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Bildung Abschiedsvorlesung: Leipzigs Ober-Orthopäde hört auf
Leipzig Bildung Abschiedsvorlesung: Leipzigs Ober-Orthopäde hört auf
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23:59 10.07.2013
Georg von Salis-Soglio Quelle: Christian Nitsche

Im September wird der 65-Jährige emeritiert, am Mittwoch hielt er seine Abschiedsvorlesung. Medizin-Studiendekan Professor Christoph Bärwald ließ die Vita des aus Wien Stammenden Revue passieren, der erst in seiner Geburtsstadt und dann in Kiel studiert, promoviert sowie habilitiert hatte. 1994 wurde er nach Leipzig berufen und wirkte in vieler Hinsicht prägend.

Bärwald: "Wir verlieren einen international geschätzten Kollegen, dessen oberste Maxime humanitäres Handeln war." Neben der Patientenversorgung sei vor allem die Studentenausbildung für Salis-Soglio eine Herzensangelegenheit gewesen.

Mehrfach wurde er mit dem Lehrpreis der Medizin-Fakultät ausgezeichnet. Gestern überraschten ihn die Kommilitonen mit einem Goodbye-Choral und dem Lied vom kleinen grünen Kaktus. Selbigen bekam er überreicht, als "pflegeleichte Erinnerung".

Davor hatte Salis-Soglio einen Streifzug durch die Geschichte seinen Faches unternommen, Trends beleuchtet und an Fallbeispielen gezeigt, wie segensreich, aber manchmal eben auch begrenzt das ärztliche Können auf dem "riesigen Feld" der Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates ist. Bei betroffenen Kindern müsse in puncto Früherkennung und adäquater Behandlung besondere Sorgfalt walten, "denn da werden die Weichen fürs ganze Leben gestellt". Mit Blick auf den stark steigenden Einsatz von Gelenkprothesen meinte Salis-Soglio, es gebe zwei wichtige Herausforderungen. Einerseits rolle eine Wechselwelle an, bei der ältere Endoprothesen durch neue Implantate ersetzt werden müssen. Andererseits habe ihm oft das Problem der Infektionen den Schlaf geraubt. "Wenn die bei Endoprothesen um sich greifen, ist das eine Katastrophe, weil alles wieder raus muss und nur eine Gelenkruine bleibt." Um dem zu wehren, sei umfassende Krankenhaushygiene oberstes Gebot.

Strukturell halte er künftig eine Uni-Klinik, die Orthopädie, Unfallchirurgie und plastische Chirurgie vereint, für sinnvoll. Weil er "nun mal zum Moralisieren" neige, müsse er jenen ins Gewissen reden, die eine Ökonomisierung der Krankenversorgung vorantreiben - "die Diagnostik und Therapie von der Finanzierbarkeit abhängig machen oder, noch schlimmer, vom wirtschaftlichen Gewinn". Im Vordergrund müsse immer die Hilfe für Kranke in angemessener Weise und eine enge Arzt-Patienten-Bindung stehen. "Beraten und berühren, ja es braucht auch eine Rückbesinnung aufs Einfache und Ehrliche unseres wunderschönen Berufes."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2013

Beck, Mario

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