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Zum Tod von Ines Paulke

Zum Tod von Ines Paulke

Eine Traumkarriere Made in GDR: Krankenschwester aus Thüringen absolviert professionelle Gesangsaubildung und begegnet dem wichtigsten Hitschreiber des Landes. Nach zarten Anfängen à la „Mona Lisa aus Riesa" schreibt Arnold Fritzsch für Ines Paulke Hit auf Hit.

Leipzig. Mit „Wie im Regen", „Himmelblau" oder „Hauch mir wieder Leben ein" ist sie ab Mitte der 80er medial dauerpräsent. Ihr größter Erfolg „The Colour Of My Tears" wird sogar in Englisch akzeptiert, seinerzeit absolut ungewöhnlich. Mit diesem Lied wird sie '88 zu Festivals rund um die Welt geschickt. Zuhause wird die warmherzige, charmante Diva dreimal „Sängerin des Jahres", ihr einziges Amiga-Album ist 1988 das erfolgreichste im Land. 1989 bestreitet sie erfolgreich ein Festival in Nashville (USA) und tourt in China. Doch das interessiert zuhause plötzlich niemanden mehr, Ostrock ist out, für lange. Für die Stars der zweiten Hälfe der 80er bleibt das auch so. Während sich ältere Kolleginnen wie Veronika Fischer oder Ute Freudenberg einer Auferstehung erfreuen, müssen IC Falkenberg oder eben Ines Paulke einsehen, dass ihre Karrieren zu kurz waren, um Bestandteil von Biographien zu werden. Paulke steht 1990 immerhin ein halbes Jahr im Friedrichstadtpalast in der Personality-Night-Show auf der kleinen Bühne, schafft es 1994 und 2003 sogar auf die große, schiebt immer neue Projekte mit Kolleginnen wie Angelika Weiz oder Anke Schenker an. 2003 singt sie den Song für Leipzigs Olympiabewerbung. Bis zum Schluss ist sie mit Reinhard Lakomys „Traumzauberbaum"-Ensemble unterwegs. Nun ist das Gästebuch ihrer Homepage randvoll mit Kondolenzen. Davor: Tiefe Einsamkeit für eine Künstlerin, die den Jubel Tausender kennt. Wohl dem, dessen Seele gut gepolstert ist. 2007 scheint sie den Absprung geschafft, das Glück gefunden zu haben, verliebt sich und zieht ins Allgäu. Bis die Beziehung zerbricht. Ines Paulke hat in der Nacht zum 17. Februar den Freitod gewählt. Sie wurde 51 Jahre alt.

Peter Matzke

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