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Wolfgang Stumph gibt am Dresdner Neumarkt den Bombenprofi

Wolfgang Stumph gibt am Dresdner Neumarkt den Bombenprofi

Beinahe hätte Schauspieler Wolfgang Stumph beim Entschärfen des Blindgängers seine Brille vergessen. Ein kleiner Fehler, der glücklicherweise keine Folgen hat.

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Quelle: Dominik Brüggemann

Dresden. Die braune, mit Erde verschmutzte Bombe ist nur eine Attrappe. Die Requisite lag am Dienstag in der Ausgrabungsstelle am Neumarkt am Filmset für Stumphs neuen Film „Blindgänger“, der Anfang 2015 im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) ausgestrahlt werden soll.

Der Film handelt von Conny Stein, einem Bombenentschärfer in Dresden. Kurz vor seiner Pensionierung muss er noch eine Bombe entschärfen. Dabei findet er jedoch ein kleines Mädchen, das aus dem Ausland nach Dresden geflüchtet ist. Stein nimmt sich ihrer an und sorgt sich um das Mädchen. „Wir drehen heute alles um diese Entschärfung. Die Szene wird die Eröffnungssequenz des Films“, sagte Uwe Urbas, Produzent bei der ausführenden Polyphon-Film- und Fernsehgesellschaft.

Am Dienstag fiel die erste Klappe bereits kurz nach vier Uhr. „Wir sind mit einer Drohne über die Altstadt geflogen und haben uns dem Set mit dem Blindgänger von oben genähert“, berichtet Urbas weiter. Diese Flugszene sei sehr anspruchsvoll gewesen, da die Flugbahn und der Weg der Schauspieler exakt auf einander abgestimmt werden mussten.

Allein technische Szenen ohne schauspielerische Dialoge dreht die Filmcrew zehn bis 20 Mal. „An guten Tagen schaffen wir rund drei Minuten des 90-Minuten-Films“, ordnet Urbas weiter ein. Insgesamt stehen dem Team 26 Drehtage in Dresden, Berlin und Paris zur Verfügung.

Für die Dreharbeiten hat Stumph auch den Dresdner Bombenentschärfer Thomas Lange konsultiert. „Ganz Deutschland hat dieses Bild der Zerstörung im Februar 1945 vor Augen und deshalb spielt es auch eine Rolle. Das Thema ist aktueller denn je, wie die Entschärfungen vieler Blindgänger der vergangenen Monate gezeigt haben“, sagt Stumph, der Lange als Fachberater für die Dreharbeiten hinzugezogen hat.

Mit dem Drehort an sich ist Stumph sehr zufrieden. „Das Schöne ist, dass wir hier Motive im Film haben, die man so nie wieder sieht“, sagte Stumph mit etwas Wehmut in der Stimme und weist auf den Kulturpalast und die Baustelle am Neumarkt hin. So sei es auch der Ehrgeiz der Filmemacher gewesen, unbedingt an dieser Stelle zu drehen.

Der Job des Bombenentschärfers steht jedoch nicht im Fokus des Films. Ein wichtiges Thema ist auch die Diskussion über die eigene Heimat, die anhand der Flüchtlingsgeschichte des kleinen Mädchens beleuchtet wird. Und die hält den Entschärfer Stein auf Trab. „Am Anfang ist er schon ein ganz schöner Stinkstiefel, der eine erhebliche Wandlung durchlebt“, verriet Stumph gestern am Rande der Dreharbeiten.

Dominik Brüggemann

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