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Wie es dem Leipziger Musiker Gon von Zola in London ergeht

Wie es dem Leipziger Musiker Gon von Zola in London ergeht

Ende der 90er Jahre wurde er zu den wichtigsten Hoffnungsträgern der hiesigen Pop-Szene gezählt. Dank der Firebirds konnte er auskömmlich von der Musik leben, mit dem umwerfend-beatleskem Charme seiner Band Barbie Q.

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Zum 20. Band-Geburtstag stand Maik Gonjaeff 2012 noch mal mit seinen früheren Firebirds-Kollegen auf der Bühne. Dabei gehört er bereits ein halbes Bandleben lang nicht mehr dazu. Seit zehn Jahren nennt er sich Gon von Zola und lebt in London.

Quelle: PR

schaffte er es bis ins Berliner Finale des F6-Music-Awards. Doch irgendwie wurde es Maik Gonjaeff in Leipzig zu eng. London musste es sein, kleiner wollte er es nicht. Also war er dann mal weg. An der Themse nennt er sich Gon von Zola, und sein musikalisches Ein-Mann-Projekt heißt The Budda Cakes.

Frage: Nun ist es fast zehn Jahre her, dass Sie nach London ausgewandert sind. Gibt es etwas von der Pleiße, was Sie an der Themse vermissen?

Gon von Zola: Auf jeden Fall. Zum Beispiel den Bärlauch im Frühling, durch die Wälder radeln, den täglichen Cospi-Besuch im Sommer und meine Freunde. Deshalb habe ich mein Zimmer behalten und bin recht oft da.

Wie muss man sich Ihr Leben in der Welthauptstadt des Pop vorstellen?

Ich wohne in Highgate Village im Dachgeschoss eines Hauses ganz oben auf einem Berg. Mit einem Park vorm Fenster, Karl Marx' Grab um die Ecke, dem Highgate Bookshop unten im Haus, Kate Koss und Ray Davies von den Kinks als Nachbarn. Normalerweise stehe ich zeitig auf, trinke Tee und lese die news online, dann bearbeite ich meine Mails oder schreibe einen Song. Später radle ich zu meiner Freundin oder geh spazieren im benachbarten Hampstead Heath. Im Moment nehme ich tagsüber mein neues Album auf. Abends gehe ich meistens früh ins Bett und lese was.

Heißt das, Sie können von Ihrer Musik leben?

Das hängt davon ab, was man zum Leben braucht. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich keine Häuser mehr besetzen muss.

Sind Sie in der Popszene der Großstadt angekommen?

The Budda Cakes haben auf jeden Fall ihre Nische gefunden. Kein anderer macht so was, und dem Publikum gefällt's. Am Anfang hatte ich mein DDR-Harmonium, ein Spielzeugklavier vom Leipziger Nachtflohmarkt und einen Walkman mit Kassetten, auf denen die Backingtracks waren, auf der Bühne. Dann spielte ich eine Weile mit einem Drummer und einem Bassisten. Mittlerweile bin ich wieder zu meiner One-Man-Show zurückgekehrt.

"The Edge Of Different" hat acht Stücke, kommt aber auf kaum 20 Minuten Laufzeit - Sie lieben die kurze Form. Warum?

Als Pescetarier mag ich knackige Songs ohne viel Speck. Ich habe mit jedem Stück was zu sagen, und wenn es gesagt ist, will ich es nicht künstlich in die Länge ziehen. Lieber kurz und gut.

Sie bezeichnen die CD als "ultimate break up album". Das kann Aufbruch heißen, aber auch Abbruch, Schlussstrich, Ende. Wie möchten Sie es verstanden wissen?

Als vor einem Jahr mit meiner Freundin Schluss war, habe ich mich einen Monat eingeigelt und Musik gemacht. Danach wollte ich von den Songs erst mal nichts mehr wissen, die Aufnahmen lagen herum. In der Zwischenzeit fing ich an, mit Sue Denim von Robots in Disguise zu schreiben, und mittlerweile haben sich viele Lagerfeuer-taugliche Songs angesammelt. Weil es sich einfach frischer anfühlt, will ich die alten Songs erst mal releasen und so den Weg für ein neues Album frei machen.

Die ehemaligen Bandkollegen der Firebirds haben vergangenes Jahr ihren 20. Geburtstag mit mehreren Shows in den sächsischen Metropolen vor Tausenden jubelnden Fans gefeiert. Wünschen Sie manchmal, Sie hättest sich seinerzeit dafür entschieden?

Ich war dabei, habe jeweils drei Stücke mit ihnen gespielt und somit auch was vom Kuchen abgekriegt. Immerhin habe ich ja auch reingebuttert. Ich freue mich über den Erfolg der Firebirds. Trotzdem liebe ich meine Musik, mein Leben und meine Ziele. Ich würde die Karrieren nicht tauschen wollen. Ich hoffe ja, das beste kommt noch!

Wie kann man sich "The Edge Of Different" zulegen?

Weltweit über i-Tunes, Amazon und all die anderen Plattformen. Und ich offeriere eine special heartbreak edition über www.thebuddacakes.bandcamp.com. Sie kommt mit einer vertrockneten Blume, einem Papiertaschentuch und einem Stück Schokolade. Ein perfektes Selbstgeschenk zum Valentinstag, wenn man ein bisschen im Alleinsein baden will.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2013

Lars Schmidt

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