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Zehn Jahre nach der Flut - Kunst in altem Glanz besser geschützt

Zehn Jahre nach der Flut - Kunst in altem Glanz besser geschützt

Barocke Pracht in glitzerndem Sonnenlicht: Vor zehn Jahren schien diese Normalität nur schwer vorstellbar. Bilder der überfluteten barocken Dresdner Altstadt gingen im August 2002 um die Welt.

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Dampfschiff vor dem Schloss Pillnitz (Archivfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Die dramatische Rettung der weltberühmten Kunstschätze wurde zu einem Symbol der Solidarität in der Katastrophe. Im Sommer 2012 bevölkern Touristen wie eh und je Zwinger, Semperoper oder Schloss Pillnitz. Kultureinrichtungen sind technisch auf modernstem Stand und sicherer gegenüber solchen Naturgewalten. Und auch in Parks wie dem Gartenreich Dessau-Wörlitz (Sachsen-Anhalt) erinnert nichts mehr an die verheerenden Ereignisse an Elbe und Mulde.

Mit der Idylle in einem der deutschen Horte der Kunst war es am 12. August 2002 schlagartig vorbei. Das nach tagelangem Regen zum reißendem Strom angeschwollene Gebirgsflüsschen Weißeritz ergoss sich von Süden in Dresdens Zentrum und durch weltbekannte Musentempel in die Elbe. Die meisten Kunstschätze - Gemälde, Skulpturen, Porzellane, Instrumente - wurden in einer Nacht- und Nebelaktion gerettet. Keller und Foyers von Museen und Theatern aber waren tagelang nass - und dann breitete sich die Elbe noch in Zwinger, Semperoper und Schauspielhaus aus.

Die schwerste Naturkatastrophe in der Geschichte des Freistaates forderte 21 Todesopfer. Mit 8,6 Milliarden Euro summierten sich in Sachsen die bundesweit größten Verwüstungen, darunter 115 Millionen Euro an Kultureinrichtungen. Aus dem kulturellen Hilfsprogramm von Bund und Ländern flossen 97 Millionen Euro in die Beseitigung der Schäden. Oper, Schauspielhaus und Museen sind nun auch für künftige Fluten gerüstet: mit Pumpen, Schläuchen, Schotten, Entlastungsbrunnen und Hochwasserschutzwänden.

Dank Fluthilfe und 3,4 Millionen Euro aus einer Benefizauktion haben die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) ein hochwassersicheres Gemäldedepot mit Restaurierungswerkstätten - 17 Meter hoch über dem Innenhof des Albertinums. „Wir haben aus dieser Katastrophe gelernt und umfangreiche Maßnahmen für den Kulturgüterschutz umgesetzt“, sagt Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Die unterirdischen Depots, aus denen rund 22 000 Schätze gerettet wurden, werden anderweitig genutzt. „Wir alle waren während und nach der Flut bereit, ein hohes Maß an Risiko einzugehen“, sagt der damalige Generaldirektor Martin Roth. Das habe Dresden und auch Sachsen vorangebracht.

So warben die Dresdner Kunstschätze im Ausland für sich, die Oper machte mit ungewohnten Projekten auf sich aufmerksam. Dort sind Konzertflügel-Lager und Technikzentrale nicht mehr im Erdgeschoss. Vor Regen und steigendem Grundwasser schützt zudem Spezialtechnik. „Die hat sich 2006 bewährt“, sagt der technische Leiter Frank Oehme mit Blick auf ein weiteres Hochwasser. Die monatelange Schließung riss nicht nur ein Loch in den Etat der Staatsoper, auch die Museen mussten einen Einbruch in der Bilanz verkraften. Bis 2003 schreckten reißende Medienberichte vom versunkenen und zerstörten Dresden Touristen noch ab.

Die Flut machte auch das weltberühmte Dessau-Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt) noch bekannter. Das rund 145 Quadratkilometer große Areal gilt als Gesamtkunstwerk. Es ist der erste im englischen Stil errichtete Landschaftsgarten auf dem europäischen Festland - mit dem Wörlitzer Park als Kern. Hunderte Freiwillige hatten in dem Unesco- Welterbe das Schlimmste mit Sandsäcken verhindert - im dramatischen Wettlauf mit der Zeit. Die Spuren der Flut sind längst beseitigt und jährlich flanieren Zigtausende Touristen - wie in Schloss Pillnitz in Dresden, sagt der Sprecher der Schlösserverwaltung, Uli Kretzschmar. „Die Wunden sind vernarbt, Schönheitsoperationen erfolgt.“

Simona Block, dpa

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