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Bildung Adipöse Menschen fühlen sich diskriminiert – besonders Frauen betroffen
Leipzig Bildung Adipöse Menschen fühlen sich diskriminiert – besonders Frauen betroffen
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09:15 09.09.2015
Die Studie wurde am Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) für Adipositaserkrankungen der Universität Leipzig durchgeführt. (Archivbild) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Je größer das Übergewicht, desto größer die Diskriminierung. Das geht aus einer Studie der des Forschungs- und Behandlungszentrums für Adipositaserkrankungen der Universität Leipzig hervor. Die Forscher untersuchten durch die Befragung von 3000 übergewichtigen und adipösen Menschen, ob sie aufgrund ihres Körpergewichts diskriminiert werden. Das Ergebnis dieser repräsentativen Umfrage zeigt, dass zehn bis 18 Prozent der Befragten mit leichter oder mittlerer Adipositas bereits Diskriminierung erlebt haben. Bei den Befragten mit schwerer Adipositas waren es sogar 40 Prozent. Besonders Frauen sehen sich von Diskriminierung betroffen. So berichteten 20,6 Prozent der Frauen von gewichtsbedingter Ausgrenzung, bei den Männern waren es dagegen nur 7,6 Prozent.

Durch die Studie würde zum ersten Mal das Ausmaß der gewichtsbedingten Diskriminierung deutlich, so Claudia Luck-Sikorski, Leiterin der IFB-Forschungsgruppe „Stigmatisierung bei Adipositas“. So zeigten die Ergebnisse mehr als nur eine negative Einstellung gegenüber adipösen Menschen. Sie beschrieben Situationen, in denen die Betroffenen zum Beispiel im Job oder auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert würden.

Am Ergebnis der Studie zeigt sich zum einen die Wichtigkeit zur Prävention und Behandlung von Adipositas, zum anderen zeigt sie, dass auch rechtlicher Handlungsbedarf besteht, so das Fazit der Studie. So erkenne zwar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Adipositas bereits seit dem Jahr 2000 als chronische Erkrankung an. In Deutschland führt die Bundesärztekammer Adipositas jedoch lediglich als Risikofaktor für weitere Erkrankungen auf. Würden Adipositas als Krankheit anerkannt, wäre die Feststellung einer Diskriminierung einfacher, glauben die Forscher, die auch mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Kopenhagen zusammengearbeitet haben.

Diskriminierung definiert sich als Benachteiligung einer Gruppe aufgrund bestimmter Merkmale wie Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Behinderung oder Krankheit.

pad

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