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Welchen Star sich Ingolf Lück zwischen die Beine tätowiert hat

Pfeffermühle Welchen Star sich Ingolf Lück zwischen die Beine tätowiert hat

Die Musiksendung „Formel Eins“ hat ihn in den Achtzigern bekannt gemacht; in den Neunzigern moderierte er die Sat-1-Wochenshow – und genau davon erzählt Ingolf Lück in seinem Programm „Ach, Lück mich doch“. Am Sonntag war der 57-Jährige damit in der Pfeffermühle zu Gast.

Stoppt die Applaus-Zeit mit dem Handy: Ingolf Lück.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Männern stehen gut 2000 Wörter am Tag zur Verfügung. Wenn sie die von sich gegeben haben, sind sie auserzählt, können nur noch brummen oder grunzen. Frauen verfügen über immerhin 5000 Wörter von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Ingolf Lück sprudelt 20 000 heraus – in einer Stunde! Der Schnell- und Vielsprecher war am Sonntag mit seinem Programm „Ach, Lück mich doch“ zu Gast in der Pfeffermühle und berichtete bis zur Pause von seiner Zeit als Fernsehgesicht, danach ging es um Frauen.

Beim Aufräumen im Keller findet der Bielefelder (mit Dresdner Wurzeln) zwei seit den Achtzigern nicht mehr angerührte Kisten. Die stecken voller Erinnerungen an die Jahre, in der er die Jugendmusiksendung „Formel Eins“ moderierte; ein Format, das Woche für Woche die aktuellen Pop-Hits in Videoclips vorstellte. Diese kurzen Filme in Musiktitellänge waren damals eine Sensation und am jeweils nächsten Tag Gesprächsthema in den Schulpausen. Dementsprechend populär war auch der Präsentator des Ganzen.

Lück, mit 57 immer noch äußerst frisch wirkend, holt Stirnband und Pulswärmer heraus und streift ein ärmelloses Rolling-Stones-Shirt über. Er steigt in die schneeweißen Knöchelturnschuhe, greift zum Haarspray und ist im Nu nicht nur weitere 20 Zentimeter größer, sondern erkennbar der witzige Sympath von früher, der schlaksige Witzbold von „Formel Eins“.

Wer war bloß dieser blonde Gitarrist von Modern Talking?

Kein Wunder, dass er in Anekdoten abtaucht – genau die will das Publikum, das ihn von damals kennt, hören. „Formel Eins“ wurde von den dritten Programmen der ARD bis in den Osten gesendet. Lück erzählt von Treffen mit Stevie Wonder („See you!“) und Nora und Thomas Anders („Wer war bloß dieser komische blonde Gitarrist?“) sowie von Erdbeeren voller Puderzucker bei einem Konzert von Halbgott Prince. Der Moderator galt plötzlich als V.I.P.-Gast – nur weil er Stars interviewte, hielt man ihn auch für einen.

Er gesteht ein Bonnie-Tyler-Tattoo im Innenhosenbereich und dass er ursprünglich Schauspieler hatte werden wollen. Doch als er sich in Berlin unter die letzten Zwölf gekämpft und noch eine Improvisation zum Besten gegeben hatte, entschied sich die Hochschule dafür, dieses Mal nur elf Kandidaten aufzunehmen.

Auf einmal kommt er im schicken Anzug auf die Bühne, das Haar nach hinten gegelt – Lück ist nun der Sat-1-Wochenshow-Obermacker mit wöchentlicher Lohnerhöhung. Als solcher zeigt er Leuten wie Anke Engelke und Bastian Pastewka, wo der Hase den Obstkorb versteckt hält. Als solcher lehnt er Filmrollen ab, die irgendetwas mit Rosen und einem Kloster zu tun haben beziehungsweise notgedrungen mit Til Schweiger besetzt werden müssen. Der Mann schnappt über und verschwindet in einer kreativen Findungsphase.

Das ist interessant und scheint nicht ausschließlich Bühnenspiel zu sein. Lück hadert mit dem Älterwerden. Das Zeichen dafür: Er macht sich über die Moden von heute lustig. Er tut das souverän und gekonnt, amüsant und mit vielen Worten, sprudelt eventuelle Zweifel und Traurigkeiten weg. Doch am Ende bleibt die Frage zurück, was dieser Ingolf Lück wirklich denkt.

Von Bert Hähne

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