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Wer mit wem: Actori und die offenen Kulturfragen

Wer mit wem: Actori und die offenen Kulturfragen

Actori? Das Gutachten der Münchner Beratungsfirma über Einsparpotenziale bei den städtischen Kulturbetrieben hatte vor rund eineinhalb Jahren fast für Tumulte gesorgt.

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Aufräumen in Leipzigs Kultur? Szene aus "Stomp" in der Oper.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Was macht eigentlich. Seitdem ist es ruhig. Dabei laufen die Untersuchungen zu möglichen Kooperationen der vier Großbetriebe Schauspiel, Oper, Gewandhaus und Theater der Jungen Welt weiter. Bis 2015 droht hier bekanntlich eine Deckungslücke von mehreren Millionen Euro.

Intensiv werden mit den betroffenen Häusern verschiedenste Szenarien diskutiert, durchgerechnet, verworfen. Man hört von konstruktiver und offener Atmosphäre. Angeblich werden derzeit zwei Varianten genauer unter die Lupe genommen: eine Zusammenlegung der Verwaltungen von Oper und Gewandhaus sowie jener von Oper und Schauspiel. Rathaussprecher Matthias Hasberg widerspricht: "Es sind zur Zeit mehrere Varianten im Gespräch, klare Favoriten haben sich noch nicht herauskristallisiert."

Der weitere Verlauf laut Hasberg: "Die dem Stadtrat vorzuschlagenden Maßnahmen werden Anfang Oktober in einer letzten Arbeitsgruppensitzung unter der Moderation von Actori besprochen." Die endgültige Vorlage solle voraussichtlich im Dezember dem Stadtrat vorgelegt werden.

Für Skadi Jennicke, kulturpolitische Sprecherin der Linken im Stadtrat, steht der Actori-Prozess bereits morgen im Stadtrat indirekt zur Abstimmung. Dann nämlich wird über die Weiterbeschäftigung von Gewandhausdirektor Andreas Schulz und Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly bis 2020 entschieden. Mit einer Vertragsverlängerung, so Jennicke gestern in einer Pressemitteilung, würden Strukturveränderungen am Gewandhaus ausgeschlossen. "Das ist verständlich, geht aber zu weit, wenn es zur Bedingung wird und der Oberbürgermeister sich darauf einlässt. Wer hat denn hier das Heft des Handelns in der Hand?", fragt Jennicke. Die Linke, die ein Zusammengehen der Verwaltungen von Oper und Gewandhaus befürwortet, sei nicht bereit hinzunehmen, dass Personalentscheidungen die Strukturen für die Gesamtheit der künstlerischen Eigenbetriebe festlegen.

"Diese Aussage ist nicht richtig", kontert Hasberg. "Auch das Gewandhaus wird sich mittelfristig in den Strukturierungsprozess einbringen. Im Moment zeichnet sich aber ohnehin keine Ratsmehrheit für eine Strukturänderung des Gewandhauses ab." Auch Gewandhausdirektor Andreas Schulz widerspricht der Interpretation der Linken: "Das Gewandhaus arbeitet konstruktiv und intensiv an dem Actori-Prozess mit und verschließt sich keineswegs politisch gewollten mittel- oder langfristigen Strukturveränderungen, die geeignet sind, die Leipziger Kulturlandschaft auch in Zukunft zu sichern."

Wolfram Leuze (Grüne), Vorsitzender des Kulturausschusses, betont, die Vertragsverlängerungen hätten "nur sehr partiell" mit Strukturfragen zu tun. "Außerdem brauchen sinnvolle Reformen einen Vorlauf von fünf Jahren."

Skadi Jennicke verweist hierzu auf einen Stadtratsbeschluss: "Die Umsetzung des Vorschlags und die Betriebsaufnahme der neuen Struktur erfolgt zum 1. August 2015." Weiterer Kritikpunkt der Linken: Der Vertrag des Gewandhauskapellmeisters bleibe erneut Verschlusssache. "Wie das Honorar von Riccardo Chailly finanziert wird, weiß allein der OBM." Mit Transparenz habe das nichts zu tun. Wolfram Leuze sieht auch dies anders: "Die Mitglieder des Betriebsausschusses Kultur konnten sich sehr wohl ein Bild von der Vertragsgestaltung machen."

Transparenz gibt es definitiv bei den Kosten für die Kulturberater von Actori. Waren für das Ende 2011 vorgestellte Gutachten rund 160 000 Euro zu zahlen, werde, so Matthias Hasberg, nun die Begleitung, Steuerung und Moderation des Arbeitsprozesses mit rund 115 000 Euro vergütet. Jürgen Kleindienst

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2013

Jürgen Kleindienst

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