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Ermittler kommen nach Zugunfall voran

Unfälle Ermittler kommen nach Zugunfall voran

Nach dem Zugunglück in Bad Aibling werden die größten Trümmer abtransportiert. Auch der dritte Fahrtenschreiber taucht auf. Doch es gibt am Freitag nicht nur gute Nachrichten.

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Blick auf die Unfallstelle in Bad Aibling. Foto: Peter Kneffel

Bad Aibling. Es ist eine Puzzlearbeit - für die Ermittler, die die Ursache für das Zugunglück von Bad Aibling finden wollen. Und für diejenigen, die die Wracks abtransportieren sollen. Bei den Aufräumarbeiten ist am Freitag auch die letzte Blackbox aufgetaucht.

Dieser Fahrtenschreiber zeichnet relevante Informationen während der Fahrt auf und soll dazu beitragen, den Hergang des Unfalls mit bisher elf Toten und zahlreichen Verletzten herauszufinden. Die Experten kommen bei der Spurenanalyse voran - bislang aber ohne konkrete Ergebnisse. Doch schlechte Nachrichten kommen aus den Kliniken.

Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, sagte eine Polizeisprecherin: "Es ist leider so, dass einige in einem kritischen Zustand sind." Es stehe zu befürchten, dass weitere Menschen den Kampf um ihr Leben verlören. Am Dienstag waren zwei Züge auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim ungebremst ineinander gerast. In einem ökumenischen Gottesdienst wollen die Menschen in Bad Aibling an diesem Sonntag der Opfer der Zugkatastrophe gedenken.

Die Unfallstelle wird unterdessen Stück für Stück mit schwerem Gerät aufgeräumt. "Die zwei Triebwagen sind jetzt voneinander getrennt, die rollfähigen Zugteile werden langsam abtransportiert", erläuterte die Polizeisprecherin. Ein Kollege sagte am Nachmittag: "Das Gleis wird heute nicht vollständig geräumt werden." Wann die letzten Zugteile abtransportiert sein werden, war zunächst unklar.

Zur Suche nach der Ursache sagte die Sprecherin: "Wir brauchen noch mehr Puzzleteile, um das gesamte Bild sehen zu können." Es sei noch nicht ausgemacht, ob es sich um menschliches oder technisches Versagen handele. "Da können auch mehrere Sachen zusammenspielen." Eine andere zuverlässige Quelle hatte der Deutschen Presse-Agentur bereits am Dienstag "menschliches Versagen" als Ursache genannt. Der Polizeisprecher betonte: "Die Ermittlungsarbeit müssen wir seriös und sachlich voranbringen." Daher äußere sich die Polizei nicht weiter.

Experten haben zwei der drei Fahrtenschreiber aus den Zugwracks vollständig ausgelesen. "Es konnten keine Hinweise auf Missachtung von Signalen festgestellt werden", berichtete ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mit Blick auf die Datenspeicherkassette desjenigen Zuges, der von Rosenheim nach Holzkirchen unterwegs war. Der eine der beiden Fahrtenschreiber des Gegenzuges sei ebenfalls bereits ausgewertet worden. "Daraus können keine Erkenntnisse auf die Handlungen des Triebfahrzeugführers gewonnen werden."

Die Auswertung der dritten, erst am Freitag geborgenen Blackbox werde derzeit versucht - die Blackbox sei allerdings beschädigt. Dass es in dem Zug zwei Fahrtschreiber gegeben habe, liege daran, dass in dem Fall ein zweiteiliger Zug unterwegs gewesen sei.

Als nächstes würden die Zugfunkgespräche ausgewertet und mit dem Fahrtverlauf abgeglichen, erläuterte der Ministeriumssprecher. Zudem würden die im Stellwerk registrierten und dokumentierten Bedienhandlungen mit den Aufzeichnungen der Datenspeicherkassette abgeglichen und dortige Abläufe untersucht. Der Polizeisprecher sagte, wenn das Gleis von Wrackteilen freigeräumt sei, müssten die Ermittler noch technische Untersuchungen vornehmen etwa an den Gleisen und am Stellwerk. Zudem sollen Zeugen vernommen werden, die dazu schon in der Lage sind.

Der diensthabende Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling hat nach "Spiegel"-Informationen noch versucht, die aufeinander zurasenden Züge per Notruf zu stoppen. Die Polizeisprecherin sagte auf Anfrage, dazu lägen ihr keine Informationen vor.

Wann die Strecke wieder geöffnet wird, ist noch unklar. Nach den Bergungsarbeiten müssen noch Gleise und Oberleitungen instandgesetzt werden. Zudem muss es laut Polizei eine Probefahrt geben.

dpa

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