Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 14 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Viel Lärm um nichts: Leipziger Papst-Porträts bleiben in Rom

Viel Lärm um nichts: Leipziger Papst-Porträts bleiben in Rom

Der Vorteil von Päpsten ist, dass sie unfehlbar sind. Künstler sind es weniger, Politiker schon gar nicht. Journalisten? Nun ja. Am Wochenende ist irgendwie alles zusammengekommen: "Annette Schavan möchte den Papst abhängen", schrieb die "Welt am Sonntag".

Voriger Artikel
1000 Jahre Leipzig - Bachfest spürt Musikgeschichte der Messestadt nach
Nächster Artikel
Im Schein des Edelmetalls: Meisterschüler in der HGB

Annette Schavan, gezeichnet von Michael Fischer-Art.

Quelle: Michael FischerArt

Betroffen von einer der ersten Amtshandlungen der Ex-Doktorin und -Ministerin sowie neuen Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom sei Michael Fischer-Arts Kreideporträt von Papst Franziskus, das er im vergangenen Jahr beim Besuch der Thomaner in Rom mitgebracht hatte - ohne offiziellen Auftrag. Kritisch beäugt werde auch Michael Triegels als Auftragsarbeit entstandenes Porträt von Papst Benedikt, das in der Eingangshalle der Botschaft hängt, hieß es in dem Bericht.

"Ich weiß, dass mein Bild auch Kritiker hat, aber ich konnte mir eigentlich nicht vorstellen, dass es nun abgehängt werden soll", sagte der Leipziger Maler gestern der LVZ. Sicherheitshalber wandte er sich aber per Mail an Schavan. Und die stellte in ihrer Antwort klar, dass sie nie die Absicht hatte, das Werk zu entfernen. Das Bild befinde sich vielmehr am richtigen Platz. Außerdem habe sie ihn im nächsten Jahr nach Rom eingeladen, zu einer Feier zu 25 Jahren Deutscher Einheit, so Triegel.

Nach Kunst-Skandal klingt das schon mal nicht. Anders Michael Fischer-Art auf seiner Facebookseite: "Skandal: Schavan lässt ,Leipziger Päpste' abhängen. Die (...) Ex-Ministerin und Botschafterin am Vatikan zensiert Kunst! Sind wir in Deutschland wieder soweit, dass eine Politikerin Bilder verbannt, weil sie ihr nicht gefallen? Ich dachte, dass das seit 75, bzw. 25 Jahren überwunden ist."

Schavan in einem Atemzug mit Zensoren in der Nazi- und DDR-Zeit? Himmel hilf, will man da ausrufen. Gestern dann der vorläufige Schlussstrich am Gemälde eines nicht stattfindenden Skandals. "Frau Schavan hat mich angerufen, sehr freundlich, sehr konstruktiv. Sie hat mich zum Kaffee nach Rom eingeladen", erzählte Fischer-Art der LVZ. Das Bild bekomme vielleicht einen anderen Platz, bleibe aber ebenfalls in der Botschaft. Da kann eines seiner neueren Werke vielleicht gleich auch noch einen Platz finden. Vor drei Wochen zeichnete der umtriebige Maler nämlich Annette Schavan - mit Flügeln. "Das bekommt sie in Rom zum Kaffee. Man muss ja was mitbringen, und Blumen kann jeder."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.10.2014
Jürgen Kleindienst

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lädt vom 20. Juli bis 16. August 2017 zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz. Alle Infos zum Programm und Ticketverkauf... mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Fotografieren Sie Ihre buntesten Momente in Leipzig und der Region und nehmen Sie am Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig teil. Die schönsten Bilde... mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Der erste Direktor und Mitbegründer der Leipziger Zeichen-Akademie prägte 40 Jahre lang die Künstlerszene in Sachsen - unter anderem als Goethes Zeichenlehrer. Eine Ausstellung im Schillerhaus Leipzig ehrt Adam Friedrich Oesers. Zur Schau des Monats! mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr