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Zero-Künstler Heinz Mack wird 80

Zero-Künstler Heinz Mack wird 80

Es dauerte nur wenige Stunden, dann waren mehr als 30 frühe Metallreliefs von Heinz Mack kürzlich in einer New Yorker Galerie verkauft. Das teuerste Stück, zwei Mal zwei Meter groß, ging für 380 000 Dollar (277 000 Euro) über den Tisch.

Mönchengladbach. Vor einem Jahr erzielten Werke der „Zero“-Gruppe bei einer Sotheby’s-Auktion in London Spitzenpreise - seitdem erleben die drei Pioniere dieser avantgardistischen Nachkriegskunst-Bewegung - Mack, Otto Piene und Günther Uecker - eine Renaissance.   

Der Zero-Mitbegründer Mack bleibt trotzdem auf dem Boden. Der Künstler mit den weißgrauen Haaren, die markant im Scheitel über seinem Kopf liegen, wird am 8. März 80. Ein Alter, in dem andere sich längst zur Ruhe gesetzt haben. Nicht so Mack. Er ist putzmunter - genauso wie seine Zero-Mitstreiter Piene und Uecker.   

Unablässig baut Mack schlanke Stelen, experimentiert mit metallenen Industrienetzen, malt chromatische Bilder in einer wunderbaren Leuchtkraft. In seinem Atelier entsteht gerade ein fünfteiliges Werk zu den vier Jahreszeiten. Den Sommer gibt es gleich zweimal - in sattgrün und feurigem orange. Denn Licht ist Macks Leidenschaft.   

In Bonn, Düsseldorf und Mönchengladbach sind zum Ehrentag Macks große Ausstellungen zu sehen. Selbst in Hongkong ist im September eine Skulpturenschau geplant. In mehr als 130 Museen der Welt sind Macks Werke zu sehen. Woher kommt dieser Erfolg, bald 50 Jahre nach Gründung der Zero-Gruppe? „Meine Arbeit war zu jeder Tages- und Nachtzeit präsent“, sagt Mack. „Jetzt ist eine Generation herangewachsen, die sich in Breitengraden aufhält, die sehr verwandt sind mit meiner Welt“, sagt er und nennt zum Beispiel den dänischen Installationskünstler Olafur Eliasson. „Eine Reihe junger Leute geht meinen Weg.“    I

m Atelier, in der Werkstatt, auf dem Gelände des liebevoll restaurierten Fachwerkhofes in Mönchengladbach, wo Mack schon seit über 40 Jahren lebt, ragen überall die zeitlos eleganten Stelen aus Plexiglas, Edelstahl, Granit in die Höhe. In großen Lagerhallen hat der mehrfache documenta-Teilnehmer mit bunten Punkten auf weißen Zetteln markiert, in welchem Museum seine Stelen, Bilder und Rotoren ausgestellt werden sollen. Kunst, das ist Knochenarbeit für den Objekt- und Lichtkünstler. In seinen Werkstätten stehen Metallwalzen und -große Schneidegeräte, unzählige Werkzeuge hängen an den Wänden, Material stapelt sich in den Ecken. Unterstützt wird Mack von einem Schweißermeister.   

Macks Arbeiten sind auch in Parks, an Straßen und Plätzen von München über Münster bis Berlin zu sehen. Das trug ihm zwar auch Häme ein, aber Mack steht dazu: „Mich interessiert die monumentale Skulptur, und die kann es nur im öffentlichen Raum geben.“ So schuf er die etwa 42 Meter hohe Stele vor der Daimler-Hauptverwaltung in Stuttgart. Tausende Autos brausen täglich an seinen sieben Stahlstelen in Essen vorbei. In seiner Werkstatt bringt Mack Metallobjekte, die oft jahrelang Wind, Sonne und Regen ausgesetzt waren, auch persönlich wieder auf Hochglanz.   

Mack gehört mit Piene und Uecker zum Zero-Dreigestirn, das von 1957 bis 1966 für den Neuanfang der Nachkriegskunst in Deutschland stand. In den 60er Jahren lebte Mack drei Jahre in New York. „Dort ist man über Nacht berühmt, und nach zehn Monaten wieder vergessen“. Den in Hessen geborenen Mack zog es ins Rheinland, wo er an der Kunstakademie Düsseldorf und später in Köln Philosophie studierte.   

Schon seit Ende der 50er Jahre unternahm Mack Expeditionen in die Wüste und die Arktis - seine Lichtskulpturen im Wüstensand wirkten wie flirrende Hinterlassenschaften der Außerirdischen. Seinen zweiten Wohnsitz hat Mack auf Ibiza, für ihn die „Insel des Lichts“. „Meine Ideen fallen wie Steine vom Himmel und gefährden mein Leben“, sagte er einmal. „Ich mache Vögel daraus und lasse sie wieder fliegen.“

dpa

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