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Von Brücken begeistern im Leipziger Täubchenthal

Zwischen Euphorie und Melancholie Von Brücken begeistern im Leipziger Täubchenthal

Clubkonzert im großen Saal: Beim Gastspiel im Leipziger Täubchenthal begeistert Ex-Jupiter-Jones-Fronter Nicholas Müller mit seinem neuen Projekt Von Brücken. Vor allem die heimelige Atmosphäre trägt zum gelungenen Konzert bei.

Mitreißend in heimeliger Atmosphäre: Nicholas Müller mit seinem neuen Projekt Von Brücken beim Konzert im Täubchenthal.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nicholas Müller ist zurück. Diese Nachricht sorgte vor einiger Zeit für freudige Erwartung in der deutschen Musikszene, war der Sänger doch vor knapp zwei Jahren auf Grund seiner immer stärker werdenden Angststörungen bei seiner ehemaligen Hauptband Jupiter Jones ausgestiegen. Ein Garant für ausverkaufte Häuser, möchte man meinen. Da verwundert es dann doch, dass der Innenraum beim Gastspiel von Müllers neuem Projekt Von Brücken am Donnerstag im Täubchenthal eher spärlich gefüllt ist, was sich im Verlauf des Abends aber als angenehmer Vorteil erweisen soll, entsteht so doch eine viel direktere Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum.

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Von Brücken, das neue Projekt von Sänger Nicholas Müller, überzeugten in heimeliger Atmosphäre im Täubchenthal.

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Traurige Folk-Songs

Vor den Headliner hat der Gott der Live-Konzerte traditionell den Support-Act gesetzt. Den gibt am Donnerstagabend der US-Amerikaner Rocky Votolato. In heimeliger Atmosphäre präsentiert der Singer-Songwriter mit Gitarre und Mundharmonika seine „sad folk songs“. Die Titel des knapp halbstündigen Sets lassen dabei beim Zuhörer immer wieder Referenzen erkennen. Hier eine Prise früher Bob Dylan, dort akustische Verweise auf Bruce Springsteens „Nebraska“-Ära. Das Publikum dankt Songs wie „Little Spring“ oder „Hospital Handshakes“ mit zunächst verhalten-höflichem, später kräftigem Applaus.

Trotzdem ist klar: Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf Von Brücken. Ohne großes Intro betreten Müller und sein Kompagnon Tobias Schmitz gemeinsam mit sechsköpfiger Backingband die Bühne und eröffnen mit „Das Türen-Paradoxon“ einen zu gleichen Teilen entspannten und ausgelassenen Konzertabend. Ist Müller zu Beginn noch ein wenig verhalten, taut der Frontmann im Verlauf immer weiter auf und sorgt, neben beeindruckenden stimmlichen Qualitäten, mit pointierten Ansagen für Akzente.

Tote Clowns und Solidarität für Connewitz

„Die Sache mit dem toten Clown“ sorgt im sonst andächtig lauschenden Publikum zum ersten Mal für ausgelassenes Tanzen, vor „Blendgranaten“ sendet Müller deutliche Worte in Richtung Legida und solidarische Grüße nach Connewitz. Zu „Elephanten“ gesellt sich Supporter Votolato auf die Bühne, um die Nummer gemeinsam mit Müller zu intonieren und direkt noch eine Version von „All Of My Prophets“ seiner ersten Band Waxwing hinterher zu schieben.

Zwischenzeitlich wird die Gelegenheit genutzt, ausführlich der Band zu danken, die sich an diesem Abend in beeindruckender Form präsentiert und mit Multiinstrumentalismus glänzt. Da wird die Geige geschwungen, zum Bewältigungs-Song „Lady Angst“ die Posaune ausgepackt und bei „Ist gut, Mensch“ locker gerappt.

Die künstlerische Zigarette

Wie nah sich Band und Publikum an diesem Abend sind, wird zum Ende des Zugabenblocks deutlich. Nachdem Müller beim Elbow-Cover „Fly Boy Blue“ Manchester-Akzent und künstlerisch wertvolle Zigarette bemüht, setzt man den Schlusspunkt unter Damian Rices „Trusty And True“ mit einer unverstärkten Performance am Bühnenrand. Der frenetische Applaus ist dann folgerichtig der Lohn für die künstlerischen Mühen.

Nach knapp 90 Minuten ist er dann vorbei, einer dieser Konzertabende, von denen man zunächst nicht viel erwartet und am Ende alles bekommt. Euphorie und Melancholie, Witz und Ernsthaftigkeit, mitreißende Power und grüblerische Momente. Ein Konzert nach Maß, das am Ende vor allem eines ist, nämlich im besten Wortsinne: einfach schön.

Von Bastian Fischer

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