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Wie neu: Restaurierter „Canaletto-Blick“ ist zurück in Dresden

Wie neu: Restaurierter „Canaletto-Blick“ ist zurück in Dresden

Rückkehr eines weltberühmten Meisterwerkes: Der sogenannte Canaletto-Blick auf Dresden ist nach seiner Restaurierung von diesem Freitag an in einer Sonderausstellung zu sehen.

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Restauratorin Sabine Bendfeldt arbeitet in der Werkstatt der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden an den letzten Retuschen an Canalettos „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“.

Quelle: dpa

Dresden. Nach eineinhalb Jahren wird das 1748 entstandene Bild „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“ von Bernardo Bellotto (1722-1780) wieder der Öffentlichkeit in der Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger gezeigt. „Natürlich wird man es wiedererkennen und doch staunen, welcher Qualitätssprung durch die Arbeit der Restauratoren ermöglicht wurde“, sagte Galeriedirektor Bernhard Maaz vor der Präsentation der Nachrichtenagentur dpa.

Bellotto gab sich den Namen seines Onkels: der berühmte Maler von Veduten, also Stadtansichten, Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto. Daher ist das Bild als „Canaletto-Blick“ bekannt. Nach dem Ende der Ausstellung am 20. November zieht das Bild den Angaben zufolge in die reguläre Schau. Die Kabinettausstellung „Bernardo Bellotto: Der Canaletto-Blick - Das restaurierte Meisterwerk“ gibt dabei auch Auskunft über die Bearbeitung des 1,33 mal 2,37 Meter großen Kunstwerkes und seine Geschichte.

Damit bedanken sich die Kunstsammlungen auch bei den Spendern für die Rettung eines ihrer Aushängeschilder. Mit der Aktion „Für Canaletto“ hatte der Freundeskreis Museis Saxonicis Usui in zwei Jahren rund 100 000 Euro für die erste grundlegende Restaurierung der rund 250 Jahre alten Vedute und ihre wissenschaftliche Dokumentation gesammelt. Prominente Dresdner wie Sänger René Pape, Schriftsteller Uwe Tellkamp, Maler Georg Baselitz und die Band Polarkreis 18 hatten dafür geworben.

Die von dem Venezianer Bellotto gemalte, wirklichkeitsgetreue Darstellung war seit 1834 fast durchgehend zu sehen - jedoch wegen Transporten, Um- und Auslagerungen, Ausleihen und früheren Bearbeitungen geschädigt worden. Rundum erneuert hängt sie ab Freitag inmitten weiterer gemalter Bellotto-Ansichten auf die Residenzstadt sowie einer Auswahl von Radierungen aus dem Kupferstich-Kabinett. Die Dresdner Gemäldegalerie besitzt 35 Werke des Italieners, der 1747 in die Residenz berufen worden und ein Jahr später der höchstdotierte Hofmaler war.

Der Blick auf das barocke Panorama mit Hofkirche, Augustusbrücke und Frauenkirche war sein „Bestseller“, von dem er mehrere Versionen sowie eine Reproduktionsgrafik als großformatige Radierung schuf. Sie befindet sich ebenfalls in Dresden. „Das Original ist ein weltbekanntes Wahrzeichen Dresdens, das wie kein anderes Gemälde den Blick auf die Stadt, ihre Lage am Strom und ihre fein rhythmisierte Silhouette prägt“, sagte Maaz. Die Urfassung wurde 1748 für den sächsischen Kurfürsten und polnischen König August III. gefertigt.

Eine Wiederholung, die Bellotto für den damaligen Premierminister Graf Brühl malte, befindet sich in einer Madrider Privatsammlung, eine weitere kleine Version in der National Gallery Dublin. Eine dritte kleinere Kopie hängt derzeit im Amtszimmer von Bundespräsident Christian Wulff im Schloss Bellevue in Berlin. Das Bild, das zwischen 1751 und 1753 wahrscheinlich für einen Beamten gemalt worden war, schmückte schon einmal für einige Jahre ein Regierungsbüro: das Amtszimmer von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker.

Simona Block, dpa

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