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Wagner-Jubiläum in Leipzig: Denkmal fast fertig, Buch analysiert Verhältnis zur Geburtsstadt

Wagner-Jubiläum in Leipzig: Denkmal fast fertig, Buch analysiert Verhältnis zur Geburtsstadt

Die Vorbereitungen für die Wagner-Festtage in knapp einem Monat laufen auf Hochtouren. Die Arbeiten am neuen Denkmal stehen kurz vor dem Ende und zum 200. Geburtstag des Komponisten räumt Wagner-Kennerin Ursula Oehme in ihrem Buch über das Verhältnis von Richard Wagner zu seiner Heimatstadt mit einigen Mythen auf.

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Richard Wagner in neuer Lohengrin-Rüstung.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Und auch das heiß diskutierte „Herr des Rings“-Motiv wirbt für das Event.

Wie hoch das gegenwärtige Interesse an Wagner ist, verdeutlichte Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) am Dienstag: „Auf jeder Messe werden wir auf die Wagner-Festtage angesprochen.“ Vor allem im Ausland sei das Interesse hoch. LTM hatte mit Plakaten in mehreren deutschen Städten für die Festtage vom 16. bis 26. Mai geworben.

Eines davon zeigte den Richard Wagner als „Herr des Rings“ in Fantasy-Rüstung. Das oft kritisierte Motiv ziert nun auch eine Tasche, die das Event bewerben soll. Ein Detail wurde allerdings verändert. Was aber nichts mit der Kritik am Bild zu tun hatte. Weil die ursprüngliche Rüstung von der Werbeagentur Heimrich und Hannot aus einem Computerspiel kopiert worden war (LVZ berichtete) bekam der Komponist nun für die Tasche eine neue Lohengrin-Rüstung mit stilisiertem Schwan verpasst.

Ein Viertel der Werke entstanden in Leipzig

Zwischen seinem Trauerspiel Leubald und den Feen schrieb Wagner rund 30 Werke in Leipzig, gut ein Viertel seines gesamten Schaffens. „Trotzdem spielte Richard Wagner bis vor einigen Jahren keine wirklich große Rolle für die Stadt“, so Wagner-Kennerin Ursula Oehmer am Dienstag bei der Buchvorstellung. Lediglich ein Werk aus dem Jahr 1921 beschäftigt sich mit der Beziehung des Komponisten zu seiner Heimatstadt. Das von ihr veröffentliche Buch „Wagner und Leipzig“ soll deshalb einen modernen Blick auf den Ausnahmekünstler werfen.

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Wagner-Kennerin Ursula Oehme präsentiert ihr Buch "Richard Wagner und Leipzig".

Quelle: André Kempner

Dabei rechnet die Leipzigerin auch mit einigen Mythen ab, die sich um den Künstler ranken. Unter anderem mit dem sogenannten „Urerlebnis“, dem Beiwohnen einer Fidelio-Aufführung mit der bekannten Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, das in dem 16-jährigen Wagner die Liebe zur Oper geweckt haben soll. Wagner selbst schilderte das Erlebnis in seiner Autobiografie „Mein Leben“. „Wie eine Prüfung der Theaterzettel im Stadtarchiv Leipzig gezeigt hat, fand das besagte Gastspiel erst im Dezember 1932 statt“, so die Autorin. Zu dem Zeitpunkt war Wagner schon als Musikstudent an der Universität Leipzig eingeschrieben.

Auch die Geschichte der Eltern Wagners findet in dem biografischen Werk ihren Platz. „Durch Aktenbelege kann man den frühen Tod des Vaters erstmals genau nachvollziehen“, so Oehme. In diesem „Vorspiel“ und den drei darauf folgenden „Aufzügen“  werden die Lebensstationen des Komponisten chronologisch abgearbeitet. Immer mit einem Blick auf Leipzig, auch wenn Wagner der Stadt nach der Ablehnung seiner Oper „Die Feen“ im Jahr 1834 den Rücken zukehrte. „Er hat mit Hörgewohnheiten gebrochen und das kam nicht gut der Stadt an, da hat man einfach versagt“, so Oehme. „Auch seien anderen Opern wurden hier erst sehr spät aufgeführt.“

Vollendung des neuen Wagner-Denkmals schreitet voran

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Markus Käbisch vom Verein Wagner Denkmal zeigt den Siegerentwurf von Stephan Balkenhol.

Quelle: André Kempner

Bei der Frage wie in der Geburtsstadt an den berühmten Komponisten erinnert werden soll, hatten die Leipziger keine glückliche Hand. Zwei Versuche dem Musiker ein Denkmal zu setzen, blieben unvollendet. Ein Makel, der mit dem neuen Wagner-Denkmal getilgt werden soll. „Die Skulptur müsste nun jeden Tag aus der Gießerei kommen“, konnte Markus Käbisch vom Verein Wagner Denkmal berichten. „Nach der Kolorierung in Kassel wird sie dann im Mai nach Leipzig transportiert.“ Die Enthüllung und feierliche Übergabe an die Stadt soll am 22. Mai, dem 200. Geburtstag Richard Wagners, stattfinden. Das Kunstwerk, das den jungen Wagner in Lebensgröße vor einer vier Meter großen Silhouette seiner Selbst zeigt, wird auf den Sockel des nicht fertiggestellten Richard Wagner-Denkmals von Max Klinger am Promenadenring montiert. "Damit gehen die 130 Jährigen Bemühungen für eine Erinnerungsstätte in der Innenstadt zu Ende", so Käbisch.

Florian Theis

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