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5198 Seiten „Geschichte der Universität Leipzig“: Rektorin Schücking nimmt Buchband entgegen

5198 Seiten „Geschichte der Universität Leipzig“: Rektorin Schücking nimmt Buchband entgegen

Das letzte Detail macht das Werk komplett: Im schmuckvollen Leipzig-Schuber wird die fünfbändige „Geschichte der Universität Leipzig“ am Donnerstag an Rektorin Beate Schücking übergeben.

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Freudige Übergabe: Projektleiter Manfred Rudersdorf (li.), Rektorin Beate Schücking und Gerald Diesener vom Universitätsverlag.

Quelle: Andreas Doering

Leipzig. Das 2002 begonnene wissenschaftliche Großprojekt ist damit abgeschlossen. Es gibt einen umfassenden Überblick über die 600-jährige Entwicklung der Alma mater.

Kraftakt beim Fototermin: Satte zehn Kilogramm bringen die fünf Bände in sechs Büchern auf die Waage, die Rektorin Beate Schücking stolz in die Kameras der Journalisten hält. "Das ist ein großer Moment für die Universität", sagt sie. "Es ist ein stolzes und umfangreiches Werk, dem man viele Leserinnen und Leser wünscht" – sie selbst sei bei ihrer Lektüre bisher bei Band drei angekommen.

Zwar wurden die Bücher offiziell schon auf der Leipziger Buchmesse im März dieses Jahres vorgestellt, aber der "Schmuckschuber ist das letzte Detail", betont Manfred Rudersdorf, Professor für die Geschichte der frühen Neuzeit und Leiter des Projekts. Und fügt hinzu: "Manch andere Universitätsrektoren werden auf dieses Werk neidisch sein."

Mit der Übergabe an die Magnifizenz der Alma Mater bittet er dann noch, für die Bücher zu werben und sie auch an das Wissenschaftsministerium weiterzuleiten. "Die sollen ruhig mitkriegen, was wir hier auf die Beine stellen", sagt Rudersdorf. Schücking versichert: "Ich werden keine Gelegenheit auslassen, darauf hinzuweisen."

Aufarbeitung der Nazi-Zeit

In ihrer Empfangsrede lobt Beate Schücking besonders die Aufarbeitung der Uni-Historie während der Nazi-Zeit: "Eine so lange Geschichte ist eine Geschichte von Licht und Schatten. Die Schattenseiten darf man nicht auslassen – im dritten Band wird eine Reihe von Fragen an dieser Stelle beantwortet." So würden die Verflechtungen der Kinderheilkunde mit der Euthanasie der Nationalsozialisten beleuchtet. "Damit müssen wir uns auseinandersetzen", sagt Schücking.

Aber vor allem die Bedeutung der zweitältesten deutschen Universität für die Wissenschaftsgeschichte sei hinreichend illustriert. Rudersdorf wiederum freut sich besonders über ein "wichtiges Stück DDR-Geschichte", das aufgegriffen wird. "Historiker haben ja immer die Art an sich, zurückzublicken, das ist unser Beruf. Aber man kann ja auch aus der Geschichte lernen." Das sei durch die Bücher gegeben.

Zehn Jahre Arbeit

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Zehn Kilogramm Historie auf 5198 Seiten: "Die Geschichte der Universität Leipzig" im schmuckvollen Schuber.

Quelle: Andreas Doering

Nicht ganz einfach sei die Arbeit an diesem Projekt gewesen, vom Impuls des ehemaligen Rektors Volker Bigl im Jahr 2001 bis zum Abschluss an diesem Donnerstag sind nunmehr zehn Jahre vergangen. Zwischenzeitlich habe es Widrigkeiten gegeben – ursprünglich sollten alle Bände pünktlich zur 600-Jahr-Feier 2009 erscheinen. "Ich bin nun sehr erleichtert, das Werk ist vollbracht", bekennt Rudersdorf und Rektorin Schücking bedankt sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement.

"Es wird konkurrenzlos sein", zeigt sich auch Gerald Diesener, Leiter des Universitätsverlages, zufrieden. Die Auflage konnte von 600 auf 750 gesteigert werden, auch die Seitenzahl habe sich vom ersten Vertrag bis heute verdoppelt. "Das Produkt rechtfertigt es, dass so gearbeitet wurde. Die Zusammenarbeit von Projektkommission, Uni und Verlag war sehr gut."

Komplett-Ausgabe kostet 249 Euro

Über 100 Autoren haben Beiträge zu den 5198 Seiten geleistet. 50 Exemplare hat die Uni selbst bestellt, 25 weitere die Universitätsbibliothek Albertina. Dort werden die Leipziger Studenten die Bücher wohl am ehesten lesen, denn für den Privatbesitz kostet die Komplettausgabe im Leipzig-Design 249 Euro. Eine Taschenbuch-Ausgabe wird es nicht geben – "das ist für die nächsten Jahre das, was da ist", so Diesener.

Einen besonderen Platz im Büro von Beate Schücking bekommt das Werk zwar nicht, es sei aber "immer in Reichweite", sagt die Rektorin.

Tobias Ossyra

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