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Bildung 4000 Demonstranten beteiligen sich am Lehrer-Streik auf dem Leipziger Augustusplatz
Leipzig Bildung 4000 Demonstranten beteiligen sich am Lehrer-Streik auf dem Leipziger Augustusplatz
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15:34 11.03.2015
Am Mittwoch streikten auf dem Leipziger Augustusplatz rund 4000 Lehrer und Angestellte des öffentlichen Dienstes. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Grund dafür ist der aktuelle Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder.

Für die Lehrer stellte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spezielle Forderungen auf, die eine Einführung einer tariflichen Lehrer-Entgeltordnung sowie eine Einkommenserhöhung beinhalten. Zudem wehrt sich die GEW gegen  Einschnitte in der betrieblichen Zusatzrente.  

Kundgebungen gab es am Mittwochvormittag in Chemnitz, Dresden und Leipzig. „Was die Gewerkschaften fordern, ist gerechtfertigt. Mich bewegt vor allem die Betriebsrente. Nach einer bestimmten Anzahl von Dienstjahren finde ich es richtig, dass über Tarife verhandelt wird, was aber nicht zu Lasten der Betriebsrente gehen sollte“, sagte der Gymnasiallehrer Jens Steinbach (45), der seine Forderungen bei der Demonstration in Leipzig bekräftigte.

Auch seine Schwester Sylke Steinbach ist Gymnasiallehrerin in der Messestadt. Die 50-Jährige sagte auf dem Augustusplatz: „Am meisten stört mich die Ausstattung der Schulen. Das Gymnasium, an dem ich arbeite, wurde zuletzt 1992 restauriert. Seitdem müssen wir uns mit altem Mobiliar begnügen. Der Bestand wurde nur teilweise aufgestückt. Wir müssen damit kämpfen, dass die Atmosphäre aushaltbar ist. Haben die Schüler das verdient?“

Weitere Stimmen von der Kundgebung in Leipzig:

Leipzig. Mit Trillerpfeifen und Bannern gewappnet versammelten sich am Mittwochvormittag 4000 Lehrer und Angestellte zu einer Demonstration auf dem Leipziger Augustusplatz. Die Gewerkschaften in Sachsen riefen zu einem ganztätigen Warnstreik auf. Grund dafür ist der aktuelle Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder. LVZ-Online sprach mit den Teilnehmern über ihre Forderungen. 

Die Gymnasiallehrerin Renate Breitrück (58) gehörte ebenfalls zu den Streikwilligen: „Wir brauchen einen Tarifvertrag. Gegenwärtig orientieren wir uns nur an Richtlinien, die vom Kultusministerium festgelegt werden. Beispielsweise kann die Arbeitgeberseite das Stundenmaß vergrößern. Vor Jahren ist das auch schon einmal passiert. Damals wurde unsere Stundenzahl auf 26 mit der Maßgabe erhöht, dass es sich nur um eine vorübergehende Situation handele. Wir haben darauf vertraut, dass unsere Stundenzahl nur in Notsituationen angehoben wird. Bisher sind wir nicht wieder auf die üblichen 24 Stunden zurückgefallen.“  

Sachsenweit kam es heute in 75 Prozent der Schulen zu Ausfällen, veränderten Stundenplänen oder zu einer kompletten Schulschließung.

Victoria Graul

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Wenn die Leipziger Lehrer am Mittwoch streiken, legt das den Blick in eine tiefe Wunde frei: Die sächsischen Pädogogen haben bundesweit das geringste Gehalt. Die Kundgebung auf dem Augustusplatz soll den Forderungen der Lehrer, von denen die meisten von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vertreten werden, Nachdruck verleihen.

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