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"Wir sind eher Handwerker" - Die Beatsteaks spielen in der Arena Leipzig

"Wir sind eher Handwerker" - Die Beatsteaks spielen in der Arena Leipzig

Die Beatsteaks sind wieder da. Freitag haben die Berliner in der Arena Leipzig ihr neues Album "Boombox" vorgestellt. Caroline Baetge sprach mit Bassist Torsten Scholz und Schlagzeuger Thomas Götz über Babys, Punk und Pause.

Frage:

Wie geht es euch?

Torsten:

Gut. Ich habe eben im Auto noch eine Stunde pennen dürfen.

Thomas

: Ich habe ein Foto davon gemacht.

Torsten:

Mir lief bestimmt der Sabber Naja, egal.

Ihr habt drei Jahre Pause gemacht. Welchen Dingen habt ihr euch gewidmet?

Torsten: Man muss mit dieser Mär ein für allemal aufräumen. Wir haben nicht wirklich drei Jahre Pause gemacht. Man war dann nach zehn, zwölf Jahren Band mehr oder weniger an dem Punkt, an dem man gesagt hat: So, jetzt ist mal gut, wir machen eine Pause. Die war allerdings nicht länger als Urlaubslänge. Danach hat man sich um die persönlichen Belange oder die der Band gekümmert. Die Pause der Band war viel kürzer, als es von außen aussieht, weil die neue Platte eben auch gedauert hat. Wir lagen quasi ölverschmiert unter dem Wagen.

Thomas: Unterm Aufnahmewagen. Und wir haben zwischendurch noch eine Liveplatte rausgebracht.

Der Tenor unter den Fans war ja, dass ihr Pause gemacht habt, um alle Väter zu werden.

Torsten: Mehr oder weniger. Der Tenor in der Band ist jetzt, dass es ein riesengroßer Fehler war mit den Kindern (lachen beide). Das kann man aber nicht mehr rückgängig machen. Sie sind zu groß, als dass sie durch die Babyklappe passen. Und auch Anbinden an der Autobahnraststätte fällt aus. Die sind inzwischen so groß, dass sie den Knoten selber aufmachen können.

Also erschweren die Kleinen das Touren?

Torsten: Nee, nee...

Thomas: Das Touren macht jetzt noch mehr Spaß.

Torsten: Ja, dann ist endlich wieder Ruhe, und ich kann länger als sechs Stunden schlafen.

Hat euch die Mehr-oder-weniger-Pause denn auch Inspiration gebracht?

Thomas: Ich hoffe schon, dass die Platte so gut ist, dass man denkt - Boah, die waren ja inspiriert.

Von was?

Thomas: Das kann man ja meist gar nicht so genau sagen. Wir sind eh nicht so die Inspirierten, sondern eher die Handwerker.

Torsten: Ich lasse mich oft von Demos inspirieren. Man bekommt ein paar Ideen, wenn man die Sachen der Anderen hört. Oft ist es Käse, aber manchmal sagt einer von der Band: Ach, das ist eine gute Idee. Inspiration ist bei uns aber ein Unwort.

Wie oft seid ihr im Proberaum anzutreffen?

Thomas: Den anderen fliegt es eher zu, ich muss oft im Proberaum üben.

Torsten: Eigentlich haben nur Thomas und ich geprobt, die anderen proben generell nicht. Arnim, weil er talentiert ist, die anderen, weil sie faule Schweine sind. So sieht's aus. Gitarristen proben nicht.

Thomas: Bei den Proben geht es dann: Jetzt übt erst mal, bis ihr den Song klarmacht.

Brauchtet ihr denn Zeit, um zu fünft wieder loslegen zu können, oder ging das gleich auf Anhieb?

Thomas: Wir haben schon Zeit gebraucht. Bis jeder wieder zu 100 Prozent im Proberaum war und nicht überlegt hat, was er noch alles erledigen muss. Das dauert, bis die Zahnräder wieder ineinanderpassen.

Habt ihr zu manchen Stücken nun auch einen anderen Zugang?

Torsten: Bei manchen Sachen schon, weil ich jetzt endlich anfange, mein Instrument zu begreifen. Ich kriege manchmal beim Spielen mit: Ach so ist das gemeint! Ich bin da sehr langsam.

Ihr vereint auf dem neuen Album viele Musikstile...

Torsten: Tun wir das?

Zumindest klingt es sehr vielschichtig.

Thomas: Dankeschön.

Wie nennt ihr nun euren Musikstil?

Torsten: Ich hab mir gerade überlegt, dass ich das vielschichtige Rockmusik nennen werde. Ich weiß zwar nicht, wie ich darauf komme, aber finde, das ist eine gute Beschreibung.

Kommt jetzt das Rheuma, und der Punk geht?

Torsten: Rheuma ist gar kein Thema bei uns. Aber Bernd ist bei uns ja der Einzige, der sich mit Punk auskennt. Wir beide haben grundsätzlich keine Ahnung von Punk. Ich bin im Osten als FDJler groß geworden. Linientreu war ich, seid bereit, immer bereit. Für mich gab es kein Aufbegehren. Wenn Kids ihre Eltern erschrecken mit ihrer Musik, ist das mehr Punk als ein Beatsteaks-Album.

Thomas: Aber wir lassen nicht machen, wir machen auch vieles selber.

Noch eine andere Frage zum Album: "Boombox" bezieht sich ja auf euren Proberaum in Berlin. Nach 48/49 ist das schon die zweite Platte, die nach einem Probenraum benannt ist. Wollt ihr damit zurück zu euren Wurzeln?

Thomas: Nö. Ist mir auch erst hinterher aufgefallen. Das ist keine Rückbesinnung auf alte, gute Werte. Lieber nach vorne und nicht so viel rückbesinnen.

Welchen Bandkollegen würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Thomas: Alle.

Geht es nicht mehr ohne?

Thomas: Nein, wenn alle da sind, sind wir am stärksten.

Caroline Baetge

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