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Wiedersehensfreude zur Eröffnung der 11. Jüdischen Woche

Schalom! Wiedersehensfreude zur Eröffnung der 11. Jüdischen Woche

Eine schöne Herzlichkeit stand da am Anfang jener Woche, an der bis 5. Juli bei 120 Veranstaltungen jeder eingeladen ist, teilzuhaben. „Schalom!“, grüßte Oberbürgermeister Burkhardt Jung (SPD). Dabei packte er die Woche in den Kontext des Jubiläums 1000 Jahre Leipzig.

Küf Kaufmann wirft einen ersten Blick auf die Schau, die Carol Kahn Strauss mit ihrem New Yorker Institut nach Leipzig holte.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Nein, diese Veranstaltung am Sonntag in der Stadtbibliothek konnte nicht pünktlich um 15 Uhr beginnen: Sie war nun mal der Auftakt zur 11. Jüdischen Woche der Stadt, der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und der Ephraim Carlebach-Stiftung. Und die rund 200 geladenen Politiker samt US-Konsul Scott Riedmann, Kulturschaffenden und Geistlichkeiten anderer Religionen trafen zunächst halt auf 30 von weither angereiste, frühere jüdische Leipziger und deren Nachfahren. Wiedersehensfreude brach sich bahn – und hielt sich an kein Protokoll. Jeder umarmte jeden. Man mochte meinen, alle seine miteinander verwandt oder verschwägert.

Eine schöne Herzlichkeit stand da am Anfang jener Woche, an der bis 5. Juli bei 120 Veranstaltungen jeder eingeladen ist, teilzuhaben. „Schalom!“, grüßte Oberbürgermeister Burkhardt Jung (SPD). „Ich bin stolz darauf, dass in diesem Jahr mehr als 60 Institutionen und Vereine Partner sind.“ Dabei packte er die Woche in den Kontext des Jubiläums 1000 Jahre Leipzig: „Wir können nicht feiern und diesen Teil unserer Geschichte auslassen.“ Immerhin hätten seit dem 19. Jahrhundert verstärkt Persönlichkeiten jüdischen Glaubens alle Bereiche der Stadt geprägt. Bis, ja bis mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten der Holocaust begann.

„Wir sind froh, dass heute wieder so viele jüdische Mitbürger sagen: ,In Leipzig will ich wohnen, arbeiten und leben‘“, betonte Jung. „Tage wie der heutige beweisen, dass Versöhnung möglich ist.“ An einen Mann, der sich sehr dafür engagierte, erinnerte er ganz besonders: an Rolf Kralovitz, Buchenwald-Überlebender, Autor und Mitbegründer der Ephraim Carlebach Stiftung. Am Sonntag vor einer Woche war er 90-jährig in Köln gestorben (die LVZ berichtete). Ihm zu Ehren erhoben sich alle im Saal zu einer Schweigeminute.

Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde, versprühte Optimismus hinsichtlich des weiteren Wachsens und Werdens jüdischen Lebens an der Pleiße. Immerhin zähle die Gemeinde heute wieder 1300 Mitglieder. „Wir schauen jedoch nicht durch die rosarote Brille. Unsere Gesellschaft hat viele Probleme. Eins heißt Antisemitismus.“

Clemens Maier-Wolthausen aus Berlin gab zu bedenken: „Als seinerzeit Leipziger Juden ihr Land verlassen mussten, machten etliche Exil-Länder die Tür zu, nannten sie schlicht Wirtschaftsflüchtlinge. Das kostete vielen das Leben. Das sollte sich nicht wiederholen.“ Maier-Wolthausen ist Kurator der Ausstellung „In unserer Mitte. Aspekte jüdischen Lebens in Leipzig in der Neuzeit“ des New Yorker Leo Baeck Instituts. Mit Institutschefin Carol Kahn Strauss führte er im Anschluss durch die Schau, die ab heute bis zum 8. August in der Stadtbibliothek gezeigt wird.

Der Auftakt zur Jüdischen Woche wurde mit einem Auftritt des Leipziger Synagogalchores an der Synagogen-Gedenkstätte in der Gottschedstraße beschlossen. Sein Gesang – wie immer bewegend.

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