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Bildung 150 Studenten bewerben sich als künftige Landlehrer
Leipzig Bildung 150 Studenten bewerben sich als künftige Landlehrer
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20:01 03.11.2015
Die Bewerbungen für das neue Sachsen-Stipendium übertreffen alle Erwartungen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Dresden

Die Bewerbungen für das neue Sachsen-Stipendium übertreffen alle Erwartungen: Auf die 50 geförderten Studienplätze haben sich 150 Lehramtsstudenten beworben. „Ich bin von dem großem Interesse überwältigt. Offenbar haben wir mit dem Programm den Nerv der Lehramtsstudierenden getroffen“, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) der LVZ, „erfreulicherweise liegen uns zahlreiche Bewerbungen für die Bedarfsregionen vor, allen voran für die Region um Chemnitz.“

Weil der Freistaat nicht nur massive Altersabgänge unter den Lehrern verkraften muss, sondern auch zunehmend Schwierigkeiten hat, offene Stellen in ländlichen Regionen zu besetzen, wurde zum Wintersemester ein spezielles Förderprogramm für junge Landlehrer aufgelegt. Die Bewerbungsfrist war am Wochenende abgelaufen. Die monatliche Förderung mit 300 Euro ist auf maximal drei Jahre begrenzt. „Wer zum Beispiel  fünf Semester ein Sachsen-Stipendium erhält, muss anschließend mindestens fünf Schulhalbjahre in einer Bedarfsregion tätig sein“, erklärt Brunhild Kurth. Das Ganze lässt sich der Freistaat in diesem und im kommenden Jahr insgesamt 600.000 Euro kosten. Bis 2017 soll die Zahl der Stipendiaten auf insgesamt hundert erhöht werden. Trotz der vielen Bewerbungen sei es momentan  noch zu früh, um über eine Erweiterung der Plätze nachzudenken, so die Kultusministerin. In dieser Woche beginnt zunächst das Auswahlverfahren unter den aktuellen Bewerbern.

„Es gibt kein mangelndes Interesse am Lehrerberuf. Aber es gibt eine unzureichende Bereitschaft in ländlichen Regionen tätig zu sein“, macht Brunhild Kurth klar. Immerhin 1600 Absolventen hatten sich für das neue Schuljahr um eine Anstellung beworben, allerdings wollten satte 70 Prozent davon ausschließlich nach Dresden und Leipzig, ein anderer Studienort in Sachsen kam für sie erst gar nicht in Frage. Selbst Chemnitz als drittgrößte Stadt scheidet aus. „Aber wir benötigen Lehrernachwuchs nicht nur in den Ballungszentren. Das gilt vor allem für Grundschulen, Oberschulen und Förderschulen“, so die Kultusministerin Diesem Ungleichgewicht wirkt das Stipendium nun zumindest partiell entgegen.

Ein ähnliches Programm läuft bereits erfolgreich für die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. 20 Medizinstudenten können pro Studienjahr mit monatlich 1000 Euro unterstützt werden, wenn sie sich später als Hausarzt außerhalb der großen Städte niederlassen. Unter den gleichen Voraussetzungen wird für weitere 20 Studenten pro Jahr die Gebühr für ein deutschsprachiges Medizinstudium in Ungarn übernommen. Die Auslandskosten trägt die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen, die Ausbildungsbeihilfe übernimmt der Freistaat.

Von Andreas Debski

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