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„Viva Las Vegas“ im Leipziger Stadtbad

Dinnershow „Viva Las Vegas“ im Leipziger Stadtbad

Vorweihnachtszeit ist in Leipzig Dinnershowzeit. Zum Auftakt feierte im Historischen Stadtbad „Viva Las Vegas“ Premiere. Wobei die Dramaturgie des 4-Gänge-Menüs die der Show übertraf.

Historisches Ambiente: für „Viva Las Vegas“ wird das Leipziger Stadtbad zur Showbühne .

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Sie gehören zur Advents- und Weihnachtszeit wie trübes Wetter, das Warten auf originelle Geschenkideen oder die Glocken, die süßer nie klingen: Die Dinnershows. Auch 2015 hat Leipzig davon wieder einige zu bieten. Bevor am 26. November „Gans ganz anders“ Premiere feiert, wurde der Reigen am Freitag mit „Viva Las Vegas“ im Historischen Stadtbad eröffnet.

Die Inszenierung von Lutz Weber greift nach einem wahrlich hellen Glitzerstern am Entertainmenthimmel. In Las Vegas spielten schließlich Musiklegenden wie Elvis, Frank Sinatra, Johnny Cash, Celine Dion oder Prince und ließen der Cirque du Soleil, David Copperfield oder Siegfried und Roy mit spektakulären Shows staunen. Natürlich ist klar, dass im Stadtbad mit „Viva Las Vegas“ weniger eine qualitative Messlatte gelegt, als vielmehr ein dramaturgischer Faden gespannt sein soll. Wogegen absolut nichts einzuwenden wäre – wenn denn besagter Faden nicht so schnell in Beliebigkeit zerfasern würde wie hier.

Wo bleibt Sinatra?

Gut, gleich zu Beginn wird der Elvis gegeben. Von Conférencier und Magier Daniel Craven, der mit dem Schwung seiner auch nicht mehr ganz dünnen Hüften „Viva Las Vegas“ intoniert. Und auch Irvin Berlins unvermeidliches „There’s No Business Like Show Business“ wird geschmettert und späterhin von Craven noch ein hübscher Taschenspielertrick mit Jetons vollführt. Aber im Grunde war es das, was an Las Vegas erinnert. Es sei denn, man erinnert sich eben automatisch bei jedweder Varietéshow an die Showmetropole. Kann man machen. Und doch ist verblüffend, wie Guido Gentzel, Autor und künstlerische Leiter dieser Dinnershow, die Angebote ausschlug, die Las Vegas unterbreitet.

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Sie gehören zur Leipziger Advents- und Weihnachtszeit wie Glühwein und Weihnachtsmarkt: die Dinnershows. Am Freitag wurde der Reigen mit „Viva Las Vegas“ im historischen Stadtbad eröffnet.

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Musikalisch etwa ein Muss wie Frank Sinatra so gänzlich zu ignorieren, ist nicht nur unbegreiflich, sondern schon ein Sakrileg. Zumal die Showband Nightfever, die von Disco über Motown bis gefühligem Evergreen alles in souveräner Routine zu kredenzen vermag, sicher auch Ol’ Blue Eyes hätte Tribut zollen können.

Ebenso wäre es – wenn schon mit Craven ein Magier und Illusionist durchs Programm führt – naheliegend, dem Mann diesen oder jenen gern auch (selbst)ironischen Seitenblick auf Kollegen wie David Copperfield oder Chris Angel ins Textbuch zu schreiben. Auch darauf wurde verzichtet. Darum ist der dramaturgische Faden ein Durchhänger, eher willkürliche Behauptung als thematische Klammer. Was nicht heißt, dass diese Dinnershow in Einzeldarbietungen der internationalen Künstlerschar nicht funktionieren würde.

Dynamik und Kraft

Reinier Groustra, als Oberkellner Egon Egli anfangs als nervige Heimsuchung durch die Zuschauerreihen grimassierend, gewinnt zunehmend an echtem Witz und bietet unter anderem eine herrlich alberne Glockenspiel-Performance unter aktiver Publikumsbeteiligung. Das Duo Challenge überzeugt mit einer dynamischen Rollerskate-Nummer; Yusufu stapelt Stühle in gefährlich wacklige Höhen, um darauf Handstände zu machen; und die vier Hünen von Crazy Flight bauen ihre menschlichen Pyramiden zwischen beeindruckendem Kraftakt und ironischen Zwischentönen, wenn sie mit kleinen Ballett-Parodien ihre Darbietung durchziehen.

Dies sind die Höhepunkte in einer Nummernshow, die ansonsten nicht mehr und nicht weniger als grundsolide ist. Und in der immerhin das Dinner bietet, was fehlt: echte Dramaturgie. Für die sorgt die Küche mit einem gelungenen Vier-Gänge-Menü und amerikanischen Nuancen wie Spareribs-Praline, Süßkartoffelsuppe, Maronenpüree oder Cheesecake. Lecker Las Vegas!

„Viva Las Vegas“ im Historischen Stadtbad (Eutritzscher Straße 21): bis 28.12. (der 31.12. ist ausverkauft), Termine und Karten (59 bis 89 Euro) gibt es im Central Kabarett (Markt 9), unter Telefon 0341 52903052, auf www.dinnershow-leipzig.de oder in der LVZ-Geschäftsstelle (Peterssteinweg 16), im Media-Store in den Höfen am Brühl sowie unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 2181050; www.lvz-ticket.de

Von Steffen Georgi

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