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Zum Tod von Ingeborg Krabbe

Volksschauspielerin Zum Tod von Ingeborg Krabbe

Die in Leipzig geborene Schauspielerin und Kabarettistin Ingeborg Krabbe war im Fernsehen wie auf der Bühne bekannt und beliebt. In ihrer Heimatstadt gehörte die zu den Gründungsmitgliedern der Leipziger Pfeffermühle. Am Freitag ist Ingeborg Krabbe im Alter von 85 Jahren gestorben.

Ingeborg Krabbe (links) mit den Kollegen Günter Schubert, Uta Schorn, Peter Cwielag und Anne Kasprzik (v.l.) 1993 in der MDR-Serie „Bereitschaft Dr. Federau“.
 

Quelle: Rundfunkarchive Ost / MDR

Leipzig.  Ingeborg Krabbe war ein Energiebündel und eine Kämpferin. Am Freitag hat nun der Krebs die 85-jährige gebürtige Leipzigerin besiegt. Die nur 160 Zentimeter große, wunderbare Volksschauspielerin mit den blauen Augen bezauberte mehr als sechs Jahrzehnte ihr Publikum. Mit ihren über 300 Rollen bei der Defa ( „Geliebte weiße Maus“, „Die Abenteuer des Werner Holt“, Tecumseh“ und viele andere) und vor allem im Fernsehen („Maxe Baumann“ oder „Drei reizende Schwestern“) war sie in der DDR Fernsehliebling.

Die Schauspielerin Ingeborg Krabbe ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

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Mit 76 Jahren gab die Schauspielerin in „Ich war noch niemals in New York“ in Hamburg ihr Debüt als Darstellerin in einem Musical und sang zudem den Udo-Jürgens-Titel-Hit. Nach ihren Erfahrungen befragt, die sie bei dem knapp dreijährigen Engagement gemacht hat, antwortete sie in einem Interview mit dieser Zeitung: „Das Engagement wäre noch weiter gegangen, wenn ich gewollt hätte. Aber wenn man en suite beschäftigt ist, muss man andere Angebote ablehnen. Und wenn man immer nein sagt, ist man ganz schnell weg von Fenster.“ Dennoch sei die Erfahrung für sie überwältigend gewesen, „weil es nicht nur eine Welturaufführung, sondern weil es ein wirklich internationales Ensemble war“.

Noch vor ein paar Jahren begeisterte Ingeborg Krabbe im Berliner Schloßpark-Theater über Wochen als etwas schrullige Margrit Wilberforth in „Ladykillers“, die die Bankräuber überlistet. Zwischendurch gastierte sie zwischen Ostsee und Thüringer Wald sowie an zwölf Tagen in der Theaterfabrik Sachsen in Leipzig in dem Tournee-Stück „Rentner haben niemals Zeit“. Mit Herbert Köfer als Partner spielte sie auch im Vorjahr ihre letzte Fernsehrolle. In einer Folge von „In aller Freundschaft“ agierten beide als altes Ehepaar, dessen Suizid misslungen war.

Die Komödie „Rentner haben niemals Zeit“ mit Ingeborg Krabbe und Herbert Köfer (vl) in der Theaterfabrik Sachsen

Die Komödie „Rentner haben niemals Zeit“ mit Ingeborg Krabbe und Herbert Köfer (v.l.) in der Theaterfabrik Sachsen.

Quelle: André Kempner

Obwohl die Künstlerin über Jahrzehnte auf dem Bildschirm oder nach der Wende in den Theatern am Kurfürstendamm als schnoddrige Berlinerin die Zuschauer begeisterte, ihr Herz schlug immer noch für ihre sächsische Heimat. Dort in Leipzig war sie nicht nur vor 85 Jahren zur Welt gekommen und aufgewachsen, sondern hatte ab Ende der 40er Jahre an der Hochschule für Musik die Schauspielklasse absolviert. Im „Theater der jungen Welt“, dem ältesten professionellen Kinder-und Jugendtheater Deutschlands, ging sie dann die ersten Schritte auf den Weg ins Schauspielerleben und hat die „Leipziger Pfeffermühle“ im Weißen Saal des Zoo mit aus der Taufe gehoben.

Damals an den Städtischen Bühnen engagiert, sah man sie auch in Inszenierungen im Schauspielhaus und in den Kammerspielen, ehe sie nach Berlin ging. In ihre Geburtsstadt kam sie immer wieder gern und war begeistert, wie rings um Leipzig aus den ehemaligen Braunkohletagebauen eine wunderbare Seenlandschaft entstanden ist. Außerdem besuchte sie Verwandte vor Ort und traf sich mit ihrer ehemaligen Klasse – soweit noch vorhanden.

Obwohl Bühne und Bildschirm für die Künstlerin, die fast bis zuletzt aktiv war, Lebenselixier bedeuteten, war sie auch ein wunderbarer Familienmensch. Neben ihrem Mann, zwei Töchtern, einen Dutzend Enkeln und Urenkeln trauert das Publikum um eine wunderbare Schauspielerin.

Von Rolf Richter

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