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"Vergebung" für Lisbeth Salander: Letzter Teil der Stieg-Larsson-Trilogie im Kino

"Vergebung" für Lisbeth Salander: Letzter Teil der Stieg-Larsson-Trilogie im Kino

Berlin/Leipzig. Der Racheplan scheitert. Lisbeths Salanders sadistischer Vater überlebt den Anschlag auf ihn, sein hünenhafter Handlanger Niederman kann fliehen.

Die Heldin der Stieg-Larsson-Krimireihe selbst wird schwer verletzt. Nun ist das Missbrauchsopfer Salander dort, wo ihr jahrelanges Martyrium einst begann: in der Obhut staatlicher Institutionen. Als Jugendliche wurde sie von ihren Peinigern in die Psychiatrie gesperrt, in dem Film „Vergebung“ wartet sie im Krankenhaus auf einen Prozess. Der letzte Teil der Krimitrilogie erzählt von der Auflösung des Falls Lisbeth Salander. Neben dem Mafioso Zalachenko sind eine Biker-Gang und ein dubioser Geheimdienst mit von der Partie.

Die beiden ersten Filme brachten es auf ein solides, aber nicht überragendes Einspielergebnis in Deutschland: 700.000 Zuschauer sahen „Verblendung“ (2009), 450.000 „Verdammnis“ (2010). Als letzter Part wird es „Vergebung“ an der Kinokasse schwer haben, denn ohne Vorwissen aus den Teilen 1 und 2 ist vom Besuch des letzten Teils abzuraten. Angesichts weltweit 21 Millionen verkaufter Exemplare der Krimi-Reihe wird es aber genug eingefleischte Stieg-Larsson-Fans geben, die dem Finale furioso entgegenfiebern.

Die Story geht übergangslos von Part 2 zu Part 3 weiter: Der Journalist Mikael Blomkvist, Alter Ego vom 2005 gestorbenen Autor Larsson, will Licht in das Dunkel um den ominösen Ex-KGB-Spion Alexander Zalachenko bringen. Dieser wechselte im Kalten Krieg die Seiten. Er gab den Schweden sein Sowjet-Wissen preis, dafür drückten staatliche Instanzen bei seinen kriminellen Machenschaften ein Auge zu. Der schwedische Geheimdienst deckte ihn dabei.

Wie weit lässt sich der Staat korrumpieren, wenn er mit Schwerverbrechern als Informationsträger zusammenarbeitet? Larsson überdreht die Politthriller-Schraube. Ein Staat im Staat entsteht, ein Bereich mit absoluter Rechtlosigkeit. Wer dem Geheimdienst in die Quere kommt, wird mundtot gemacht oder umgebracht.

Regisseur Daniel Alfredson folgt der Buchvorlage linear und so werktreu, wie es die Kürzung von 846 Romanseiten auf 146 Filmminuten zulässt. Die für ihre famose Leinwandleistung gefeierte Hauptdarstellerin Noomi Rapace mimt erneut eine intensive Amazonenkriegerin, die in Gefangenschaft waffenlos ihrem Schicksal harren muss. Auch Michael Nykvist („Zusammen!“) bietet eine sehenswerte schauspielerische Leistung.

Larssons dritter Roman ist sein mit Abstand schwächster. Zuvor beschrieb er zweimal meisterhaft die Familie als Schauplatz traumatisierenden Missbrauchs, in der Mädchen Opfer von brutalen Vätern werden. Im dritten Part verlässt Larsson diese klaustrophobisch-ausweglose Familienkonstellation. Er sucht sein Heil in der großen Verschwörungstheorie vom Überwachsungsstaat. Es sind solide, aber letztlich wenig originell aneinandergereihte Thriller-Bausteine. Das Ende gerät so, wie sich ein engagierter Politjournalist eine bessere Welt wohl erträumt: Die bösen Buben kriegen allesamt ihre gerechte Strafe und unschuldig Angeklagte kommen mit blitzblanker Weste ins Sonnenlicht der Freiheit.

Nach "Verblendung" und "Verdammnis" kommt am 3. Juni der letzte Teil der Millennium-Trilogie in die Kinos. Echte Larsson-Fans können bereits am 2. Juni in den Leipziger Passage Kinos alle drei Werke an einem Stück sehen. Das Tripple-Feature startet 16.30 Uhr.

Wolf von Dewitz, dpa/ar

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