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1000 Jahre Leipzig: der Sachsenspiegel aus dem Stadtgeschichtlichen Museum

1000 Jahre Leipzig: der Sachsenspiegel aus dem Stadtgeschichtlichen Museum

Das Stadtgeschichtliche Museum erzählt mit seinen Sammlungen ein gutes Stück Historie Leipzigs. Zehn der einschlägigen Ausstellungsobjekte stellen wir zum 1000-jährigen Jubiläum in einer kurzen Reihe vor.

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Die Fassade des Stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Heute: der Sachsenspiegel von Eike von Repkow, 1461: Im Mittelalter gab es kein einheitliches Rechtssystem, wie man es heute kennt.

Die Rechtsbildung und -pflege erfolgte ausschließlich über ungeschriebenes und mündlich überliefertes Gewohnheitsrecht und lokale Bräuche.

Im 13. Jahrhundert wurde jedoch begonnen, dies schriftlich festzuhalten, die ersten Rechtsbücher entstanden. Sie sind jedoch nicht mit Gesetzestexten im modernen Sinne zu vergleichen. Rechtsbücher wurden von privater Hand verfasst, ohne amtlichen Auftrag.

Das wohl bedeutendste deutsche Rechtsbuch ist der sogenannte Sachsenspiegel, der zwischen 1220 und 1230 entstand. "Spiegel" steht für eine Zusammenstellung von Texten, die einen bestimmten Themenbereich, in diesem Fall Recht, widerspiegeln soll. Auch wenn der Name nur eine lokal begrenzte Anwendung vermuten lässt,gewann der Sachsenspiegel nicht nur überregional, sondern in lateinischer Übersetzung weit über den deutschen Sprachraum hinweg an Bedeutung. Bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte er noch Einfluss auf die deutsche Rechtsprechung. Im Sachsenspiegel werden ausführlich und in gemeinverständlicher Weise das Landrecht (Zivil- und Strafrecht) und das Lehnsrecht abgehandelt.

Über den Verfasser Eike von Repgow ist wenig bekannt. Er lebte etwa von 1180 bis 1233 im mitteldeutschen Raum, hatte wohl eine sehr gute Schulbildung erfahren. Seine eigenen Rechtskenntnisse waren laienhaft, wahrscheinlich erwarb er sie durch seine Tätigkeit als Schöffe.

Die Zahl der erhaltenen Handschriften des Sachsenspiegels ist überschaubar und bewegt sich im dreistelligen Bereich. Das schön gestaltete Exemplar aus dem Stadtgeschichtlichen Museum ist 40 Zentimeter hoch. Der mit dunkelbraunem Kalbsleder überzogene Holzdeckeleinband ist mit eisernen Beschlägen und zwei Schließen verziert. Der Text wurde auf 358 Pergamentblättern geschriebenen.

Albrecht Kurzwelly, erster Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, erwarb 1911 den Band für sein Haus bei einer Versteigerung, die Kosten wurden dabei vom Gastwirt und Besitzer des Hotels "Thüringer Hof", Georg Grimpe, getragen.

Der gekürzte Text entstammt der Publikation "100 X Leipzig. Tausend Jahre Geschichte" des Stadtgeschichtlichen Museums, die zur Leipziger Buchmesse 2015 erscheint.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015

Marko Kuhn

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