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Ärzteteam der Leipziger Uniklinik plant Forschungsexpedition in den Himalaya

Ärzteteam der Leipziger Uniklinik plant Forschungsexpedition in den Himalaya

Das Leipziger Universitätsklinikum entsendet im kommenden Jahr ein Expeditionsteam in den Himalaya, um den Auswirkungen der Höhenkrankheit auf den Grund zu gehen.

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Blick auf das Himalaya-Gebirge mit dem Mount Everest (M), dem höchsten Berg der Welt.

Quelle: dpa/Archivbild

Leipzig. Die Wissenschaftler erhoffen sich auch Erkenntnisse für die Notfallmedizin, teilte die Uniklinik am Donnerstag mit. Gemeinsam mit dem Schweizer Verein Swiss-Exped und dem Berner Insel-Krankenhaus wird die etwa 70-köpfige Mannschaft im Oktober 2013 für voraussichtlich 30 Tage am 7126 Meter hohen Himlung Himal in Nepal forschen. Das Team aus Leipzig umfasst dabei zwei Ärzte und drei Schwestern um den Intensivmediziner Ludger Mende.

Die Herausforderungen der Expedition liegen dabei in der Höhe und Unzugänglichkeit des gebirgigen Terrains. Die gesamte Ausrüstung wie Generatoren und portable Ultraschall-Geräte muss bis auf 7000 Meter hinauf geschafft werden. In zwei großen Vorab-Expeditionen auf den Muztagata (7509 Meter hoch) und den Pik Lenin (7134 Meter) ist die Logistik durch die Schweizer bereits getestet worden.

Auch bei den einzelnen Teilnehmern ist die Vorbereitung voll im Gange. Hobbybergsteiger Mende, der schon Gipfel im Himalaya und den Anden bezwungen hat, stellt sich mit Ausdauersport auf die Belastungen ein. „Ich bin Triathlet“, so der Leipziger Teamleiter. „Um mich vorzubereiten, will ich im nächsten Juli beim Ironman im bayerischen Roth teilnehmen.“

Expeditionsteilnehmer tragen alle Kosten selbst - Sponsoren sind willkommen

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Himalaya-Gebirge (Archivaufnahme, im Bild: Der polnische Alpinist Aleksander Lwow)

Quelle: privat

„Wir zahlen alles selbst“, hebt Mende hervor. Etwa 8000 Euro kommen auf die Teilnehmer zu, dazu noch die Kosten für Verpflegung und Ausrüstung. Auch müssen die Leipziger einen Teil des Budgets für das wissenschaftliche Gerät schultern. „Sponsoren für die Expedition sind uns deshalb sehr willkommen.“ Mit Freistellungen vom Dienst unterstützt die Leipziger Uniklinik das Projekt, Geld fließt keines. Insgesamt wird die Expedition wohl mehr als 1.000.000 Euro kosten.

Neben den Wissenschaftlern sind auch etwa 40 freiwillige Testpersonen Teil der Expedition unter dem Titel „Team HiReach 2013“. Diese werden von den Medizinern regelmäßig mittels Ultraschall und Blutentnahmen untersucht. „Dabei wollen wir besonders die Auswirkungen von Sauerstoffmangel und von Hirn-Ödemen, das sind Wassereinlagerungen im Gewebe, untersuchen“, so Mende.

Der Intensivmediziner erhofft sich überdies Erkenntnisse für den Klinik-Alltag. „In unserer täglichen Arbeit versorgen wir Patienten mit unterschiedlich schweren Organerkrankungen. Am Ende steht jedoch nahezu immer die mangelhafte Sauerstoffversorgung der Organ- und Zellsysteme“, begründet Mende sein Interesse an der Forschung in dünner Höhenluft.

Expeditionsteam sucht noch Freiwillige

Während Forscher und Expeditionsleitung schon mitten in der Vorbereitung stecken, werden noch weiter freiwillige Probanden gesucht. „Auf die Teilnehmer warten viele sportliche und psychische Herausforderungen“, so Expeditionsleiter Urs Hefti. „Wir suchen keine Superbergsteiger – aber solche mit Bergerfahrung und gutem Charakter.“ Der Schweizer Sport- und Notfallmediziner blickt bereits auf eine lange Expeditionserfahrung zurück. Ihm zur Seite steht der Everest-Bezwinger und Bergführer Kari Kobler, welcher sich um die Logistik kümmert. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Tobias Merz und Jaqueline Pichler von der Uniklinik des Berner Inselspitals.

Ein erstes Informationswochenende findet Ende Oktober in Bern statt, bei diesem werden die freiwilligen Teilnehmer über das Expeditionsziel und den Ablauf informiert. Anschließend werden die Probanden ausgewählt. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die Teilnehmer – welche die gesamten Kosten von über 8000 Euro selbst tragen müssen – ein optimales und professionelles Umfeld antreffen“, versichert Expeditionsleiter Urs Hefti gegenüber LVZ-Online.

Johannes Angermann

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