegebenermaßen großen Talent für witzige Stimmenimitationen.

Dass Barth über seine Geschichten schon vor dem Erzählen selbst am meisten lacht, stört im weiten Rund niemanden – im Gegenteil: Kumpelhaft nimmt er die Leute mit und garantiert sich seine Lacher durch Vorankündigungen des kommenden Gags, die meist länger sind, als dieser selbst. Die Beweglichkeit eines Michael Mittermaier und dramaturgisch gut gesetzte Pausen verleihen selbst den schwächsten Geschichten einen Esprit, der Barths Publikum immer wieder zu seinen Auftritten strömen lässt. Auch unzählige Male von anderen Künstlern durchgekaute Themen wie das Einchecken am Flughafen oder DHL-Postboten, die einen Sonnabends um 8 Uhr aus dem Bett klingeln, nimmt er sich wieder vor, wird aber vom Publikum dafür bejubelt, dass er seinen Stil beibehält

Die Programme schreibt er dabei nicht auf, wie er sagt. „Ich sehe das bei meiner Freundin und dann ist es hier oben drin“, erklärt er. Nachschub gibt es offenbar schon en masse. Das neue Programm steht, eine erste Kostprobe gibt es zum Schluss in der Zugabe. Und – als zweitgrößte Weisheit des Abends – einen Tipp für die männlichen Besucher: „Eure Freundin wird irgendwann auf dem Weg zum Auto sagen ‚War ja ganz lustig. Aber ich bin doch nicht so, oder?’ Das ist der Moment, wo ihr einfach die Klappe halten müsst.“

Und auch die schreibende Zunft bleibt nicht verschont. Im Dankesrausch ans Publikum meint Barth: „Seit zehn Jahren bekommen wir von der Presse auf die Fresse, aber ihr kommt trotzdem. Schön, dass ihr euch eine eigene Meinung bildet.“ Also Herr Barth: Für den Inhalt des Programms gibt es diesmal einen Nasenstüber, für ein begeistert nach Hause gehendes Publikum einen anerkennenden Klaps auf die Schulter.

Sebastian Fink

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