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Weltweiter "MJ World Cry Day": Fans erinnern auch in Leipzig an Tod von Michael Jackson

Weltweiter "MJ World Cry Day": Fans erinnern auch in Leipzig an Tod von Michael Jackson

Los Angeles/Leipzig. Vor einem Jahr schien die Welt für einen Moment still zu stehen. Michael Jackson, der ungekrönte King of Pop, starb völlig überraschend im Alter von 50 Jahren.

An seinem Todestag erinnern Fans weltweit an den Superstar. Auch Leipzig gedenkt am "MJ World Cry Day" mit einem Spendenlauf, einer Tribut-Veranstaltung und einem Lichtermeer an den King of Pop. Vor einem Jahr hielt die Welt den Atem an: Michael Jackson in Lebensgefahr? Ein Notruf aus seiner Villa? Mit Rotlicht ins Krankenhaus? Herzstillstand? Wie Bomben schlugen im Minutentakt die Meldungen ein. Nach Berichten der Rettungssanitäter atmete Jackson schon beim Eintreffen der Ambulanz nicht mehr, Wiederbelebungsversuche blieben vergeblich. Jackson, einer der größten und schillerndsten Stars aller Zeiten, starb im Alter von nur 50 Jahren, nur wenige Wochen vor seinen geplanten Comebackshows, bei denen er noch einmal zeigen wollte, dass er der wahre „King of Pop" ist.

Madonna tief erschüttert

Sein plötzliches Ableben sandte Schockwellen rund um die Welt. Fassungslose Fans weinten auf den Straßen, summten „Thriller", „Beat It" und „Billie Jean" und imitierten seinen legendären Moonwalk. „Ich kann nicht aufhören, über diese traurige Nachricht zu weinen", trauerte Pop-Diva Madonna. „Es ist solch ein massiver Verlust auf so vielen Ebenen - mir fehlen die Worte", stammelte Jackson Ex-Ehefrau Lisa-Marie Presley. Im Internet kam es zu einem wahren Erdbeben. Die Server von tmz.com, die den Tod zuerst vermeldet hatten, brachen zeitweise unter der Last der Anfragen aus dem Web zusammen. Im Sekundentakt sendeten Twitter-Anwender News, Gerüchte, Kondolenzbekundungen und Kommentare in ihren „Tweets" und brachten den Dienst an den Rand des Absturzes. Auch die Charts reagierten prompt. Neun Alben und 24 Singles standen direkt nach Jacksons Tod in den deutschen Top 100. Wie eine Horrorrezeptur aus der Schmerzapotheke las sich das Polizeiprotokoll über die letzten Stunden im Leben des Popstars: 1.30 Uhr: Jackson kann nicht einschlafen und erhält von seinem Privatarzt Dr. Conrad Murray 10 Milligramm Valium, um 2.00 Uhr spritzt er Mittel gegen Unruhe und Angstzustände, um 3.00 Uhr ein weiteres Beruhigungsmittel. So geht es weiter bis zum Vormittag, als Murray auf Jacksons angebliches Drängen hin das Narkosemittels Propofol injiziert, danach Atemstillstand.

"Das hätte nicht passieren dürfen"

Die Schlagzeilen rissen monatelang nicht ab, schon deshalb, weil sich die Spanne von Jacksons Tod bis zur Bestattung im September über zehn Wochen hinzog. Da waren die Spekulationen um die Ursache seines Todes, das Rätsel um seinen Leichnam, die Grabstätte, der Streit in der Familie Jackson und das Sorgerecht für die Kinder Prince, Paris und Blanket, jetzt 13, 12 und acht Jahre alt, die gemäß Testament der Matriarchin des Jackson-Clans, Katherine (80), zugesprochen wurden. Die Trauerfeier im Staples Center im Juli fesselte allein in den USA über 30 Millionen Menschen an den Fernseher. Angehörige, Freunde und Superstars wie Mariah Carey, Lionel Richie und Stevie Wonder sagten dem Toten - in einem vergoldeten Sarg gebettet - ein letztes Goodbye. Nelson Mandela bezeichnete Jackson in einem verlesenen Grußwort als einen „Giganten". Alle weinten, als Tochter Paris auf der Bühne schluchzte: „Daddy war der beste Vater, den man sich vorstellen kann. Ich wollte nur sagen, dass ich ihn so sehr liebe." Chaos, Krawalle und der befürchtete Ansturm von Hunderttausenden, die ihrem Idol nahe sein wollten, waren ausgeblieben. Am 29. August 2009 feierten Fans rund um den Globus den Tag, an dem Jackson 51 Jahre alt geworden wären. Nur 24 Stunden zuvor hatten die Gerichtsmediziner in Los Angeles den amtlichen Befund der Obduktion vorgelegt: Eine „akute Vergiftung" mit dem Narkosemittel Propofol, dessen Wirkung durch Beruhigungsmittel noch verstärkt wurde, löste sein Herzversagen aus. Am 3. September wurde Jackson auf dem Prominenten-Friedhof Forest Lawn Memorial Park in Glendale bei Los Angeles zu Grabe getragen. Nur die trauernde Familie und geladene Gäste waren dabei. Hollywood-Diva Elizabeth Taylor sprach vielen Trauernden aus dem Herzen, als sie jammerte: „Wir sollten eigentlich nicht hier sein müssen" und „Das hätte nicht passieren dürfen."

Der Fall ruht noch lange nicht

Jacksons Promoter erweckten den „King of Pop" Ende Oktober noch einmal zum Leben. In dem Musik-Dokumentarfilm „This Is It" brilliert Jackson als mitreißender Tänzer und Sänger, der seinen berühmten Moonwalk noch genauso perfekt darbietet wie vor Jahrzehnten. Das Videomaterial stammte von Proben zu der geplanten Konzertserie in London, nur wenige Wochen und Tage vor seinem Tod. Vielleicht hätte Jackson der Welt noch einmal zeigen können, dass er immer noch in der Lage ist, auf der Bühne Übermenschliches zu leisten.

Der frühe Tod des Superstars hat die Schlagzeilen über „Whacko Jacko" (verrückter Jacko), über sein maskenhaft operiertes Gesicht, über Millionenschulden und frühere Vorwürfe sexuellen Missbrauchs in den Hintergrund gedrängt. Doch der Fall Jackson ruht noch lange nicht, sein Leibarzt muss wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. In Polizeiverhören räumte der 57-jährige Kardiologe Conrad Murray ein, Jackson regelmäßig seine „Milch" gegeben zu haben. Der schlaflose Sänger habe ständig nach dem weißlichen Betäubungsmittel Propofol verlangt, verteidigt sich Murray. „Er hat ihn umgebracht", hielt Katherine Jackson dem Arzt vor einigen Monaten vor. Der Prozesstermin steht noch nicht fest, ein Ende des Justizthrillers ist noch lange nicht in Sicht.

Weltweites Gedenken am Jahrestag

Am erste Jahrestag versammeln sich Fans weltweit zum "MJ World Cry Day". Für einige wenige Fans könnte der Todestag von Michael Jackson zum besonderes Erlebnis werden. Möglicherweise erlaubt der Prominenten-Friedhof Forest Lawn Memorial Park in Glendale bei Los Angeles erstmals Nicht- Angehörigen den Zutritt zur Ruhestätte des „King of Pop", allerdings mit gebührender Distanz. Das prunkhafte Mausoleum, in dem der Popstar im vorigen September, zehn Wochen nach seinem Tod, bestattet worden war, bleibt weiterhin unter Verschluss, verlautete es aus Polizeikreisen. „Doch sie (die Fans) könnten es zumindest aus der Ferne sehen", verriet Polizeisprecher Tom Lorenz vorab der US-Presse. Die Friedhofsverwaltung wollte kurz vor dem Jahrestag noch nicht verraten, ob die schweren schmiedeeisernen Tore zu dem Totenpark tatsächlich geöffnet werden. Bereits im Mai twitterte Jacksons Bruder Randy, dass er sein Bestes versuche, den Fans Zugang zu verschaffen. Zum ersten Todestag von Michael Jackson wird in London ein kleines Denkmal für den „King of Pop" errichtet. Das Theater Lyric, in dem das Musical „Thriller Live" über den früheren Popstar gezeigt wird, will eine Gedenktafel enthüllen. In Leipzig beginnt der "MJ World Cry Day" am Freitag um 11 Uhr, mit einem Spendenlauf auf der Festwiese am Zentralstadion. Ab 19 Uhr ziehen die Fans gemeinsam von der Festwiese, durch die Fußgängerzone, bis zum Augustusplatz. Von hier aus soll es unter anderem eine Live-Schaltung zum "MJ World Cry Day" nach London geben. Zum Abschluss wird mit einem weltweiten Kerzenmeer an den King of Pop erinnert.

dpa/JG

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