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Villa Hasenholz mausert sich

Villa Hasenholz mausert sich

"Wir wohnen um die Ecke - da interessiert es schon, was aus dem alten Objekt wird", meinte etwa das Rentner-Ehepaar Gudrun und Christian Kullnick. Und: "Du meine Güte! Hier ist viel passiert! Ich war schon mal zum Tag des offenen Denkmals 2010 hier, was glauben Sie, wie es da noch aussah? Grausig!", versicherte Besucherin Gabriele Kretzschmar.

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Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Verwaltungsangestellte gehörte am Samstag zu jenen zwei Dutzend Teilnehmern einer Führung durch die Leutzscher Villa Hasenholz, zu der die Leipziger Denkmalstiftung im Zuge ihrer Rundgang-Angebote eingeladen hatte. Und tatsächlich konnte Toralf Zinner - in Stiftung plus deren Förderververein aktiv - auf immens Geschafftes verweisen.

Ein Bild des Jammers bot das aus viel Fachwerk bestehende, im idyllischen Hasenholz Ecke Am Ritterschlösschen/Gustav-Esche-Straße gelegene Gründerzeitobjekt noch vor Jahren. 1873 als Wohnhaus gebaut, war 1893 eine Restauration namens "Zur Burgaue" angefügt worden. Samt Tanzsaal, Kolonnaden. In den 50er, 60er Jahren, so Zinner, gab es hier gar mal ein rotlichtiges Etablissement, wofür ein Raum etwas kitschig-orientalisch aufgemöbelt wurde. Allein, der DDR-Staat unterband das Treiben; die HO übernahm es; die Bausubstanz verfiel. "Nach der politischen Wende kaufte ein westdeutscher Unternehmer Gelände samt Immobilie, wollte das Lokal-Leben wieder beleben, scheiterte aber an den Behörden. Bis er auf jemanden traf, der sich 2009 einfach in das Ganze verliebte - Pächterin Marion Salzmann, die das Haus Villa Hasenholz taufte und nebst einem gleichnamigen Förderverein die Leipziger Denkmalstiftung für die Sanierung des - inzwischen denkmalgeschützten - Objektes ins Boot holte. "Es ist immerhin eines der letzten ganz alten Leipziger Ausflugslokale", begründete Zinner, der Salzmann projektentwickelnd zur Seite steht, das Stiftungsengagement. Bereits der erste Bauabschnitt (es wird soviel restauriert wie möglich) macht die alte Pracht der Kolonnaden sichtbar. Veranstaltungen wie jetzt ein WM-Public-Viewing sind bereits möglich. 400 000 Euro werden vor Ort investiert - vom Denkmalschutz, vom Eigentümer, von Spendern, Pächterin und via Eigenleistung. Hochzeiten, Familienfeiern hätten bereits stattgefunden, so Zinner. Der abschließende Bauabschnitt gelte nun hauptsächlich dem Saal, der aber ebenso schon für Veranstaltungen genutzt wird (eine nächste Burlesque-Show etwa ist für Oktober angesagt). Das koste nochmal so 160 000 Euro. Die Stiftung wolle hier für Spenden werben. Fördermittel stünden in Aussicht. Nur die nötigen Eigenmittel, die seien momentan noch fraglich. Auf alle Fälle soll im Herbst alles soweit gediehen sein, dass eine komplette Nutzung als Kulturzentrum, Veranstaltungsort und Eventlocation möglich ist. Pächterin Salzmann selbst war am Samstag nur schwer abkömmlich. Sie hatte am Tresen im sehr familienfreundlichen, lauschigen Biergarten voll zu tun.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2014

Angelika Raulien

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