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Volker Braun im Haus des Buches

Volker Braun im Haus des Buches

"Bücher, Mythen und Verlage" ist eine Reihe überschrieben, zu der die Sächsische Akademie der Künste und der Fachbereich Buchwissenschaft der Universität Leipzig ins Haus des Buches laden.

Morgen ist Volker Braun zu Gast, im Mittelpunkt steht dessen Schriftensammlung "Verheerende Folgen mangelnden Anscheins innerbetrieblicher Demokratie", die 1988 im Leipziger Reclam Verlag erschienen ist. Ein Buch, das es mit "leichten Gebrauchsspuren" oder auch "stark abgenutzt" antiquarisch zu kaufen gibt. Darin heißt es zum Beispiel: "Die Welt ist erkennbar, aber nicht weiter in den Denkgleisen von heute, die auf dem Schotter unserer Strukturen ruhen."

Da dem Verlag wegen der Herausgabe der bis dahin ungedruckten oder in Frankreich erschienenen Texten immer neue Steine in den Weg gelegt worden waren, erschien das Buch im Juli zuerst bei Suhrkamp. Wie und warum die Schriften Ende 1988 doch noch bei Reclam erscheinen konnten - darüber diskutieren der Schriftsteller Friedrich Dieckmann und der damalige Lektor Klaus Pankow mit Braun. Wegen Erkrankung kann der damalige Verlagsleiter Roland Opitz leider nicht an der Diskussion teilnehmen.

Volker Brauns Essays waren wie seine Prosa, Stücke und auch die Lyrik ein Dorn im Auge der DDR-Oberen, zuletzt der "Hinze-Kunze-Roman" oder "Die Übergangsgesellschaft". Seit 1989 heißen seine Bücher "Der Wendehals", "Das Nichtgelebte" oder "Das Wirklichgewollte". Das Motto seiner Dankesrede zur Verleihung des Büchnerpreises im Jahr 2000: "Die Verhältnisse zerbrechen". Braun sagte damals: "Ich stehe vor Ihnen auf dem gefährlichen Boden, wo man Stellung bezieht, wo Absichten wurzeln, wo ein Narr die Arbeit macht, der scheitern will, und Gelingen ist Scheitern." Und: "Ich finde eine unaufhörliche Ungleichheit in der Gesellschaft, in der Menschennatur eine entsetzliche Geduld."

 

 

Donnerstag, 19.30 Uhr, Haus des Buches, Gerichtsweg 28, Eintritt frei

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2013

Janina Fleischer

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