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Details zur Herkunft von Straftätern? Presserat tagt

Medien Details zur Herkunft von Straftätern? Presserat tagt

Heute tagt in Berlin das Plenum des Deutschen Presserates. Auf der Tagesordnung steht die Diskussion um die umstrittene Richtlinie 12.1. Darin geht es um die Frage, wann die Herkunft von Straftätern genannt werden darf.

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Soll die Herkunft eines Straftäters bei der Berichterstattung prinzipiell genannt werden? Darüber diskutiert der Presserat. Foto: Jens Kalaene

Berlin. Der Deutsche Presserat diskutiert heute über die Frage, wann Medien Angaben zur Herkunft oder Religion von Straftätern machen dürfen.

Die Debatte über die Richtlinie 12.1 im Pressekodex steht auf der Tagesordnung einer nicht-öffentlichen Plenumssitzung in Berlin. Der Presserat will unter anderem einen Medienpsychologen zu diesem Thema anhören.

Die Richtlinie empfiehlt, dass ein "begründeter Sachbezug" zur Straftat bestehen muss, wenn Journalisten erwähnen, dass der Täter oder Verdächtige einer religiösen, ethnischen oder anderen Minderheit angehört. In vielen Redaktionen ist die Richtlinie umstritten. Die Kritik daran wurde zuletzt schärfer, insbesondere im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die zahlreichen Straftaten in der Silvesternacht in Köln.

Die Richtlinie lasse Informationen zur ethnischen Zugehörigkeit oder Religion im Zusammenhang mit Straftaten durchaus zu, sagte Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des Deutschen Presserates. "Aber wenn in einem Achtzeiler bei Verdacht einer Straftat die Rede von einem ägyptischen Asylbewerber ist, ist das aus unserer Sicht ein diskriminierender Vorgang."

Nach Einschätzung der "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch geht es immer um eine Einzelfall-Entscheidung. Die Richtlinie 12.1 schränke Journalisten aber unzulässig ein und bevormunde die Leser. Christian Lindner, Chefredakteur der in Koblenz erscheinenden "Rhein-Zeitung", kritisierte die Formulierung der Richtlinie als aus der Zeit gefallen. "Ich will eine Neuformulierung, die Medien aus der Ecke des Verdachts rausholt, Informationen aus politischen Gründen verschweigen zu wollen", sagte er.

Anders sieht das Frank Überall, der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV): "Ich halte die Formulierung für tragfähig und sehe nicht, dass sie im Wortlaut geändert werden müsste", sagte er. Wenn es einen Zusammenhang zwischen Nationalität und Straftat gibt, könne es gerechtfertigt sein, Angaben zur Herkunft des Täters zu machen. "Aber wenn es keine Relevanz hat, hat es in der Berichterstattung auch nichts zu suchen."

dpa

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